Bremen-Marathon Bloß nicht wieder übernehmen

Nur noch etwas mehr als drei Wochen Zeit hat Birgit Perßon bis zum Start des Bremen-Marathons. Die will die Findorfferin effektiv nutzen. Es soll nicht in einer Quälerei enden, wie noch beim Halbmarathon im vergangenen Jahr.
12.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lars Lenssen

Bremen. Mittwochabend, 18.30 Uhr am Markusbrunnen im Bürgerpark. Seit vielen Wochen ein fester Termin für die Laufsportler aus der Trainingsgruppe von Frank Mäusner. Ein kleines Mosaiksteinchen in der gewissenhaften Vorbereitung auf den zehnten Bremen-Marathon. Für viele in der Trainingsgruppe wird es der erste ihres Lebens. Andere sind Wiederholungstäter und aus Überzeugung wieder dabei, weil sie wissen: der Mäusner macht das gut.

„Leute. Ich habe heute drei Absagen wegen Erkältungen bekommen. Eine sogar in Verbindung mit erhöhter Temperatur. Das können wie nicht gebrauchen. Zink, Zink, Zink! Ihr müsst Zink zu euch nehmen, um dagegen anzukämpfen“, sagt Mäusner seinen Schützlingen. Birgit Perßon nimmt es gelassen. Keine Spur von Erkältung bei ihr. Seit eineinhalb Jahren ist sie gesund, läuft so konstant wie ein Uhrwerk.

„Birgit trainiert fleißig und ist immer mit Spaß dabei. Als Trainer macht einem das natürlich Freude. Und wenn man dann noch sieht wie sich ihre Zwischenzeiten entwickelt haben, ist das natürlich auch toll“, sagt Taddeus Magiera, Mäusners Co-Trainer und selbst erfahrener Marathon-Läufer. „Und ihre Halbmarathon-Zeit hat sie phänomenal verbessert“, ergänzt Mäusner. So viel Lob auf einmal ist Birgit Perßon fast schon ein bisschen unangenehm, scheinen dadurch doch auch die Erwartungen an ihr Marathon-Debüt deutlich zu steigen. Und das möchte sie doch eher nach dem Motto angehen: erst tiefstapeln und dann positiv überraschen.

Und gerade mit einem Halbmarathon verbindet die Bremerin schmerzhafte Erinnerungen. Vor einem Jahr lief sie im Rahmen des SWB-Marathons nämlich zum ersten Mal die Halbdistanz über 21 Kilometer. Damals nicht professionell vorbereitet, damals nicht so diszipliniert, wie sie inzwischen ihre Läufe absolviert.

„Bis 17, 18 Kilometer lief eigentlich alles gut. Aber dann bin ich total eingebrochen. Die letzten drei Kilometer waren eine einzige Qual“, erzählt Perßon. Übernommen habe sie sich damals, habe sich von den anderen Läufern mitreißen lassen, sei zu schnell gelaufen. Weil da immer die Angst in ihr gewesen sei, die Letzte zu sein.

„Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist. Aber ich habe einen solchen Gedanken trotzdem immer noch im Hinterkopf“, sagt sie. Dass sie sich diesmal auf der doppelten Distanz erneut übernimmt, scheint so gut wie ausgeschlossen. Nicht nur, weil sie inzwischen schon mehrfach Distanzen von 30 oder 35 Kilometern ziemlich entspannt abgelaufen hat. Sondern auch, weil sie sich dabei immer an die Zwischenzeitvorgaben gehalten hat, die Mäusner anhand ihrer Trainingsleistung ausgerechnet hatte. Und die wurden von Woche zu Woche besser.

„Es ist unglaublich. Es ging mir bei diesen Läufen immer gut und ich laufe inzwischen Zeiten, die ich mir nie hätte vorstellen können“, sagt Birgit Perßon. Es sei faszinierend und super interessant, was Mäusners regelmäßiges und individuell abgestimmtes Trainingsprogramm auslöse.

An diesem Wochenende stehen weitere Einheiten auf dem Programm. „Jetzt muss die Ausdauer stabilisiert werden“, sagt Mäusner seinen Teilnehmern. „An zwei Tagen lauft ihr zusammengerechnet mehr als die Gesamtstrecke eines Marathons.“ Das gebe noch einmal Selbstbewusstsein und zeige Wirkung am Körper.“ Auch Birgit Perßon werden diese Einheiten wieder ein weiteres Stückchen näher an jene magische 42,195 Kilometerdistanz des Marathons heranbringen. Und die Wirkung am Körper ist bei ihr jetzt schon auf optimalem Level. „Ich fühle mich einfach gut“, sagt sie.

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