Hockey Bremer HC wieder im Training

Die Zweitliga-Damen des Bremer HC bereiten sich auf die Meisterrunde der wohl ungewöhnlichsten und längsten Hockeysaison vor. Personelle Verstärkungen aus dem Ausland sind dabei nicht vorgesehen.
20.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremer HC wieder im Training
Von Frank Büter

Die Schneemassen sind abgetaut, der Kunstrasenplatz am Heinrich-Baden-­Weg in Oberneuland ist wieder frei. Und weil derzeit auch in den Abendstunden Plusgrade herrschen, ist jetzt auch wieder ein reguläres Training möglich. Sehr zur Freude der Hockeydamen vom Bremer HC, die Mitte Januar schon einmal kurz auf den Platz zurückgekehrt waren, nach dem Wintereinbruch aber ihre Einheiten wieder individuell absolvieren mussten.

Athletik-Training online via Zoom ist indes kein vollwertiger Ersatz für gemeinsame Einheiten auf dem Platz. Auch Cheftrainer Martin Schultze ist froh, dass es endlich wieder losgehen kann. Die Hallensaison ist Corona-bedingt bekanntlich entfallen, im November und Dezember war Hockey komplett lahmgelegt. „Wenn man dann plötzlich auch noch jedes Wochenende frei hat, fehlt mir einfach der Rhythmus“, sagt Schultze. Ab sofort also gibt es für den Coach zumindest wieder diese Trainingstage als Fixpunkte.

Als Bundesligaklub darf der Bremer HC dank einer Sondergenehmigung auch in Corona-Zeiten trainieren. Dabei werden vor den Einheiten Schnelltests durchgeführt, zudem wird mit Maske trainiert. Mit einem 20er-Kader hat der BHC an diesem Donnerstag nun die Vorbereitung auf den letzten Teil der wohl ungewöhnlichsten und längsten Hockeysaison aller Zeiten aufgenommen. Eine Zweitliga-Feldsaison, die im Spätsommer 2019 begonnen hat und nun im Juni 2021, also nach dann fast 22 Monaten, abgeschlossen werden soll. Mit einer eigens eingeführten Meisterrunde, mit der quasi die Zeit bis zum Sommer überbrückt wird, um danach in den bewährten Modus zurückkehren zu können.

In diesem A-Pool misst sich der Bremer HC ab dem Wochenende 24./25. April in Hin- und Rückspiel mit Club Raffelberg, Eintracht Braunschweig, Crefelder HTC und Bonner THV. Der Poolsieger ist Meister der 2. Bundesliga Nord und steigt in die erste Liga auf. Da die Punkte aus Hin- und Rückrunde mitgenommen werden in diese Pool-Runde, ist im Titelkampf jedoch eher Langeweile angesagt. Der Rückstand des Bremer HC auf den Führenden Club Raffelberg beträgt nämlich schon elf Punkte. Realistisch sei die Meisterschaft nicht mehr, sagt auch Trainer Martin Schultze. Er sagt aber auch: „Wir werden uns seriös vorbereiten und versuchen, die maximale Anzahl an Punkten zu holen.“

Seriös vorbereiten mit den Spielerinnen, die vor Ort sind. Vor Corona hat sich der Bremer HC gerne auch mit Spielerinnen aus Südafrika, Argentinien oder Malaysia verstärkt. Importe aus dem Ausland sind aktuell indes kein Thema, sagt Schultze. Es sei viel zu unsicher, so etwas zu planen. Damit ist auch eine Rückkehr des malaysischen Trio mit den torgefährlichen Angreiferinnen Nuramirah Shakirah (14 Treffer in der Hinrunde) und Nurmaizatul Hanim Syafi (4) sowie Verteidigerin Juliani Binti Mohamad Din endgültig vom Tisch. Lea Albrecht wiederum ist zwar als Stammkraft vorgesehen, die 25-Jährige lebt und studiert allerdings in den Niederlanden und nimmt somit nicht am Training teil. Paula Heuser (Studium in Frankfurt), Allia Janke (Studium in Berlin) und Paulina Liesenhoff (Studium in München) haben sich zudem ganz aus dem Kader verabschiedet.

Verstärkung erhält das Team aus dem eigenen Nachwuchs, allen voran durch U 19-Nationalspielerin Lena Frerichs, die aktuell mit Teamkameradin Greta Schulze an einem mehrtägigen DHB-Kaderlehrgang in Bochum teilnimmt. Des Weiteren sind mit Jahresbeginn auch Lilly Bode, Johanna Mühl und Charlotte Müller in den Damenbereich aufgerückt. Für das Team um Kapitänin Laura Frank (ehemals Lippmann) stehen in den kommenden Wochen zunächst nur Trainingseinheiten auf dem Programm. Erste Testspiele etwa gegen die Erstligisten Uhlenhorster HC oder Uhlenhorst Mülheim sind ab dem 20. März geplant.

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