Hockey

BHC unterliegt dem Tabellenführer

Dass die BHC-Damen dem Spitzenreiter Düsseldorf unterliegen, mit 1:4, war vorhersebar – aber am Sonntag soll gegen Mühlheim ein ganz enges Spiel im Abstiegskampf folgen.
30.03.2019, 19:56
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BHC unterliegt dem Tabellenführer
Von Olaf Dorow

Bremen. Ein Projekt Klassenerhalt kann, wenn man so will, kein Ponyhof sein. Es ist eher so ein über Wochen anhaltender Jetzt-oder-nie-Zustand. Er stresst und schlaucht. Er fordert alles, was man zu geben in der Lage ist. „Das Spiel gewinnt der, der es mehr will“, sagte Mali Wichmann. Die Torfrau des Hockey-Bundesligisten Bremer HC sprach über dieses Spiel an diesem Sonntag gegen Uhlenhorst Mühlheim. Wichmann wollte nicht sagen, dass es das alles entscheidende Spiel gegen den Abstieg ist, das ist es faktisch ja auch nicht. Aber ein gefühltes Ganz-wichtig-Spiel ist es schon. „Wir müssen punkten“, sagte Wichmann, und sie sagte es mit nicht zu überhörender Entschlossenheit. „Das kann den Push geben, den wir bräuchten für die Rückrunde“, sagte Trainer Martin Schultze.

Der BHC, Tabellenletzter mit vier Zählern Rückstand auf den Vorletzten, braucht Punkte. Auch für den Kopf, für die Tabelle sowieso. Zum Auftakt der Rückrunde in der Feldsaison ist es mit Punkten allerdings erst mal nichts geworden. Denn am Tag vor dem Mühlheim-Spiel hatte sich der souveräne Tabellenführer Düsseldorfer HC auf der BHC-Anlage in Oberneuland vorgestellt. Und man konnte auch hinterher behaupten, dass er ein soveräner Spitzenreiter der ersten Liga ist. Er besiegte die Bremerinnen mit 4:1.

Die Bremerinnen hatten dabei keineswegs enttäuscht. Sie hatten einen schönen Treffer erzielt gegen den Favoriten, als Juliane Grashoff in der 30. Minute den Ball bei einer Strafecke links oben in den Torwinkel drosch. Es hätte kurz danach sogar noch spannend werden können, wenn bei einem Konter mehr herausgekommen wäre als eben nur ein Konter. Statt des 2:3 fiel jedoch noch in diesem dritten Viertel das 1:4 durch die Düsseldorferin Lisa Nolte (37.). So kam letztlich in diesem Spiel mit klaren Vorzeichen etwas weniger Spannung heraus, als es sich Schutze erhofft hatte. „Wir haben es einer überragenden Mali Wichmann zu verdanken, dass sich die Niederlage in Grenzen gehalten hat“, sagte der BHC-Trainer, „wir wollten sie mehr ärgern.“

Er hatte ein Duell gesehen, in dem Düsseldorf sich spielerisch überlegen zeigte, schneller reagierte und sich deutlich weniger Fehlpässe erlaubte. Und vor allem: vor dem Tor energischer auftrat. „Vielleicht sind wir da noch zu ängstlich. Die ballern aufs Tor aus allen Lagen“, sagte Schultze. Er konnte wirklich froh sein, dass in seinem Team Mali Wichmann im Tor stand, die so manchen Düsseldorfer Schuss abwehrte.

Wichmann gab hinterher zu, dass der Fokus an diesem Wochenende auf dem Spiel gegen Mühlheim liegt. „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte sie. Ob es für den Bremer HC ein Vorteil ist, dass der Reisestress wegfällt, den der Sonntagsgegner hat, wird sich zeigen. Mühlheim hatte am Sonnabend zunächst in Mannheim anzutreten und musste sich dann auf die lange Fahrt Richtung Norden begeben. Besonders niedergeschlagen wird die Mannschaft die Reise wohl eher nicht angetreten haben. Die Mühlheimer Damen, in der Tabelle immerhin sechs Ränge vor den Bremerinnen platziert, hatten den Tabellenzweiten Mannheimer HC mächtig ins Schwitzen gebracht. Der Mannheimer Siegtreffer zum 4:3 fiel erst sechs Minuten vor Spielschluss.

„Mühlheim wird hoffentlich das etwas engere Spiel“, sagte Martin Schultze nach dem ebenso achtbaren wie deutlichen 1:4 gegen den Tabellenführer, dessen Kader mit A-Nationalspielerinnen gut gefüllt ist. Für die 3:0-Führung vor den knapp 200 Zuschauern hatten Sara Strauß (17.) sowie zweimal per Strafecke Elisa Gräve gesorgt (26., 28.). Beim 3:0 fiel der Treffer genau so, wie Martin Schultze hinterher die Düsseldorfer Spielweise beschrieb. Im Kreuzfeuer der Schüsse saß der dritte Versuch durch Gräve.

BHC: Wichmann, Nyland, Kaste, Hartmann, Galimberti, Jörns, Albrecht, Steikowsky, Bausch, Lüschen, Moroni, Gandolfo Screpante, Liesenhoff, Grashoff, Frerichs, Schabacker, Davidsmeyer

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