Sommerfest im Schweizer Viertel bietet für jeden Geschmack etwas

Spiel, Spaß und flotte Klänge

Die Reiterinnen der Drachen schauen von ihren Stelzen auf Besucherinnen herab und begleiten sie aufs Fest beim Jugendtreff Am Hahnenkamp. Auf der Bühne tanzen Mädchen zweireihig im Stil des südkoreanischen Rappers Psy Gangnam Style. Ausgelassen stampfen Erwachsene und Kinder auf dem Grasboden mit und klatschen heftig Beifall. Das Stadtteilfest Schweizer Viertel startet vielversprechend.
30.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Die Reiterinnen der Drachen schauen von ihren Stelzen auf Besucherinnen herab und begleiten sie aufs Fest beim Jugendtreff Am Hahnenkamp. Auf der Bühne tanzen Mädchen zweireihig im Stil des südkoreanischen Rappers Psy Gangnam Style. Ausgelassen stampfen Erwachsene und Kinder auf dem Grasboden mit und klatschen heftig Beifall. Das Stadtteilfest Schweizer Viertel startet vielversprechend.

Osterholz. Zwei berittene Drachen von Stelzenart grüßen die Gäste auf dem Festgelände am Ute-Meyer-Weg weithin. Sie lotsen zum Stand der internationalen Speisen von Bewohnerinnen, die noch in Vorbereitungen für heiße Leckereien stecken. Gegenüber eröffnet Aykut Tasan das Stadtteilfest und kündigt das Bühnenprogramm an. Die türkische Kindertanzgruppe, Mitmachlieder der Kita Ellenerbrok, das Sangesduo "Puzzle", das ACBO -Akkordeonorchester, die Bauchtanzgruppe und die vier Rapper von ReRecords wollen zeigen wie bunt ihr Schweizer Viertel ist.

"Heute Morgen haben wir noch überlegt, ob wir aufbauen", bemerkt einer, der in seinen Giros-Döner vom Stand der Türkinnen des Schweizer Viertels beißt. "Jetzt regnet‘s gar nicht", kommt noch, als er den leckeren Bissen geschluckt hat. Mädchen warten auf der Bühne. Sie gehören zur Folklore-Tanzgruppe der Grundschule Ellenerbrokweg. In den Farben Rot, Weiß und Gold liebevoll gestalteten Trachten bieten sie einen farbenfrohen Anblick. Leiterin Ümmühan Cogan hat zwei Tänze mit ihnen vorbereitet, einen türkisch-traditionellen und einen im Stile des südkoreanischen Gangnam-Style.

Im Zelt des Bewohnertreffs Schweizer Viertel haben Elke Hofbauer und Michaela Dinkel das Kuchenbuffet aufgebaut, und vor dem Erwartungen weckenden Glücksrad hat sich eine Schlange kleiner Gäste gebildet. Drehen reicht nicht, um zu gewinnen, auch eine Frage – auf einem Zettel aus dem Beutel gezogen – muss richtig beantwortet werden. Woher hat das Schweizer Viertel seinen Namen? Ein blauer Luftballon wandert in die Hand des Kleinen, der sagte: "Das weiß ja jeder, wegen der Straßennamen." Geht es beim Glücksrad um wenig, spricht Aykut Tasan auf der Bühne mit dem Bremer Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling über viel. Und er bekennt dem Gegenüber, der auch im Vorstand von Haus und Grund Bremen ist, dass noch Mittel für den Neubau des Spielhauses fehlen. Doch der große Teil der Finanzierung sei gesichert. Carsten Sieling bekennt: "Weiter so mit diesem Engagement. Ich möchte das auch unterstützen."

Auf Barfußpfad verzichtet

Weitab der Bühne, bei der Wiese hinter dem alten Spielhaus, hat die Umweltlernwerkstatt ihren Barfußpfad auf Grund des wechselhaften Wetters nicht aufgestellt, sondern bietet Basteleien und Fühlen mit Händen statt mit Füßen an. Gegenüber probieren einige Jungen Nahkampf mit Boxhandschuhen auf der Matte von 325-Training. Während die Musik über die Stände hinweg nur noch leise herübertönt, tummeln sich viele kleine Gäste am Stand von "Guck Mal", wo Conny Ihmels mit Helena Drehkopf und Rebecca Marent Buntes auf Kindergesichter zaubern. "Guck Mal" bietet im OTe-Zentrum Kreatives für Kleinere in Kursen an. Mit Zirkuszelt und Hüpfburg ist hinter dem Jugendhaus die Welt der Kleineren aufgebaut.

Mit langen roten Haaren tanzt Linda ein akrobatisches Solo auf der Bühne zu hämmernden Beats. Vergangen die Zeit, als die Afrikanerin hinterm Jugendhaus mit anderen Kleinen spielend Deutsch lernte. Die Bierzeltgarnituren bei der Bühne tragen auf den Tischen Kuchen, Würstchen, und die Bänke biegen sich unter den Neugierigen. "Es ist so toll. Frau Ahsen meldet sich immer schon von selbst und fragt nach dem Termin", verkündet Aykut Tasan, Quartiersmanager des Schweizer Viertels, der immer noch das Bühnenprogramm moderiert.

Der Akkordeon-Club Bremen-Ost (ACBO) hat unterm Zeltdach Platz genommen. "Was spielt ihr uns denn heute?" fragt Tasan, und 20 Akkordeonspieler nebst Schlagzeug stimmen den Vereinsmarsch an. Edda von Ahsens Akkordeon- Club besteht seit 1954 und hat heute 29 Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen 14 und 75 Jahren. Als zweite Melodie folgt der Evergreen "Blueberry Hill". Und während die frauliche Bauchtanzgruppe auf dem gepflasterten Weg schon alle Blicke auf sich zieht, suchen sich die vier ReRecords-Rapper ihren Weg zur Technik.

Als das große Einpacken beginnt, sind aller froh, dass es bis 18 Uhr trocken geblieben ist.

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