Internationales U11-Turnier des FC Union 60

1. FC Köln wiederholt seinen Vorjahressieg

Die Kölner besiegten im spannenden Finale in der Pauliner Marsch Eintracht Frankfurt mit 3:2. Vorher war der FC Bayern negativ aufgefallen, als er gegen Frankfurt für einen Spielabbruch gesorgt hatte.
21.05.2018, 17:44
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Von Stefan Freye
1. FC Köln wiederholt seinen Vorjahressieg

Voller Anspannung verfolgen die Spieler von Eintracht Frankfurt (links, in schwarzen Trikots) und vom 1. FC Köln das entscheidende Neunmeterschießen. Spannender hätte das Finale also nicht sein können. Am Ende gewannen die Kölner mit 3:2.

Christina Kuhaupt

Gegen 12.55 Uhr brach der Jubel aus. Nach dem letzten Neunmeter zum 5:4-Erfolg über die JSG Heidetor gab es nämlich kein Halten mehr für die jungen Kicker des Blumenthaler SV, sie bildeten eine Menschentraube und feierten, was das Zeug hielt. Sascha Borchers, Sprecher des Bremer Baukontor-Junior-Cups, sah sich sogar zu einer launigen Feststellung gezwungen: „Sie sind kein Weltmeister geworden.“–

Davon konnte wirklich keine Rede sein. Die jungen Nordbremer hatten sich den 23. Rang gesichert und ihren Gegner auf den letzten Rang des U 11-Turniers verwiesen. Aber das feierten sie wie Weltmeister – und darauf kam es schließlich auch an bei dem zweitägigen Wettbewerb in der Pauliner Marsch. Die vielen kleinen und großen Gefühle der rund 200 Fußballer aus Deutschland und der Welt sind fester Bestandteil des Programms, ebenso wie die zahlreichen Begegnungen auf und neben dem Platz.

„Die Atmosphäre ist sehr kommunikativ und nicht so verbissen wie sonst“, meinte Otfried Keller, Koordinator vom Gastgeber Union 60. Es wurde eine Menge gefachsimpelt, unter den Spielern eher in kindlicher Form, während die Erwachsenen sich ganz überwiegend für die Fakten interessierten. Dabei gab es viel zu besprechen. „Wir wurden in jeden Spiel maximal gefordert“, meinte etwa Lukas Pankow. Der Trainer des Turnierachten Hannover 96 verband mit der Teilnahme der Niedersachsen denn auch einen Entwicklungsschritt: „Es ging schon zur Sache.“

Pankow weiß allerdings, dass in dieser Altersklasse auch ein spielerisches Element eine Rolle einnehmen sollte. Es ginge deshalb immer um die richtige Mischung zwischen Erfolgsorientierung und kindlicher Leichtigkeit. „Wir fragen uns auch nach Siegen, ob wir wirklich so gespielt haben, wie wir mit dieser Mannschaft spielen wollen“, sagte der 96-Coach. Sein Urteil nach dem Finale, das der 1. FC Köln wie im Vorjahr mit 3:2 nach Neunmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt für sich entschied: „Man hat den Mannschaften schon angemerkt, dass sie anstrengende Tage hinter sich haben.“

Dabei war es im 20-minütigen Endspiel hin und her gegangen, hatten vor allem die unterm Strich aktiveren Kölner die ein oder andere Chance vergeben. Womöglich mussten sie im letzten Turnierspiel aber tatsächlich den vielen starken Leistungen zuvor Tribut zollen. Vor allem die Halbfinals hatten den Finalisten ja eine Menge abverlangt. Später galt es zumindest als kleine Überraschung, dass der Effzeh (3:2 gegen Porto) und die Eintracht (4:3 gegen Fulham) die so hoch eingeschätzte Konkurrenz ausgeschaltet hatten.

„Deutsche Teams sind eben Turniermannschaften, weil sie so effektiv spielen“, meinte Benjamin Eta, Frauen- und Herrentrainer des TuS Schwachhausen. Seine Feststellung galt allerdings nicht für alle deutsche Mannschaften – auch nicht für den Nachwuchs des SV Werder. „Der erste Tag war echt enttäuschend“, bekannte dessen Trainer Sebastian Rother. Immerhin: Nachdem sein Team die Qualifikation zur Masterrunde (Plätze ein bis zwölf) verpasst hatte, lief es in der sogenannten Plusrunde umso besser. Die jungen Bremer gewannen vier ihrer fünf Gruppenspiele und sicherten sich mit einem 2:1 über den HSV schließlich den 13. Platz. „Das war ein guter Abschluss“, so Rother.

Ähnlich zufrieden dürften die anderen Bremer Teilnehmer gewesen sein: Die Blumenthaler feierten den 23. Rang; die BTS Neustadt (21.), der Brinkumer SV (20.) sowie Union 60 (19.) lagen noch ein bisschen besser. Und die SG Findorff (16.) spielte sogar im Konzert der Großen mit, lief sie doch knapp hinter Tottenham Hotspur (15.) ein. Alles gut also? Nicht ganz. Es war am Morgen schließlich zu einem kleinen Eklat gekommen, als die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München abgebrochen werden musste.

Den Grund hatte Alexander Schiller geliefert, der Bayern-Coach. Er war nach einem nicht geahndeten Foul an einem seiner Spieler auf Feld gelaufen und hatte den Schiedsrichter bestürmt. Der junge Unparteiische verwies ihn daraufhin des Platzes, hatte aber keinen Erfolg mit dieser Maßnahme. Stattdessen nahm Schiller gleich seine gesamte Mannschaft vom Feld, und so wurde das Spiel abgebrochen und für die – ohnehin in Führung liegende – Eintracht gewertet. „Das hat seine Vorbildfunktion sehr infrage gestellt“, fand Sascha Borchers.

Konfrontiert mit seinem für allgemeines Kopfschütteln sorgenden Verhalten, gab sich der Trainer zunächst uneinsichtig: Er habe lediglich aus Sorge um seinen Spieler gehandelt und sich mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter gewünscht. Zudem versuchte es Schiller mit einem plumpen Einschüchterungsversuch („Sie schreiben das nicht – verstanden?“). Erst danach räumte er ein, „vielleicht überreagiert“ zu haben. Später fand denn auch ein klärendes Gespräch statt, in dem sich der Bayern-Coach nach Aussage des Unparteiischen für sein Verhalten entschuldigte. Also doch: alles gut. Am Ende war die Episode ja auch nicht mehr als ein kleiner Ausraster vom Trainer des Turnierzehnten.

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