Bundesliga BBL bedauert ALBA-Rückzug aus Liga-Gremien

Frankfurt/Main. Die Basketball-Bundesliga hat mit Bedauern, aber auch mit Unverständnis auf die Entscheidung des achtmaligen deutschen Meisters ALBA Berlin reagiert, sich aus allen Gremien der Liga zurückzuziehen.
30.04.2010, 19:50
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Frankfurt/Main. Die Basketball-Bundesliga hat mit Bedauern, aber auch mit Unverständnis auf die Entscheidung des achtmaligen deutschen Meisters ALBA Berlin reagiert, sich aus allen Gremien der Liga zurückzuziehen.

«Das ist bedauerlich, weil sich ALBA damit die Möglichkeit nimmt, konstruktiv an den Entwicklungen in der Liga mitzuwirken», sagte BBL-Sprecher Dirk Kaiser. Die Berliner hatten am 29. April erklärt, dass sämtliche Mitarbeiter des Clubs «ab sofort» ihre Mitwirkung in den Gremien und Arbeitsgruppen der Basketball-Bundesliga (BBL) einstellen. Hintergrund ist ein seit Wochen andauernder Streit um die Schiedsrichter-Leistungen in der BBL. «Wir werden in Zukunft unsere Energie auf die Dinge konzentrieren, bei denen man davon ausgehen kann, dass unser Aufwand auch Früchte trägt», hatte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi erklärt.

Nach dem Heimspiel gegen Frankfurt am 20. März hatte Baldi von einer «Benachteiligung» der Berliner gesprochen und neue Qualitäts- Standards für die Unparteiischen gefordert. Die Liga hatte für diese öffentliche Kritik eine Geldstrafe von 2600 Euro ausgesprochen.

Auch Gespräche zwischen BBL-Geschäftsführer Jan Pommer und Baldi hatten in den Vorwochen keine Annäherung gebracht. Bereits bei der letzten Arbeitsgemeinschafts-Sitzung der Liga am 22./23. April in Tübingen hatte ALBA keinen Vertreter mehr entsandt. Dort war auch über das Schiedsrichterwesen debattiert und unter anderem eine Aufstockung der Bundesliga-Referees von 32 auf 35 diskutiert worden.

Zudem erwägt die Liga, von der kommenden Saison an acht von neun Spielen beobachten und später mit den Schiedsrichtern nachbesprechen zu wollen. Schon jetzt werden rund 75 Prozent der Erstliga-Partien mit den Referees analysiert. «Mit einigen Kritikpunkten hat ALBA vielleicht recht, aber sicher nicht mit allen», sagte Kaiser mit Blick auf die von den Berlinern eingereichten Spielszenen, in denen sich die Hauptstädter benachteiligt fühlten.

Grundsätzlich machte der BBL-Sprecher aber erneut deutlich: «Es gibt keine Benachteiligung von ALBA Berlin.» Der BBL-Mediendirektor hat die Hoffnung auf eine spätere Einigung zwischen beiden Parteien aber noch nicht aufgegeben. «Wer rausgeht, kann irgendwann auch wieder reinkommen», sagte Kaiser.

Neben dem Rückzug aus den AG-Sitzungen, in denen alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden, ist vom ALBA-Rückzug noch der Lizenzliga-Ausschuss betroffen. In dem ist Berlins Geschäftsführer Robert Mayer als Ersatz-Mitglied vertreten. (dpa)

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