In der Fußball-Bremen-Liga ist Spannung bis zum Schlusspfiff angesagt Abstiegslotto Zwei aus Fünf

Der letzte Spieltag der Bremen-Liga hat es in sich: Fünf Mannschaften sind noch vom Abstieg bedroht, vier davon stehen sich in direkten Duellen gegenüber. Besonders diese beiden Abstiegsendspiele sorgen für Spannung.
11.06.2012, 13:27
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Der letzte Spieltag der Bremen-Liga hat es in sich: Fünf Mannschaften sind noch vom Abstieg bedroht, vier davon stehen sich in direkten Duellen gegenüber. Besonders diese beiden Abstiegsendspiele sorgen für Spannung.

Bremen. Wer sich das wohl ausgedacht hat? Der Spielplan der Fußball-Bremen-Liga, ein einziges Gedicht. Der Kampf um die Meisterschaft verlief ja nicht gerade spannend. Zwar möchte der Bremer SV das letzte Saisonspiel gegen den Meister FC Oberneuland mit einer kleinen Party auf dem Panzenberg feiern. Aber die Musik spielt auf anderen Plätzen. Fünf Mannschaften sind vom Abstieg bedroht, vier treten im heutigen Saisonfinale (15 Uhr) gegeneinander an, zwei wird es erwischen.

Der VfL 07 empfängt den SV Türkspor, und der TS Woltmershausen erwartet den 1. FC Burg. Nur der TSV Wulsdorf aus der Mitte der Abstiegszone hält sich mit dem Gastspiel beim Blumenthaler SV ein bisschen raus aus dem direkten Klassenkampf. Besser kann man das aber eigentlich gar nicht planen. Das finden die Trainer der beteiligten Teams aus Bremen-Stadt auch. Es fällt schon auf, dass sowohl Udo Klöpping vom TS Woltmershausen als auch VfL-Coach Helge Horn von großer Vorfreude berichten – und dabei auch noch ziemlich glaubhaft wirken.

„Ich bin noch vom alten Schlag und habe richtig Bock auf solche Spiele“, sagt Horn. Viel schlimmer wäre es doch, wenn am letzten Spieltag der Zehnte gegen den Elften antreten würde – da könne man ja gleich den Grill rausstellen. Auch Udo Klöpping findet Gefallen an der außergewöhnlichen Konstellation. Die Partie gegen den 1. FC Burg habe „in jeder Hinsicht Finalcharakter“, und der TSW-Trainer mag das.

TSW wieder mit Marko Lovric

Seine Mannschaft geht ebenso wie der VfL mit einer ziemlich eindeutigen Maßgabe ins Spiel: Ein Sieg sichert in jedem Fall den Klassenerhalt, weniger sollte es aber nicht sein. Den Findorffern reicht ein Unentschieden in keinem Fall; in Woltmershausen rettet man sich mit einem Remis nur, wenn der TSV Wulsdorf in Blumenthal – bei der schlechtesten Rückrundenmannschaft – deutlich verliert. Darauf will man denn auch nicht hoffen.

„Wir müssen schon gewinnen“, sagt Klöpping. Was die Personalsituation betrifft, erreichten den Trainer gute wie schlechte Nachrichten vor dem Spiel der Spiele. Dass Marko Lovric nach beruflich bedingter Pause wieder mitmachen kann, ist natürlich ein großer Vorteil. Acht Wochen lang fehlte der Torjäger. Heute gibt er seine Abschiedsvorstellung auf der Hanseatenkampfbahn, denn Lovric wird – erneut beruflich bedingt – kürzer treten in der kommenden Saison. Die verbringt Florian Meyer beim Bremer SV. Ob der Spielführer noch einmal für Woltmershausen aufläuft, ist dagegen ungewiss. Seine Oberschenkelverletzung könnte dafür sorgen, dass der TSW ausgerechnet im wichtigsten Saisonspiel ohne den Spielgestalter auskommen muss. Der Trainer ist eher skeptisch: „Aber vielleicht haben wir Glück und es reicht.“

Während beim Vorletzten also der Ausfall eines zentralen Spielers droht, macht man sich beim Schlusslicht kaum noch ernsthafte Gedanken über verletzte und verhinderte Spieler – eine Art Selbstschutz. Wie die Personallage aussieht? „Beschissen, wie eigentlich immer“, sagt Helge Horn. Sein Kapitän Tobias Schöttker wird aufgrund einer Oberschenkelverletzung fehlen; Florian Mühle, weil er bei der Bundeswehr gebraucht wird. Zudem ist der Einsatz des angeschlagenen Stammkeepers Sebastian Starker fraglich. „Ich kenne das ja nicht anders“, so Horn.

Er beschäftigt sich da schon viel lieber mit dem vergangenen Spieltag, dem 2:1-Sieg beim FC Oberneuland, der dem VfL erst das Endspiel ermöglichte. „Wir haben gekämpft und wurden belohnt“, unterstreicht der Trainer, und das darf man durchaus auch als Hinweis für das heutige Spiel betrachten. Sie wollen also unbedingt die Klasse halten, man spürt es. Sollte es anders kommen, würde man beim VfL 07 und in Woltmershausen allerdings auch bemerkenswert gelassen damit umgehen.

Helge Horn: „Die Landesliga ist fast dasselbe, aber für die Jungs ist es schon schön, in der höchsten Liga zu spielen.“ Andererseits: Natürlich könne es auch Spaß machen, eine Spielklasse tiefer in der Spitzengruppe mitzumischen. Der TS Woltmershausen kennt dieses Gefühl noch gut. Er stieg erst 2011 hinter dem FC Union 60 aus der Landesliga auf. „Wir haben die Bremen-Liga sowieso immer als Abenteuer gesehen, ein Abstieg wäre vielleicht mit einer gewissen Enttäuschung verbunden, aber er wäre kein Beinbruch“, sagt Udo Klöpping. Es ändert sich eben auch nicht besonders viel. Wer aus der ersten in die zweite Bundesliga absteigen muss, verliert im großen Stil Fernsehgelder, Sponsoreneinnahmen und Zuschauer. Der Gang von der Bremen- in die Landesliga ist deutlich geschmeidiger. Spannend bleibt die Entscheidung darüber aber trotzdem.

Abstiegslotto Zwei aus Fünf

In der Fußball-Bremen-Liga ist Spannung bis zum Schlusspfiff angesagt

Das Tabellenende der Bremen-Liga

11.TuS Schwachhausen29741843:832512.SV Türkspor29731950:1152413.1. FC Burg29722049:962314.TSV Wulsdorf29651842:902315.TS Woltmershausen29641943:932216.VfL 07 Bremen29702235:8421

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