Bislang 1200 Anmeldungen für Lauf in Bremen

Beim SWB-Marathon starten auch 110 Polizisten

Für den 15. SWB-Marathon am 6. Oktober in Bremen gibt es bislang 1200 Anmeldungen. Darunter sind 110 Polizistinnen und Polizisten, die dabei ihre deutschen Meister ermitteln.
24.09.2019, 16:17
Lesedauer: 2 Min
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Beim SWB-Marathon starten auch 110 Polizisten
Von Jörg Niemeyer
Beim SWB-Marathon starten auch 110 Polizisten

Ein Bild aus dem Vorjahr: Der drittplatzierte Oliver Sebrantke (rechts), Rekordsieger beim Bremen-Marathon, gratuliert Jan Knutzen zu seinem Erfolg.

Christina Kuhaupt

Christoph Brinkmann eröffnet die Pressekonferenz zum 15. SWB-Marathon mit einem interessanten historischen Exkurs: Der Moderator weist darauf hin, dass Vorjahressieger Jan Knutzen aus Lemwerder mit seiner Zeit von 2:27:01 Stunden bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne die Bronzemedaille gewonnen hätte – mit einigem Rückstand hinter dem Franzosen Alain Mimoun (2:25:00) und dem Jugoslawen Franjo Mihalic (2:26:32) und klarem Vorsprung vor dem Finnen Veikko Karvonen (2:27:47).

Die 42,195 Kilometer von Melbourne hatten 1956 nur 46 Läufer in Angriff genommen, von denen 33 ihr Ziel erreichten. In Bremen werden am 6. Oktober deutlich mehr als 1000 Marathonis männlichen und weiblichen Geschlechts an den Start gehen. Bereits 1200 Meldungen lagen Veranstalter Utz Bertschy am Dienstag vor – dazu kommen etwa 110 Polizisten, die erstmals in Bremen ihre deutschen Meister der Frauen und Männer küren wollen. Vor allem die im beruflichen Alltag Uniformierten dürften auf den Straßen der Hansestadt für eine Tempoverschärfung sorgen. „Wir erwarten Zeiten zwischen 2:25 und 2:30 Stunden“, sagt Bertschy. Damit wird sich Bremen leistungsmäßig also an den Olympischen Spielen von 1956 orientieren – oder eben an der Siegerzeit des Vorjahres.

In Bremen können die Läufer kein Geld verdienen, deshalb haben die Topakteure diesen Marathon nicht in ihrem Kalender stehen. Nun würde es den Aktiven, die 2:25 Stunden laufen, jedoch auch nicht gerecht werden, sie als Breitensportler zu bezeichnen. Ob Polizist oder sonstiger Läufer: Wer sich zeitlich in diesem Bereich befindet, ist schon richtig gut. So gesehen hat Sportsenatorin Anja Stahmann als Schirmfrau des SWB-Marathons recht, wenn sie ihn „als Verbindung von Leistungs- und Breitensport“ betrachtet. Eine Veranstaltung, für die auch schon 3500 Halbmarathon- und 2000 10-Kilometer-Läufer gemeldet haben.

Utz Bertschy - Thema Laufen

Utz Bertschy

Foto: Kuhaupt

„Es gilt, den Teilnehmerrekord von 2016 mit fast 8000 Startern zu knacken“, sagt Marathon-Chef Utz Bertschy. Er freut sich, dass die Polizisten aus den 16 Bundesländern und von der Bundespolizei an der Spitze des Läuferfeldes „für mehr Action, für mehr Qualität“ sorgen werden. „Sicherheit probt Fitness“: Mit diesem Slogan wirbt der Sportbeauftragte der Bremer Polizei, Michael Steines, für „seine“ Läufer. Auch wenn die Polizei im Bereich Marathon, anders als in vielen anderen Sportarten, keine Spitzensportförderung anbiete, „fördern wir gerade das Laufen sehr gern“. Was auch kein Wunder ist, da Fitness doch gerade bei der Polizei eine große Rolle spielt.

Es könnte beim 15. Bremen-Marathon an der Spitze die Post also schneller abgehen als in den vergangenen Jahren, spannender könnte es auch werden. Es wäre ein schöner Nebeneffekt. Ebenso wie die 100-köpfige Delegation dänischer Teilnehmer einen schönen Nebeneffekt hat. Denn sie zeigt nicht nur auf, dass der Bremer Lauf sehr wohl international ausstrahlt, sondern sie hat auch für die Tourismus-Branche der Hansestadt Bedeutung. Egal, ob Dänen oder Teilnehmer aus anderen Ländern und Bundesländern: Wer von weither anreist, bleibt in der Regel auch ein paar Tage, um sich die Stadt anzuschauen und ein bisschen Geld hier zu lassen.

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Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors SWB, ist als bekennender Marathon-Fan und aktiver Läufer am Dienstag der einzige Gast auf dem Podium, der im Vorfeld nicht ganz zufrieden ist. „Ich kann zum zweiten Mal nicht mitlaufen“, sagt er, der sich an diesem besonderen Termin ansonsten (fast) immer mit ehemaligen Schulfreunden zum Laufen verabredet hatte. „Nix geht – alles läuft“: Das Marathon-Motto, an das Utz Bertschy noch einmal erinnert, gilt für den SWB-Chef diesmal also nicht.

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