Rennbahn-Gelände in der Bremer Vahr

Ärger über das Ende der Golf-Range

Der Betrieb auf dem umstrittenen Rennbahn-Gelände im Bremer Osten ist endgültig eingestellt. Ende Dezember flogen zum letzten Mal Golfbälle über die Anlage. Nun laufen Gespräche über eine weitere Nutzung der Fläche an.
02.01.2020, 15:28
Lesedauer: 2 Min
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Ärger über das Ende der Golf-Range
Von Mathias Sonnenberg
Ärger über das Ende der Golf-Range

Letzter Abschlag auf der Golf-Range im Bremer Osten: Peter Gagelmann ist verärgert über das Ende der Anlage aus dem Rennbahn-Areal in Hemelingen. Noch ist nicht klar, welcher Sport künftig auf dem Gelände angeboten wird.

Frank Thomas Koch

Auf der Website der Golf-Range steht es kurz und bündig. „Seit dem 01.01.2020 wurde der Betrieb der Golf-Range Bremen eingestellt“, heißt es dort ganz emotionslos. Peter Gagelmann, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter und selbst Hobby-Golfer, kann das alles noch immer nicht so richtig fassen. „Die Plätze sind in einem unglaublich guten Zustand, der Zuspruch der Golfer ist hier ungebrochen, und trotzdem wird die Anlage einfach dicht gemacht“, sagt er. Am 31. Dezember flogen die Bälle ein letztes Mal über die Golf-Anlage, die auf dem umstrittenen Rennbahn-Gelände im Bremer Osten liegt. „Und mehrfach fiel an dem Tag das Wort ,Skandal'“, meint Gagelmann, der auf der Golf-Range vor zwei Jahren seine Platzreife ablegte.

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Nach über 14 Jahren ging am letzten Tag des vergangenen Jahres ein Kapitel Bremer Golf-Geschichte zu Ende. Dort sei es immer um Breitensport gegangen, sagt Gagelmann. Gerade für Menschen, die nicht in exklusiveren Golf-Clubs wie dem Club zur Vahr oder dem Golf-Club Oberneuland die Bälle schlagen wollten, sei die Golf-Range auch ein sozialer Treffpunkt gewesen. Dass es dort nicht mehr weiter gehe, tue erst mal „richtig weh“.

Pachtvertrag für vier Millionen abgekauft

Überraschend kam das Aus allerdings nicht. Bereits im September hatte die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) den Betreibern mitgeteilt, dass sie keine Möglichkeit sieht, den Pachtvertrag zu verlängern. Ursprünglich lief der sogar bis 2034, doch weil Bremen das Rennbahn-Gelände in Bauland umwandeln wollte, hatte man dem Betreiber schon vor längerer Zeit für vier Millionen Euro den Vertrag abgekauft. Pech nur, dass bei der Volksabstimmung im Mai 2019 die Mehrheit der Bremer Wähler gegen eine Bebauung gestimmt hatte. Eine Fortführung der Pacht, erklärte die WFB zuletzt, habe dann nicht geklappt, weil man sich mit dem Golf-Range-Betreiber in einigen Punkten nicht einigen konnte, vor allem über Vertragslaufzeiten und Vermeidung finanzieller Risiken.

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Skandalös findet es Gagelmann trotzdem, dass jetzt keine Zwischennutzung möglich sei. Dabei seien Betreiber und Mitglieder bereit gewesen, die Anlage weiter zu nutzen und zu bewirtschaften. Jetzt müsse die Stadt Geld in die Hand nehmen, um die Flächen zu pflegen. Gagelmann hat auch schon eine Vorahnung, wie das in der Praxis aussehen wird. „Ich befürchte, dass die Anlage jetzt zu einer Hundewiese verkommt.“

Zwischennutzung war keine Option

Auch Andreas Sponbiel, Sprecher der Bürgerinitiative Rennbahngelände, war am letzten Tag der Bremer Golf-Range dabei. Und kann wie Gagelmann nicht verstehen, warum die Zwischennutzung keine Option gewesen sei. „Zumal das ja von Leuten übernommen worden wäre, die das gekonnt hätten, die das Geschäft verstehen.“ Bevor jetzt wieder Geld für Grünpflege ausgegeben werden müsse, wäre das eine gute Alternative gewesen.

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Dafür gebe es Ideen, jetzt immerhin den Trainingsplatz der Golf-Range, die sogenannte Driving Range, zu erhalten. Mit Verantwortlichen des Golfclub Syke habe es erste Gespräche gegeben, ob auf dem Platz nicht Inklusionsgolf angeboten werden könne. „Auch mit dem Martinshof hat es darüber einen Austausch gegeben“, sagt Sponbiel. Ideen gebe es viele, am Ende sollen aber die Bürger darüber abstimmen, wie das Rennbahn-Areal überhaupt genutzt werden könne. Mit Bau-Senatorin Maike Schaefer gibt es am 10. Januar einen Termin, bei dem Sponbiel und seine Mitstreiter erste Vorschläge zur Nutzung machen werden.

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