Handball

Werder ohne Rhythmus und ohne Merle Heidergott

Nach vierwöchiger Pause wollen die Bremer Zweitliga-Handballerinen im Heimspiel gegen den VfL Waiblingen den ersten Sieg einfahren. Eintrittskarten gibt es für dieses Spiel nicht.
16.10.2020, 05:00
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Werder ohne Rhythmus und ohne Merle Heidergott
Von Frank Büter

Bremen. Fast vier Wochen ist es nun her, seit die Handballerinnen des SV Werder Bremen ihr letztes Saisonspiel bestritten haben. Die für Ende September angesetzte Zweitligapartie in Zwickau war wegen eines Coronafalls beim Gegner kurzfristig abgesagt worden, danach sah der Spielplan ohnehin eine Pause vor. „Wir haben in dieser Zeit gut trainieren können“, sagt SVW-Trainer Robert Nijdam, der mit seinem Team zweimal wöchentlich dienstags und donnerstags sogar am Vormittag eine Einheit absolviert. Nijdam sagt aber auch: „Uns fehlt der Spielrhythmus.“ An diesem Sonnabend soll nun wieder ein Spiel stattfinden, um 19.30 Uhr trifft Werder in der heimischen Klaus-Dieter-Fischer-Halle auf den VfL Waiblingen.

Die Ausgangslage ist klar: Werder steht nach drei gespielten Partien noch ohne Punktgewinn da und ist damit Vorletzter. Gegen Waiblingen (4:4 Zähler) soll endlich gepunktet und der komplette Fehlstart vermieden werden. „Der Druck ist da, aber wir schauen nur auf uns und fokussieren uns auf unsere Stärken“, sagt Nijdam. „Im Training zeigen die Spielerinnen ein sehr gutes Niveau. Wenn wir das abrufen, haben wir die Möglichkeit, Waiblingen zu schlagen.“

Es sind schwierige Zeiten aktuell, unabhängig von der sportlichen Ausgangslage. „Wir müssen vorsichtig sein“, sagt Robert Nijdam mit Blick auf die gestiegenen Infektionszahlen im Stadtgebiet. Grippe oder Corona? Wer sich krank fühlt, solle besser zu Hause bleiben, sagt der Coach. Apropos: Weil Bremen derzeit als Risikogebiet eingestuft ist, durften Nina Engel und Naomi Conze in dieser Woche nicht am U 18-Lehrgang des Deutschen Handball-­Bundes (DHB) in Kienbaum teilnehmen. Die beiden im Rückraum spielenden Nachwuchstalente hatten eine Einladung vom neuen U 18-Nationaltrainer Gino Smits erhalten. Naomi Conze hat bereits elf Länderspiele für den DHB bestritten, Nina Engel – mit 15 Treffern bisher Werders beste Werferin – war zwar bereits bei mehreren Lehrgängen, wartet aber noch auf ihr Debüt im DHB-Trikot. „Schade für die beiden, aber gut für uns, denn so konnten sie hier mittrainieren“, sagt Robert Nijdam.

Nicht mittrainieren konnte derweil Merle Heidergott (bisher 14 Tore in drei Partien). Die 25-Jährige, im Sommer vom Erstligisten HSG Blomberg-Lippe an die Weser zurückgekehrt, hat aufgrund von Rückenproblemen zuletzt zwei Wochen aussetzen müssen und steht auch gegen Waiblingen noch nicht wieder zur Verfügung. Zudem musste sich eine Stammspielerin kurzfristig in eine angeordnete Quarantäne begeben, ob sie am Sonnabend mitwirken darf, ist noch unklar. „Wir werden keinerlei Risiko eingehen“, sagt Robert Nijdam. Er sei grundsätzlich froh, dass hier zurzeit noch gespielt werden dürfe, anders als in seiner niederländischen Heimat, „da geht im Moment nichts mehr“.

Der Spielbetrieb läuft also noch wie geplant, die Corona-Pandemie hat aber Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen. Inklusive aller am Spiel beteiligten Personen dürfen in Bremen momentan höchstens 100 Menschen an Veranstaltungen teilnehmen. Für das anstehende Heimspiel muss die Zuschauerzahl deshalb an diese Personen-Obergrenze angepasst werden, teilte der Verein auf seiner Homepage mit. Es wird also keinen offiziellen Ticketverkauf geben, zugelassen sind neben den aktiv und passiv am Spiel beteiligten Personen und Medienvertretern lediglich einige wenige Angehörige der Spielerinnen.

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