Virtuelles Basketball-Trainingslager

Nachwuchs auf virtueller Korbjagd

25 Mädchen und Jungen nehmen am 1. Capricamp der Basketball-Akademie Bremen-Süd teil. Sie haben viel Spaß, erhalten Anleitung von erfahrenen Trainern und Feedback von Jungprofis.
14.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Markwort
Nachwuchs auf virtueller Korbjagd

Kameramann André Kastenbein (von links) setzt Jerry Ndhine, Trainer-Sohn Dario Stojanovski und Thomas Senff-Binder in Szene.

Dejan Stojanovski

Sein gutes Gespür für hoffnungsvolle Nachwuchstalente stellt Dejan Stojanovski bereits seit mehreren Jahren unter Beweis. Der Gründer und Leiter der Basketball-­Akademie Bremen-Süd hat zahlreiche Nachwuchsspieler entdeckt, ihnen den nötigen Feinschliff verpasst und sie schließlich über die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) sowie die Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) an den Seniorenbereich herangeführt. Da aufgrund der Covid-19-Pandemie derzeit nicht an Basketball in gewohnter Form zu denken ist, hat sich der umtriebige Trainer nun etwas Besonderes ausgedacht: Direkt zu Jahresbeginn veranstaltete Stojanovski gemeinsam mit zahlreichen Trainern das erste Online-Basketball-­Camp. 25 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 18 Jahren hatten sich für das 1. „Capricamp“ angemeldet und nahmen via Computer von ihrem jeweiligen Zuhause aus teil.

Auswertung per Videoaufzeichnung

Fünf Tage lang trainierte Stojanovski die Teilnehmer am Ball, vermittelte ihnen die nötige Technik und gab außerdem zahlreiche Tipps. Zweimal täglich wurden von Kameramann André Kastenbein „tolle und professionelle Videos“ (Stojanovski) aufgezeichnet. Die Teilnehmer ahmten die verschiedenen Übungen am Ball im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten nach und wurden anschließend bewertet.

Neben Dejan Stojanovski unterrichtete Athletiktrainer Thomas Senff-Binder die jungen Basketballer in Sachen Koordination, Ausdauer und Kraft, am Ende eines jeden Tages versammelte Niklas Dettloff vom Organisationsteam den Nachwuchs schließlich zu einem „Zoom-Meeting“. Dort bekamen die Teilnehmer ein Feedback von den Coaches, erhielten Ratschläge zum Sozialverhalten und konnten sich mit erfahrenen Basketballern austauschen.

Stojanovski zur Seite standen dabei der 18-jährige Jerry Ndhine, der zur Zeit in der U 19-Regionalliga und in der NBBL für die EWE Baskets auf Korbjagd geht und auch im Kader der Oldenburger Bundesliga-Mannschaft steht. Außerdem gesellte sich regelmäßig der 23-jährige Aleiu Ceesay von Zweitligist Itzehoe Eagles (Pro B) zu den virtuellen Zusammentreffen hinzu. Ein großes Hallo unter den Mädchen und Jungen entfachte zudem Jonathan Malu, ehemaliger Bundesliga-Profi von Alba Berlin und Ex-Nationalspieler des Kongo.

Für den 15-jährigen Elias Nold, der gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Schwester Aliyah teilgenommen hatte, war das virtuelle Trainingslager eine Bereicherung: „Ich fand das Camp gut wegen der Meetings und weil man sich mit anderen austauschen konnte.“ Für die beiden Geschwister sei es „wie in einem Team“ gewesen, versichern sie übereinstimmend, „die Theorie und das mentale Training waren richtig gut und haben uns sehr geholfen.“ Gefallen habe den beiden außerdem, „dass wir die Aufgaben selbstständig umsetzen mussten“, fügt Aliyah hinzu. Sie seien auch begeistert gewesen, dass sie mit erfahrenen Profis in Kontakt kamen. „Die Gastauftritte haben mir gezeigt“, meint Elias, „dass man immer an sich arbeiten muss – oder wie meine Mama sagt: ohne Schweiß kein Preis.“

Seit 2012 führt Dejan Stojanovski die Basketball-Akademie Bremen-Süd. An elf Partnerschulen – sieben Grundschulen und vier weiterführende Schulen in Bremen – bietet Stojanovski gemeinsam mit seinen Trainern derzeit verschiedene Arbeitsgemeinschaften an. Mit individuellen Trainingseinheiten will er auf diese Weise für eine hohe Qualität in der Betreuung der Talente sorgen, diese fördern und auf den Sprung in den Profibereich vorbereiten. „Besonders die Kooperation mit der Oberschule Ronzelenstraße bedeutet für die Schüler eine nahezu ideale Verknüpfung der schulischen Entwicklung und der Trainingsarbeit“, sagt Stojanovski. Dass er mit aufstrebenden Talenten gut zusammen arbeiten kann, hat der Trainer mit B-­Lizenz bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Aktuell trainiert er die U 19 des Basketball-Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg.

Tipps und Tricks für die Teilnehmer

Für einen weiteren Anreiz sorgten Stojanovski und seine Mitstreiter auch während des Camps: Interaktiv wurden Aufgaben erteilt, für deren Bewältigung die Teilnehmer mit Preisen belohnt wurden. „Mir waren vor allem die Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Mentaltraining am wichtigsten“, sagt der Akademie-Leiter. Dabei hätten die Teilnehmer wertvolle Tipps und Tricks bekommen, „um in allen Bereichen besser zu werden“, sagt Stojanovski. „Ich bin sehr zufrieden, es waren sehr professionelle Videos, und ich hatte ein tolles Team, das mit dem nötigen Ernst bei der Sache war.“

Insgesamt habe auch er selbst wertvolle Erfahrungen während des Camps sammeln können, sagt Stojanovski. „Sollte der Lockdown anhalten, sind wir aus dem Stand in der Lage, ähnliche Camps anzubieten.“ Allerdings hofft er, „dass wir möglichst bald wieder normale Camps mit 80 bis 100 Kindern in unserer Halle veranstalten können“. Weitere Informationen zum ersten Online-­Camp und der Akademie gibt es auf der Seite www.basketball-akademie-bremen-sued.de im Internet.

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