Tag des offenen Denkmals: Stefan Villena-Kirschner und Christof Steuer führen durch Lehnhof-Park und -Siedlung Spaziergang über das ehemalige Landgut

Stefan Villena-Kirschner erforscht die Geschichte des Lehnhof-Parks. Der Landschaftsarchitekt meint: Das Areal wurde durch den bekannten Gartenarchitekten Wilhelm Benque angelegt. Morgen, am Tag des offenen Denkmals, führen Villena-Kirschner und Christof Steuer über das ehemalige Landgut Lehnhof.
07.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Spaziergang über das ehemalige Landgut
Von Julia Ladebeck

Stefan Villena-Kirschner erforscht die Geschichte des Lehnhof-Parks. Der Landschaftsarchitekt meint: Das Areal wurde durch den bekannten Gartenarchitekten Wilhelm Benque angelegt. Morgen, am Tag des offenen Denkmals, führen Villena-Kirschner und Christof Steuer über das ehemalige Landgut Lehnhof.

Einen schriftlichen Beweis hat Stefan Villena-Kirschner zwar nicht gefunden. Doch der Landschaftsarchitekt ist sich ziemlich sicher: Bei der Gestaltung des Lehnhof Parks hatte Franz Wilhelm Alexander Benque seine Hände im Spiel. Seit Anfang des Jahres erforscht Villena-Kirschner die Geschichte der auch als Friedehorst-Park bekannten Grünanlage (wir berichteten).

Morgen, am Tag des offenen Denkmals, wird er erste Erkenntnisse präsentieren. Mit Christof Steuer führt er durch den Park und die Lehnhof-Siedlung.

„Der Park hat ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von den anderen Parks in Bremen-Nord unterscheidet“, sagt der Experte und erläutert: „Der Kernbereich wurde seit seiner Anlage kaum verändert und ist in seiner Grundstruktur vollständig erhalten.“ Zwar sei die Pflege und auch die Entwicklung unterblieben, „der Baumbestand ist stark überaltert, man hätte viel früher Bäume ersetzen müssen“. Doch die ursprüngliche Form sei erhalten geblieben.

Eine der gravierendsten Veränderungen sei der Abriss des Hauses im Jahr 1933 gewesen. „Das Gebäude stand schließlich im Mittelpunkt des Parks und daran orientiert sind alle Blickachsen.“ Ein weiterer Einschnitt sei die Aufgabe des Küchengartens in den 1980er-Jahren gewesen.

Bereits um 1840 hatte Theodor Gerhard Lürman begonnen, Ländereien zu kaufen. Sein Sohn, der Generalkonsul, Bankier und Senator Johannes Theodor Lürmann, legte im Auftrag der Familie die Landgüter Lehnhof und Schönebeck an – letzteres wurde später das Thulesius-Anwesen. Das Sommerhaus des Generalkonsuls wurde im Schweizerhaus-Stil erbaut. 1904 wurde es abgerissen und durch einen Neubau des späteren Eigentümers Oscar Rohte ersetzt. Bis 1975 war der Lehnhof-Park im Besitz der Rohte-Corssen-Stiftung, die das Areal ab 1948 an Friedehorst verpachtete. Dann erwarb die Bremische Evangelische Kirche das Gelände und überließ es Friedehorst im Jahr 2004 zur Stiftungs-Gründung.

Viele Indizien sprechen für Benque

Laut Villena-Kirschner spricht vieles dafür, dass der Gartenarchitekt Benque den Park gestaltet hat. Benque war aufgrund politischer Unruhen in die USA emigriert, 1865 jedoch nach Deutschland zurückgekehrt. In New York hatte er sich an den Gestaltung des Central Parks beteiligt. 1865 begann er mit der Anlage des Bürgerparks, später gestaltete er Knoops Park. „Ganz viele Elemente, die im Bürgerpark und in Knoops Park zu sehen sind, finden sich auch im Lehnhof-Park wieder“, sagt Villena-Kirschner „beispielsweise die Art, wie die Teiche gestaltet sind“.

Die Recherche des Nordbremer Landschaftsarchitekten mündet in einem Gutachten, das als Planungsgrundlage dienen soll. „Ich beschreibe und bewerte darin alle Parkelemente aus gartenkultureller Sicht.“ Um die Entwicklung und Pflege des Parks auf eine breitere Basis zu stellen, schlägt Villena-Kirschner die Gründung eines Fördervereins vor. Christof Steuer, Vorsitzender des Fördervereins Knoops Park, kann sich vorstellen, künftige Mitglieder bei der Gründung zu unterstützen. „Vielleicht könnte der Förderverein Knoops Park eine Art Patenschaft bei der Neugründung übernehmen“, überlegt er.

Tag des offenen Denkmals: Sonntag, 8. September, 14 Uhr, Führung über das ehemalige Landgut Lehnhof – Lehnhofsiedlung und Friedehorst-Park. Treffpunkt: Parkeingang am Holthorster Weg. Es führen Christof Steuer vom Förderverein Knoops Park und Landschaftsarchitekt Stefan Villena-Kirschner. Die Teilnahme ist kostenlos.

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