Knapp 200 günstige Wohnungen

Spatenstich an der Marcuskaje

Bremen. Ende nächsten Jahres sollen schon die ersten Mieter einziehen. Am frühen Mittwochmorgen waren an der Marcuskaje in der Überseestadt jedoch erst einmal andere Menschen aktiv.
09.07.2014, 21:00
Lesedauer: 2 Min
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Spatenstich an der Marcuskaje
Von Frauke Fischer

Ende nächsten Jahres sollen schon die ersten Mieter einziehen. Am frühen Mittwochmorgen waren an der Marcuskaje in der Überseestadt jedoch erst einmal andere Menschen aktiv. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), Bausenator Joachim Lohse (Grüne) und Vertreter der Projektpartner trafen mit rund 80 Gästen aus Wirtschaft und Politik zum ersten Spatenstich zusammen.

Auf dem insgesamt 13 000 Quadratmeter großen Grundstück nördlich vom Schuppen 3 sollen nun innerhalb von gut eineinhalb Jahren die ersten 190 von 250 Wohnungen bezugsfertig werden. Das Besondere daran: 150 davon sind öffentlich geförderte Wohnungen, die in Kooperation des Immobilienunternehmens Justus Grosse mit der Gewoba entstehen. Die restlichen 40 werden frei finanziert.

„Wir haben im Bündnis für Wohnen lange um das Thema gerungen“, erinnerte Joachim Linnemann, geschäftsführender Gesellschafter von Justus Grosse, an die vielfach gehegten Zweifel vor allem privater Bauinvestoren. Grund ihrer Skepsis: Für Neubauprojekte ist eine 25-Prozent-Quote von Sozialwohnungen vorgesehen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der dringend benötigt wird. Vielfach hatten Bauunternehmer versichert, es sei nicht möglich, die Anforderungen, noch dazu mit den geforderten energetischen Standards, wirtschaftlich umzusetzen. Auch müsse die Frage geklärt werden, wer die Wohnungen und damit die Vermietung nach Baufertigstellung übernehme.

An der Marcuskaje nun haben sich Justus Grosse und die Gewoba als städtisches Wohnungsbauunternehmen zusammengetan. Dort sind neben den 250 Wohnungen, ein Bürogebäude und ein „Mobilitätsparkhaus“ geplant, das über 300 Stellplätze für Autos und Fahrräder, Car-Sharing und Elektromobilität bieten soll. Das Gesamtinvestitionsvolumen beziffern die Projektpartner auf 55 bis 60 Millionen Euro. Der Anteil für die öffentlich geförderten Wohnungen liege bei 28 Millionen Euro.

„Eine günstige Konstellation“ bescheinigte Linnemann dem Pilotprojekt am Tag des Spatenstichs. Grosse als privater Partner sorge mit seinem Know-how für den schnellen, günstigen Bau, der öffentliche Partner übernehme die Wohnungen dann in seinen Bestand und kümmere sich langfristig um die Vermietung. Man habe bereits weitere gemeinsame Projekte ins Auge gefasst, so Linnemann. Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender der Gewoba, betonte anlässlich des Spatenstichs, ihm seien Qualität und Größenvielfalt des neuen Wohnungsangebots wichtig.

Aus Sicht der Politik ist die Marcuskaje ein Vorzeigeprojekt. Bürgermeister Jens Böhrnsen lobte: „Der erste Spatenstich an der Marcuskaje steht sinnbildlich für den Erfolg des Bündnisses für Wohnen.“ Und Bausenator Lohse sprach von einem Beitrag, „damit die Überseestadt sich zu einem sozial gemischten, urbanen Ortsteil entwickelt“. Jürgen Pohlmann, baupolitischer Sprecher der SPD, hält die Marcuskaje für „einen strategischen Durchbruch. Hier realisiert sich ein Pilotprojekt für bezahlbares Wohnen.“ Politik, Wirtschaft und Verwaltung hätten gut zusammengearbeitet, so Pohlmann. Letztere habe dafür gesorgt, dass das Projekt zügig umgesetzt werden könne.

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