Daniel Reck spielt gegen 1. FC Köln Auf Vaters Spuren im DFB-Pokal

Braunschweig. Gebannt verfolgte Werders früherer Torwart Oliver Reck am 1. Juni in seinem Urlaub in Andalusien die Auslosung zur ersten DFB-Pokalrunde. Würde der Trainer von Zweitligist Fortuna Düsseldorf mit seiner Elf etwa zu FT Braunschweig müssen?
14.08.2014, 00:01
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Von Thomas Schulz

Gebannt verfolgte Werders früherer Torwart Oliver Reck am 1. Juni in seinem Urlaub in Andalusien die Auslosung zur ersten DFB-Pokalrunde. Würde der Trainer von Zweitligist Fortuna Düsseldorf mit seiner Elf etwa zu FT Braunschweig müssen? Es ist nicht so, dass Reck diesen Gegner übermäßig gefürchtet hätte – es war vielmehr ein ganz besonderer Reiz dieser Paarung. Denn bei dem Regionalliga-Aufsteiger steht sein Sohn im Tor.

Daniel Reck saß neben seinem Vater, als die Lose gezogen wurden. „Klar haben wir geflachst, dass wir gegeneinander spielen könnten“, sagte Daniel. Es kam anders. Der Fortuna wurden die Würzburger Kickers zugelost, und irgendwie war Reck junior darüber erleichtert. „Sicher wäre ein Familienduell witzig gewesen. Doch ein Pokalspiel hat eben sportliche Bedeutung. Für Papa ist es deshalb so sicher leichter.“ Daniel Reck darf sich mit den Freien Turnern Braunschweig dafür auf den 1. FC Köln freuen. „Das wird der bisher größte Tag für den Verein und ein absoluter Höhepunkt für mich“, sagte der 25-Jährige.

Mehr Spaß hätte ihm möglicherweise noch das Los Werder Bremen bereitet. Schließlich wuchs Reck in Oberneuland auf, und an der Weser begann er auch mit dem Fußball. Allerdings spielte er in Werders C- und B-Jugend im defensiven Mittelfeld. „Ich habe darauf geachtet, dass er seine fußballerische Qualität pflegt“, sagt sein Vater Oliver. Erst der Wechsel in die A-Jugend des VSK Osterholz-Scharmbeck 2004 brachte die Wende. Dort sagte damals Trainer Günter Hermann: „Du musst ins Tor. Du hast die Veranlagung dazu – und die Gene müssen ja auch vorhanden sein.“

Eine Karriere wie sein Vater hat Recks Filius nie angestrebt. „Profi wollte ich nicht werden, und ganz ehrlich – ich glaube, dass ich es auch gar nicht geschafft hätte. Ich habe schon als Kind gemerkt, dass so ein Leben viele Nachteile mit sich bringt. Lieber wollte ich Zeit für Freunde und andere Dinge haben“, sagt Daniel.

Dass er nun in den Blickpunkt rückt, ist irgendwie Zufall, aber auch seinem Talent zu verdanken. An der Uni Braunschweig war vor fünf Jahren ein Platz frei, im Wirtschaftsingenieurwesen ein Studium zu beginnen, nebenher schloss er sich dem damaligen Sechstligisten FT Braunschweig an. „Wir sind dann 2013 in die Oberliga aufgestiegen, 2014 in die Regionalliga durchmarschiert und haben uns für den DFB-Pokal qualifiziert. Jetzt ist mein Zeitplan fürs Studium natürlich etwas durcheinandergeraten“, sagte Daniel Reck.

Zwar versuchen ihn einige gegnerische Fans in Anlehnung an den Spitznamen seines Vaters als „Pannen-Dani“ zu verunsichern. Doch da steht Daniel, der vom Gesicht her den Papa nicht leugnen kann, längst drüber: „Das gehört dazu.“ Und sollte er mit seinen Paraden dem 1. FC Köln eine Pokal-Panne bescheren, liegt FT Braunschweig auch für die zweite DFB-Pokalrunde im Lostopf. Oliver Reck würde diesen Gegner dann sicherlich schon ein wenig mehr fürchten.

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