24. Rennen vom 7. bis 12. Januar 1988 1988: Kappes liegt im Clinch mit Thurau

Bremen. Vor dem Start des Rennens im Jahr 1988 knisterte es gewaltig. Vor allem zwischen Didi Thurau und Andreas Kappes.
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Von Klaus-Peter Berg

Bremen. Es knisterte vor dem Start des Rennens gewaltig. Vor allem zwischen Didi Thurau und Andreas Kappes. Die beiden waren kurz zuvor beim Rennen in Köln in der Schlussnacht sportlich und verbal ziemlich aneinander geraten.

So mahnte Patrick Sercu: „Verhaltet Euch sportlich. Ich dulde keine Animositäten“. Um etwas Dampf aus dem Kessel zu nehmen, gaben sich die beiden Streithähne zunächst lammfromm. Auf die Frage, wer denn gewinnen würde, meinten beide: Danny Clark und Anthony Doyle – sie seien sehr gut drauf. Und tatsächlich: Es trat so ein. Das australisch-englische Paar gewann knapp vor Kappes/Roman Hermann. Didi Thurau spielte mit Urs Freuler auf Platz sechs keine Rolle. Und auch nicht die Sieger von Köln, die Belgier Stan Tourne/Etienne de Wilde. Dabei hatten sie in Köln noch vom „Privatkrieg“ zwischen Thurau und Kappes profitiert und völlig überraschend Platz eins belegt.

Mit einer großen Show waren die Sixdays eröffnet worden. Die Radprofis fuhren unter dem Gejohle der Zuschauer mit Rikschas vor. Und eine Frau schoss – gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Wedemeier – das Rennen an: Entertainerin Desiré Nosbusch. Frauen an der Waffe? Für die Bundeswehr war das in diesen Tagen überhaupt kein Thema. „Keine Frauen in die Bundeswehr für den freiwilligen Dienst mit oder ohne Waffe“ titelte diese Zeitung. Nun ja, für die Sixdays durfte eine Frau dann doch den Abzug drücken.

Weil sich nach den langen Nächten am Freitag, Samstag und Montag am Dienstag nur noch wenige Zuschauer einfanden, entschlossen sich die Verantwortlichen zur Kürzung der Veranstaltung. Schluss war schon am Dienstag. Noch etwas änderte sich grundlegend: Aus den früher verspotteten „Drecks-Days“ oder „Sex-Days“ wurde eine seriöse Veranstaltung. Autoscooter und Kirmes-Atmosphäre wurden aus Halle 4 verbannt, die Dekoration mit Schnoor-Motiven ansehnlicher, aus der Fress-Gasse eine Delikatessen-Avenue und aus der lauten Disco eine Show- und Varieté-Bühne.

Sportlich war auf der Bürgerweide die Hölle los – beim Sechstagerennen und in Halle 5 beim Volleyball-Nationenturnier der Frauen vor 4000 Besuchern.

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