Der dritte Interkultur-Cup bringt Schutzsuchende und Bremer über den Fußball zusammen

Spielerische Integration

Habenhausen. Wenn der „FC Europa“ auf das Team von „Enjoy Bremen“ trifft, spielt der Fußball nur am Rande eine Rolle.
27.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Markwort

Habenhausen. Wenn der „FC Europa“ auf das Team von „Enjoy Bremen“ trifft, spielt der Fußball nur am Rande eine Rolle. Viel wichtiger ist es, dass in den beiden Teams, die beim dritten „Interkultur-Cup“ im Finale aufeinandertrafen, Spieler mit und ohne Migrationshintergrund gegeneinander gespielt haben.

„Wir wollten bei der ersten Austragung dieses Turniers vor drei Jahren dazu beitragen, auf sportliche Weise diese unsäglichen Grenzen zwischen Bremerinnen und Bremern und den vielen Neubürgern aus aller Welt im Alltag abzubauen und dem gegenseitigen Misstrauen entgegenzuwirken“, erklärt Mit-Organisator Marc Gobien vom Verein „Serve the City Bremen“ das Grundprinzip. Gemeinsam mit dem Bremer Jugendring, Bremer Fußball-Verband und CVJM haben Gobien und rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Verlauf des Freundschaftsturniers im „Soccer-King“ in Habenhausen gesorgt.

Angemeldet waren vier Jugend-und zwölf Erwachsenenteams. „Aufgrund von Krankheit sind dann aber leider einige Teams kurzfristig ausgefallen“, erzählt Gobien. „Bemerkenswert war außerdem, dass von den letztlich zwölf anwesenden Mannschaften zehn ein kulturell gemischtes Team gestellt haben.“ Also dem Sinn des Turniers voll entsprochen hätten. Es gab sogar ein Team, in dem zwei Frauen gekickt haben. „Dafür gab es bei der Siegerehrung einen Sonderpreis für ‚das bunteste Team‘,“ erzählt Gobien.

Über den Bremer Jugendring ist in diesem Jahr auch erstmals ein Medienteam initiiert worden. Fünf Jugendliche haben in Kooperation mit einer Medienpädagogin einen Film über das Turnier gedreht. Es wurden Spieler interviewt, und die Atmosphäre wurde eingefangen. „Der Film wird nun geschnitten, bearbeitet und nach Fertigstellung veröffentlicht“, kündigt Marc Gobien an, der den Kooperationspartnern (Bremer Jugendring, „Werder bewegt“, Konsul-Hackfeld-Haus, Soccer-King Bremen) für die gute Zusammenarbeit dankte.

Aus dem Topf für Integrationsarbeit hatte der Bremer Jugendring 1400 Euro zur Verfügung gestellt. Sämtliche Spiele wurden ohne Schiedsrichter ausgetragen. Ein Spielbeobachter stand den Teams zur Seite, falls keine Einigung erzielt werden konnte. Nach dem Spiel haben die Mannschaften sich gegenseitig in der Fairness bewertet und Punkte verteilt. Als fairste Mannschaft erhielt das Team "International Miku“ von der Arbeiterwohlfahrt Bremen Eintrittskarten für ein Bundesligaspiel des SV Werder Bremen.

Den Sieg bei den Erwachsenen trug „Enjoy Bremen“ davon, als Siegprämie gab es 60 Minuten im Soccer-King sowie eine Goldmedaille. Zweiter wurde der „FC Europa“; Dritter die Mannschaft vom „Werder Bremen Spielraum„. Bei den Jugendlichen setzte sich das Team “Hasenbüren„ vor “Atfal-ul-Ahmadiyya“ und „Die Elfenbeinküste“ durch.

„Es war eine durchweg gelungene Veranstaltung“, betonte Marc Gobien, der sich sehr über den Besuch von Sozialsenatorin Anja Stahmann bei der Abschlussveranstaltung freute. „Dort konnte sie direkt vor Ort erleben, wie leicht Menschen aus unterschiedlichen Kulturräumen über den Fußball ganz unbürokratisch in die Gesellschaft integriert werden können“, konstatierte Gobien, der bereits kurz nach Turnierende mit den Planungen für die vierte Auflage begonnen hat.

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