Erklärung zur Galopprennbahn

Sport Forum der SPD will Sportpark

Das Forum Sport der Bremer SPD hat sich in einer Erklärung für den Erhalt von Sportflächen und den Umbau der Galopprennbahn zu einem „Sportpark Ludwig-Roselius-Allee“ ausgesprochen.
20.02.2017, 00:00
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Von CHRISTIAN HASEMANN
Sport Forum der SPD will Sportpark

Reiner Holsten, der Vorsitzende des „Forums Sport“ der Bremer SPD, vor dem Areal der Galopprennbahn, das die sportlichen Sozialdemokraten auch für sportliche Aktivitäten erhalten möchten.

PETRA STUBBE

Das Forum Sport der Bremer SPD hat sich in einer Erklärung für den Erhalt von Sportflächen und den Umbau der Galopprennbahn zu einem „Sportpark Ludwig-Roselius-Allee“ ausgesprochen.

Das Forum ruft zum Dialog auf und schließt sich damit den ähnlich lautenden Forderungen aus den Beiräten Hemelingen und Vahr an.

Natürlich unterstütze das SPD-Forum grundsätzlich Wohnungsbau, aber „an der richtigen Stelle“, sagt Reiner Holsten, Vorsitzender des Forums Sport. Das Forum ist die Nachfolgeorganisation der Landesarbeitsgemeinschaft Sport der Landes-SPD und steht allen Interessierten, auch ohne Parteibuch, offen. Holsten macht deutlich: „Wir stellen uns gegen den Beschluss der Baudeputation, alles plattzumachen.“ Und: „Wir wollen uns nicht sagen lassen, dass wir nichts gemacht haben.“

Eine moderate Bebauung der Randbereiche hält der Vorsitzende aber durchaus für möglich. „Aber es muss ein intensiver Dialog mit den Vereinen und den Menschen vor Ort stattfinden und nicht über deren Köpfe hinweg entschieden werden.“ Holsten gibt außerdem zu bedenken: „Die gesamte Gegend ist schon jetzt dicht bebaut, und der Bremer Osten ist sehr, sehr stark von Industrie geprägt.“ Für die Menschen vor Ort müssten Bewegungsräume erhalten bleiben.

Reiner Holsten fordert Ersatz für jede Sportfläche, die weichen muss. „Es kann nicht sein, dass Sportflächen zugunsten einer anderen Nutzung verschwinden, wenn nicht gesagt wird, wo Alternativen entstehen.“ Im Übrigen sehe auch das Bremer Sportfördergesetz eine Inanspruchnahme von Sportflächen nur bei Ersatz vor. „Das Gesetz ist auf unserer Seite, der Sport soll gefördert werden“. So stehe es auch in der Bremer Landesverfassung.

Kern eines Bewegungsraums, oder auch Sportparks, wie es im Papier heißt, könnte weiterhin der Galopprenn- und der Golfsport für „jedermann“ sein. Der Golfsport vor Ort hebe sich deutlich von teureren Golfclubs ab, sagt Reiner Holsten. Zum Vergleich: Eine Vollmitgliedschaft kostet auf der Golfanlage 770 Euro im Jahr – immer noch sehr viel Geld für Menschen in den eher sozial benachteiligten Stadtteilen Vahr und Hemelingen. Es sind aber auch Tages- und Wochenendkarten möglich. „Es kann jeder hingehen und reinschnuppern. Jeder hat die Möglichkeit, eine neue Bewegungsform zumindest kennenzulernen. Wichtig ist uns die Bewegung an der frischen Luft“, sagt Reiner Holsten. Andere Golfclubs hingegen nehmen Jahresbeiträge von bis zu 1000 Euro und mehr. Dazu kommen meist noch Vereins-Eintrittsgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro.

Ein weiteres Argument im Positionspapier: Eine Galopprennbahn stünde der Metropolregion Bremen gut an und unterscheide Bremen von Provinzstädten. Das Forum verweist außerdem auf den Standortfaktor Sport: Dieser mache eine Stadt für die Bürger attraktiv. „Für eine Randbebauung wären doch die Sportangebote toll. Es ist unheimlich attraktiv, wenn Sportangebote direkt vor der Haustür liegen“, betont Reiner Holsten.

Um jeden Preis an der Galopprennbahn festhalten möchte Reiner Holsten allerdings auch nicht. Er sieht aber zumindest Chancen für einen Erhalt: „Es ist eine exzellente Anlage, unter Umständen könnte die Anlage ja verkleinert werden.“ Dafür müsse man mit dem Verein sprechen. „Wo ein Problem ist, ist auch immer eine Lösung.“ Was das Forum auf keinen Fall möchte: „Es kann nicht sein, dass die Sache still und leise baden geht.“ Das Forum erklärt sich mit den Beiräten Hemelingen und Vahr solidarisch und verweist auf das Credo „Demokratie wagen – Beiräte stärken“, das nach der ­geringen Wahlbeteiligung bei den letzten Bürgerschaftswahlen ausgerufen worden war und für mehr Bürgerengagement sorgen soll.

Am Dienstag, 21. Februar, um 19.30 Uhr wird die Galopprennbahn auch wieder Thema im Beirat Vahr sein. Dort werden die Mitglieder des Regionalausschusses Galopprennbahn gewählt. Der Regionalausschuss setzt sich aus Mitgliedern der Beiräte Vahr und Hemelingen zusammen. Von dem gemeinsamen Gremium versprechen sich die Beiräte mehr Gewicht in der Diskussion über die Zukunft der Galopprennbahn.

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