Fußball in der Pauliner Marsch

Benergie Cup ist ein Magnet für Bremen

Der Benergie Cup bietet Jugendfußball auf fußballerisch höchstem Niveau. Das liegt auch den interessanten Teilnehmern.
13.06.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye
Benergie Cup ist ein Magnet für Bremen

Gaben alles: Der Nachwuchs des FC Porto (blau/weiß) und der TSG Hoffenheim.

Frank Thomas Koch

Der Benergie Cup bietet Jugendfußball auf fußballerisch höchstem Niveau. Das liegt auch den interessanten Teilnehmern.

Nachdem sie das Finale um den Benergie Cup 2016 mit 0:1 gegen die TSG Hoffenheim verloren hatten, sanken einige U 11-Kicker des FC Porto kraftlos auf den Rasen. „Ich dachte, sie gewinnen das Turnier”, sagte Michael Zoll in diesem Moment. Dem sportlichen Leiter ging es ein bisschen wie den Verlierern des Endspiels in der Pauliner Marsch: Er war ziemlich fertig nach zwei Tagen intensiven Turnierlebens („Ich bin im Arsch”), allerdings längst nicht so enttäuscht wie die kleinen Portugiesen. „Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein”, sagte Zoll. Er hatte nämlich einen Wettbewerb gesehen, mit dem „höchsten Niveau, das ich je erlebt habe”.

Michael Zoll muss es wissen, organisiert er das große E-Jugendturnier bereits seit einigen Jahren. Bislang in Delmenhorst, an diesem Wochenende in Bremen, auf der Anlage des FC Union 60. Eine neue sportliche Heimat und zudem die Erweiterung auf 48 Teilnehmer aus aller Welt – da wussten die Organisatoren des Kleinfeldturniers natürlich erst einmal nicht, was auf sie zukommt. Dass es am Ende so viele zufriedene Gesichter gab, führte Zoll nicht zuletzt auf die starke Unterstützung des gastgebenden Vereins zurück: „Vor allem Günter Stratmann ist ein Phänomen, ohne ihn würde das nicht funktionieren.” Der Leiter der riesigen Anlage war zur Stelle, wenn etwas klemmte. Er fand aber auch Gelegenheit, das Finale zu verfolgen – und wurde ein wenig enttäuscht von den zuvor so starken Portugiesen.

„Nach dem Gegentor kam nicht mehr viel von Porto”, sagte Stratmann. Die körperliche Belastung forderte ihren Tribut. „Auch bei Kindern ist irgendwann der Zenit erreicht, und das ist auch gut so”, pflichtete ihm Michael Zoll bei. Der FC Porto hatte stark begonnen und die TSG Hoffenheim unter Druck gesetzt. Nach dem 0:1-Rückstand lieferten sich die Endspielteilnehmer dagegen eine ausgeglichene Partie, und so reichte es für den Turnierzweiten lediglich zu einem Pfosten- (8.) sowie einem Lattentreffer (16.). Das war ein bisschen bitter, doch wirklich lang hielt die Enttäuschung nicht an. Der zweite Platz in einem derart hochklassig besetzten Turnier ist nun wirklich ein tolles Ergebnis.

Auch der Hamburger SV, am Ende Dritter nach einem 4:0 über den FC Malaga, reihte sich ein in die Riege der Top-Mannschaften. Es folgten Schalke 04 (5.), der 1. FC Köln (6.), RB Leipzig (7.), der FC Brügge (8.), Bayern München (9.), Borussia Dortmund (10.), Bayer Leverkusen (11.) und der VfL Wolfsburg (12.).

Das beste Bremer Team landete auf Rang 20, und es war wenig überraschend der Nachwuchs des SV Werder, der ein noch einigermaßen mithalten konnte. Für den 33. galt dies nur bedingt. Zwar hatte der Blumenthaler SV am Sonntag alle Partien gewonnen, aber da bekam er es auch nicht mehr mit der absoluten Spitze zu tun. „Wir sind regional nicht zu schlagen, aber hier nur Kanonenfutter”, sagte Peter Moussalli.

Der sportliche Leiter der Blumenthaler Fußballer gehört auch dem Trainerteam der U 10 an und wollte sich deshalb schon mal einen Eindruck verschaffen, was seine Mannschaft 2017 erwartet. Ihm gefiel, was er sah. „Das ist toll organisiert, ein super Turnier”, so Moussalli. Angesichts der guten Besetzung mit vielen ausländischen Teams und gleich 13 Nachwuchsmannschaften von Erstligavereinen sprach der Blumenthaler gar von einem „Magnet für Bremen”. Relativ weit hinten unter den 48 Teams landeten die Lokalmatadoren des FC Union 60. „Aber ein Gastgeber hält sich eben vornehm zurück”, kommentierte Günter Stratmann den 40. Rang.

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