Kommentar über Trainer-Entlassungen

Aktionismus

Werders Abstiegskonkurrent Düsseldorf hat den Trainer entlassen. Werders Florian Kohfeldt ist noch unantastbar, weil die Führung zu ihm hält. Der Abstieg aber wäre ein hoher Preis, meint Mathias Sonnenberg.
30.01.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Aktionismus
Von Mathias Sonnenberg
Aktionismus

Bei Fortuna Düsseldorf gefeuert: Trainer Friedhelm Funkel.

Rolf Vennenbernd/DPA

Die Verantwortlichen von Werder Bremen werden die Entlassung von Trainer Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf mit höchstem Interesse verfolgt haben. Der Club befindet sich allerdings in bester Gesellschaft der Abstiegskonkurrenten aus Köln oder Mainz, die auch schon den Trainer opferten. Bei Werder steht das Wort Trainer-Entlassung auf dem Index. Weil die Bosse noch immer der Meinung sind, dass Florian Kohfeldt die Werder-Idee auf Sicht am besten umsetzen kann.

Die spannende Frage ist: Wie tief darf Werder dabei stürzen? Christian Streich, Kult-Trainer des SC Freiburg, durfte 2015 absteigen, um ein Jahr später in die Bundesliga zurückzukehren und seinen Verein dauerhaft im Oberhaus zu etablieren – das sogenannte Freiburger Modell funktioniert. Es gibt keine Garantie, dass Kohfeldt mit Werder Ähnliches gelingen könnte. Dabei ist ein Trainer-Rauswurf oft nur der pure Aktionismus, um später nicht dem Vorwurf der Tatenlosigkeit ausgesetzt zu sein.

Werder ist noch nicht abgestiegen. Und der Verein hat oft gezeigt, dass er mit Erfolg andere Wege geht als die Konkurrenz. Der Abstieg aber wäre ein verdammt hoher Preis für den anderen Weg.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+