Der Spätsommer kommt zu spät

Freibadsaison in Niedersachsen verlängert, in Bremen beendet

Der Sommer ist zurück, aber die Bremer Freibäder sind schon seit fast drei Wochen geschlossen. Eine spontane Wiedereröffnung wird es nicht geben.
15.09.2020, 10:42
Lesedauer: 2 Min
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Freibadsaison in Niedersachsen verlängert, in Bremen beendet
Von Felix Wendler
Freibadsaison in Niedersachsen verlängert, in Bremen beendet

Die Saison im Stadionbad ist beendet: Auch die spätsommerlichen Temperaturen ändern nichts daran, dass die Schwimmer hier erst 2021 wieder ihre Bahnen ziehen können.

Frank Thomas Koch

Der Sommer kehrt zurück – zumindest für eine Woche. Viele Sonnenstunden und Temperaturen über 20, teilweise sogar über 25 Grad, sind für die kommenden Tage angekündigt. Das könnte eine gute Gelegenheit für viele Freibäder sein, ihre dürftige Saisonbilanz etwas aufzubessern. In Bremen allerdings müssen Badegäste im Spätsommer mit Seen und den aktuell drei geöffneten Hallenbädern (Freizeitbad Vegesack, Schlossparkbad, Westbad) vorlieb nehmen. Am 28. August hatte die Bremer Bäder GmbH mit dem Stadionbad das letzte Freiluftbad für dieses Jahr geschlossen (wir berichteten).

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Eine spontane Wiedereröffnung der Bremer Freibäder ist trotz der sommerlichen Temperaturen ausgeschlossen. Die Schwimmbäder seien ein komplexer Betrieb und würden für die Öffnung einen gewissen Vorlauf benötigten, sagt Laura Schmitt, Sprecherin der Bremer Bäder. „Bei den Freibädern sind wir beispielsweise auf längere Schönwetterphasen angewiesen, um eine angenehme Wassertemperatur zu erreichen.“

Entscheidend sei dabei nicht nur schönes Wetter über mehrere Tage hinweg. „Auch nachts darf es nicht zu stark abkühlen“, teilt Schmitt mit. Aktuell würden die Freibäder in Bremen schon winterfest gemacht. Als Alternative für Besucher, die gerne an der frischen Luft schwimmen, verweist sie auf das ganzjährig geöffnete Außenschwimmbecken im Westbad.

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In Niedersachsen hingegen haben manche Freibäder ihre Saison angesichts der wieder steigenden Temperaturen spontan verlängert. Das Freibad Ganderkesee zum Beispiel wolle seinen Betrieb bis zum 20. September in gewohnter Form fortführen, sagt Henry Peukert, Geschäftsführer der zuständigen Bäder-Betriebsgesellschaft. Erst danach würden das Nichtschwimmerbecken und das Sprungbecken nicht mehr beheizt.

Schwimmer sollen anschließend noch bis zum 30. September die Möglichkeit haben, im Sportbecken ihre Bahnen unter freiem Himmel zu ziehen. Anders als in Bremen werden die Freibäder in Niedersachsen in der Regel von den Kommunen verwaltet. Diese entscheiden zumeist für jedes Bad individuell, ob eine Öffnung lohnenswert ist. Das Weyher Freibad hat seine Saison beispielsweise um eine Woche bis Sonntag, 20. September, verlängert.

Wann in Bremen die Freibäder geschlossen werden, hänge von der Wetterlage und der Wetterprognose ab, so Schmitt. Eine Rolle spiele allerdings auch, wie hoch der Besucherandrang in der Spätsaison sei. Aufgrund der zeitweise herbstlichen Temperaturen ist dieser anscheinend zuletzt ausgeblieben, nachdem das gute Wetter bis Mitte August noch relativ viele Gäste angelockt hatte.

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Die Bilanz aller Freibäder ist aber vor allem aufgrund der Pandemie durchwachsen. Die Saison konnte in diesem Jahr erst später beginnen als üblich. Zudem erlaubten die Sicherheits- und Hygienevorschriften nur eine bestimmte Anzahl von Badegästen. In Bremen hatten sich vor allem an den besonders heißen Tagen Anfang August lange Schlangen vor den Bädern gebildet. Ärger gab es zudem um das Konzept für den Erwerb von Eintrittskarten. Insgesamt wurden von Juni bis August im Freibad Blumenthal, im Stadionbad, im Freibad des Schlossparkbades und im Außenbereich des Westbades gut 65 000 Besucher gezählt. Zum Vergleich: 2019 waren es von Juni bis Anfang September knapp 150 000 Besucher.

Auch in den niedersächsischen Bädern verzeichneten die Betreiber nur einen Bruchteil der sonst üblichen Gäste. Im Weyher Freibad seien es bis zum 31. August 22 500 statt der normalerweise 100 000 Besucher gewesen, teilt Sebastian Kelm, Sprecher der Gemeinde Weyhe, mit. Auch im Freibad Ganderkesee, das nach einer längeren Renovierung erst im August öffnete, seien die seitdem gezählten 5300 Gäste auch unter den gegebenen Umständen „nicht gerade viel“, sagt Geschäftsführer Peukert.

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