Drittliga-Handball in Bremen

Habenhausen steigt auf

Der direkte Vergleich mit Cloppenburg war entscheidend: Handballer spielen künftig 3. Liga. Feier mit Bier in der Videokonferenz
09.04.2020, 11:53
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Habenhausen steigt auf
Von Mathias Sonnenberg
Habenhausen steigt auf

Habenhausens Trainer Matthias Ruckh spielt mit dem ATSV künftig in der Regionalliga.

Frank Thomas Koch

Das Drehbuch hätte nicht besser geschrieben sein können: Mitten in die Videokonferenz von Mannschaft und Trainer-Team am Mittwochabend platzte die Nachricht: Der ATSV Habenhausen steigt per Verbandsbeschluss auf und wird in der kommenden Saison in der 3. Liga, der Regionalliga, spielen. „Die Jungs und ich hatten traditionell sowieso schon ein Bier in der Hand, um am Bildschirm miteinander anzustoßen. Aber dann habe ich bei einigen schnell auch noch Gin Tonic, Sekt oder Champagner stehen sehen“, erzählt Trainer Matthias Ruckh, wie die emotionalen Momente abliefen.

Für den ATSV endete damit auch eine Zeit des Wartens und der Ungewissheit. Erst in der vergangenen Woche hatte der Deutsche Handballbund (DHB) seinen Landesverbänden empfohlen, den Spielbetrieb unterhalb der 3. Liga einzustellen und die Saison vorzeitig zu beenden. Auch die Auf- und Abstiegsregelung hatte der DHB in die Hände der einzelnen Verbände gelegt. Am Mittwoch hatte der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) dann entschieden: Stehen zum jetzigen Zeitpunkt zwei Mannschaften punktgleich an der Spitze, entscheidet der direkte Vergleich. Das war der entscheidende Zusatz für den ATSV, der punktgleich mit dem TV Cloppenburg auf Platz eins der Oberliga stand. Das Hinspiel im November hatte Habenhausen mit 33:27 für sich entschieden und damit letztlich auch den Regionalliga-Aufstieg geschafft.

Bis zuletzt hatte es Unsicherheit gegeben, für welchen Modus sich der HVN entscheidet. In Sachsen-Anhalt etwa hatten die Funktionäre zuvor erklärt, dass der direkte Vergleich bei Punktgleichheit nur dann entscheide, wenn es ein Hin- und Rückspiel gegeben habe. Sei das nicht der Fall, müsse das Los über den Aufstieg entscheiden. Im Fall der punktgleichen Teams aus Habenhausen und Cloppenburg wäre das so gewesen, denn die Mannschaften haben bislang nur einmal gegeneinander gespielt. „Das hätte ich mir gar nicht ausmalen wollen, wie das dann gelaufen wäre“, sagt Trainer Ruckh.

Aus Cloppenburg habe der Verein bereits Glückwünsche zum Aufstieg bekommen, auch wenn dort laut Ruckh schon großer Unmut über das Verfahren geherrscht habe. „Aber es ging darum, deutschlandweit die fairste Regelung zu finden. Dass wir jetzt davon profitieren, ist natürlich positiv.“

Mit dem Aufstieg hat das Handball-Projekt ATSV das erste Ziel geschafft. „Wir haben unseren Plänen jetzt Taten folgen lassen, das ist extrem wichtig für die weitere Entwicklung“, sagt Ruckh. Für den Verein herrscht Planungssicherheit, auch die Sponsoren wissen jetzt, dass künftig Drittliga-Handball in Bremen gespielt wird. Wann wieder trainiert oder gespielt wird, ist allerdings völlig offen. Für Anfang August ist ein Trainingslager in Dänemark geplant, Ende August soll die Regionalliga-Saison eigentlich starten.

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