Fußball-Landesliga

Aksoy führt Vatan Sport aus dem Mittelmaß heraus

Bremen. Eigentlich ist Hakan Aksoy als Trainer des KSV Vatan Sport gut ausgelastet. Doch seine Spieler finden, er könnte auch ganz gut mitspielen in der Fußball-Landesliga. Sie vertrauen der spielerischen Klasse ihres Coaches immer noch.
06.12.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Sie lassen ihn einfach nicht in Ruhe. Eigentlich ist Hakan Aksoy, 38 Jahre alt, als Trainer des KSV Vatan Sport gut ausgelastet. Doch seine Spieler finden, er könnte auch ganz gut mitspielen in der Fußball-Landesliga. Sie vertrauen der spielerischen Klasse ihres Coaches nämlich noch immer.

Schließlich hat Hakan Aksoy früher für Vereine wie den FC Oberneuland, Rotenburger SV oder VSK Osterholz-Scharmbeck gespielt. Im Verlauf der Hinrunde schnürte er tatsächlich ein paar Mal die Schuhe, um als Spielertrainer aufzulaufen. Meistens aber hatte Aksoy seinen Spielern eine Absage erteilt: "Ihr wisst doch gar nicht, wie ich mich nach einem Spiel fühle."

Die Jahrzehnte im ambitionierten Amateurfußball haben ihre Spuren hinterlassen. So drei, vier Tage braucht Hakan Aksoy heute, um sich zu erholen. Also lässt er es lieber. Aber mittlerweile braucht sein Team die Unterstützung ihres Trainers auf dem Feld auch nicht mehr - Vatan Sport ist die Mannschaft der Stunde. Seit sieben Spielen ist der KSV ohne Niederlage, zuletzt verlor die Aksoy-Elf am 16. Oktober. Seitdem gelangen sechs Siege und ein Remis. "Ich bin stolz auf die Jungs", sagt Hakan Aksoy. Nach einem ziemlich schwachen Start war Vatan noch "im Mittelfeld versunken" gewesen. Im Oktober hatte niemand das Team aus Gröpelingen auf der Rechnung. Jetzt wissen vor allem die Mannschaften von oben um die Qualitäten des aktuellen Tabellenzweiten: Die FT Geestemünde (5., 3:2), der SC Lehe-Spaden (4., 5:2) und am vergangenen Wochenende auch der ATSV Sebaldsbrück (7., 5:0) zogen gegen Vatan den Kürzeren.

Nun sollte sich der TSV Grolland warm anziehen. Der Tabellendritte empfängt den Tabellennachbarn am kommenden Sonntag (14 Uhr). "Die Jungs sprechen von einem Finale", sagt Hakan Aksoy lachend. Er würde niemals so weit gehen. Finale - das klingt viel zu sehr nach einer Entscheidung. Für Hakan Aksoy käme das zu früh. Er will die ersten drei Spiele der Rückrunde abwarten. Nur wenn die gut verlaufen, sieht er seine Mannschaft auf dem Weg in die Spitzengruppe der Abschlusstabelle.

Im Moment begnügt sich Aksoy lieber damit, den aktuellen Erfolg als "Ernte der harten Arbeit" zu beschreiben. Nachdem er die Mannschaft im Sommer übernommen hatte, musste man sich nämlich erst mal finden. Zunächst seien einige Kicker überfordert gewesen mit den Erwartungen ihres neuen Trainers, und so dauerte es, bis alles nach Plan lief. Das ist nun der Fall, weshalb Hakan Aksoy auch "nicht überrascht" ist vom zweiten Tabellenplatz. Er hat jetzt auch ein Gerüst gefunden. In der Hintermannschaft hält Brice Ouedraogo den Laden zusammen, vor der Abwehr agiert Anuk Ugur als Staubsauger wie einst Dieter Eilts, und in der Offensive setzt Vatan vor allem auf Erhan Akgün. "Er hat alle Freiheiten", so Hakan Aksoy über den mit 14 Treffern zweitbesten Torschützen seines Teams. Natürlich bezeichnet der Trainer auch Yasin Bilgin, den treffsichersten Stürmer, als ganz wichtigen Spieler. Nur spielt der 17-Tore-Mann derzeit keine Rolle. In der Nachspielzeit des Derbys gegen Tura (2:1) hatte sich

Bilgin eine Rangelei mit einem Gegner geliefert, beide sahen vor rund fünf Wochen die Rote Karte. Sorgen machte man sich bei Vatan jedoch nicht. "Yasin hatte noch nie zuvor Rot gesehen, wir hatten eine Sperre von zwei, drei Wochen erwartet", so Aksoy. Dann aber wurde sein Kicker bis zum 19. März 2012 gesperrt. "Das ist nicht normal", findet Aksoy. Man legte Einspruch ein gegen das Urteil. Vieles läuft gut bei Vatan Sport in diesen Tagen. Alles noch nicht.

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