2. Handball-Bundesliga Frauen

Bereit für den nächsten Schritt

Der SV Werder Bremen hat seine Mannschaft weiter verjüngt und will in der neuen Saison der 2. Handball-Bundesliga der Frauen mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
04.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Bereit für den nächsten Schritt
Von Frank Büter
Bereit für den nächsten Schritt

Gruppenbild mit Mann: Chefcoach Robert Nijdam mit den Neuzugängen Merle Heidergott, Victoria Nigbur, Danique Trooster, Nina Engel und Annika Fröhlich (von links).

Oliver Baumgart/hansepixx

Bremen. Die Handballerinnen des SV Werder Bremen starten an diesem Sonnabend mit einem Heimspiel gegen die SG Kirchhof in die neue Saison der 2. Bundesliga (Anpfiff 19.30 Uhr) – und knüpfen damit an die alte, wegen der Corona-Pandemie abgebrochene Serie an. Mitte März hätte es nämlich genau diese Paarung Werder gegen Kirchhof geben sollen, acht Spieltage vor dem geplanten Saisonende. Die Bremerinnen hatten zu dem Zeitpunkt gerade vier der letzten fünf Partien gewonnen und nach Punkten zu den Nichtabstiegsrängen aufgeschlossen. Werder war gut drauf in der Phase, das kann man so behaupten. Und Trainer Robert Nijdam geht sogar so weit, dass er sagt: „Ich glaube nicht nur, dass wir die Klasse gehalten hätten, ich bin mir ganz sicher, dass wir das geschafft hätten.“

Unter Beweis stellen konnten die Grün-Weißen die Aussage ihres Coaches nicht mehr, der Corona-bedingte Lockdown brachte auch den Handballsport zum Stillstand. Immerhin verständigten sich die Verantwortlichen der Handball-Bundesliga Frauen (HBL) nach dem Saisonabbruch darauf, dass es nur Auf- und keine Absteiger geben sollte. Werder war damit also definitiv gerettet – und geht jetzt in die sechste Zweitligasaison nach dem Aufstieg im Jahr 2015.

Die Vorbereitung auf diese Serie war, nun ja: schwierig. Erst in den letzten Wochen war wieder so etwas wie ein geregelter Trainingsbetrieb möglich. Testspiele wurden nur ein paar wenige bestritten. Doch trotz der widrigen Rahmenbedingungen in diesen Corona-Zeiten sind sie froh beim SVW, dass jetzt – nach fast genau einem halben Jahr – wieder Handball um Punkte gespielt werden darf.

Das Team hat sich dabei personell ein wenig verändert, vier Spielerinnen sind gegangen, fünf sind neu dazugekommen. Vor allem aber ist das Team noch jünger geworden. So ist Merle Heidergott, Rückkehrerin vom Erstligisten Blomberg-Lippe, nach Rabea Neßlage (30) und Kapitänin Denise Engelke (28) mit 25 Jahren bereits die drittälteste Spielerin im Kader. Dieses Trio soll das Team führen, zudem steht Lena Thomas (23) mit ihren Qualitäten in der Abwehr in der Verantwortung.

„Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft, da steckt schon auch einiges an Erfahrung drin“, sagt Trainer Nijdam, der auf einen 16er-Kader baut, auf Kreisläuferin Jordis Mehrtens nach einer Daumen-OP aber noch längerfristig verzichten muss. Gespannt sein darf man sicherlich darauf, wie sich die Jugendnationalspielerinnen Naomi Conze (18) und die jetzt fest zum Kader gestoßene Linkshänderin Nina Engel (17) entwickeln werden. „Das sind beides keine Spielerinnen, die nur die Bank auffüllen“, sagt Werders Jugendkoordinatorin Svenja Schultz. Und auch Nijdam, der in seiner niederländischen Heimat als Coach an der Handball-Akademie in Papendal bereits mit vielen jungen Talenten gearbeitet hat, sieht bei beiden Spielerinnen noch großes Potenzial. „Aber wir müssen beiden auch noch etwas Zeit geben“, sagt der Trainer, der bei Werder einen Vertrag bis Sommer 2022 unterzeichnet hat.

Apropos Heimat: Aus seiner Zeit in Papendal kennt Nijdam auch Danique Trooster (19), die beim SVW jetzt mit Victoria Nigbur (20) das neue Torwartgespann bildet. Als das Angebot von Werder kam, habe sie nicht lange überlegen müssen, sagt Trooster, die mit der Juniorennationalmannschaft der Niederlande schon EM-Silber gewonnen hat. Beim SV Werder will Trooster nun den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen.

Bei Robert Nijdam ist sie da an der richtigen Adresse. Denn der erfahrene Coach hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Spielerinnen individuell besser machen zu wollen. Er möchte die Spielerinnen weiterentwickeln. Ein Saisonziel auszurufen, das an Tabellenplätzen festgemacht ist, das mag er nicht. „Da spielen einfach zu viele Faktoren rein“, sagt er. Klar sei, dass man mit dem Abstieg nichts zu tun haben will. Und dann möchte Robert Nijdam dafür sorgen, dass seine Mannschaft einen attraktiven Handball spielt, „dynamisch, mit positiver Aggressivität, mit viel Emotionen und hohem Tempo“.

Info

Zur Sache

72 Zuschauer auf der Tribüne

Die wenigen Testspiele in der Werderhalle fanden zuletzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zum Start in die Punktrunde der 2. Handball-Bundesliga der Frauen sind unter einem abgestimmten Hygienekonzept und diversen Auflagen (Maske/Mindestabstand) immerhin 72 Zuschauer auf der Tribüne zugelassen. Eine Tageskasse wird es am Spieltag allerdings ebenso wenig geben wie ein Cateringangebot. Die wenigen Tickets wurden im Vorfeld bereits personalisiert vergeben.

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