SWB-Marathon am Wochenende in Bremen

Bremen gewinnt

Einen Tag nach dem Berlin-Marathon haben die Bremer am Montag noch einmal kräftig die Werbetrommel für ihre Veranstaltung gerührt.
26.09.2016, 19:11
Lesedauer: 3 Min
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Bremen gewinnt
Von Jörg Niemeyer

Bremen. „42.195 Finisher“ steht auf dem Trikot, das Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann, SWB-Vorstandschef Torsten Köhne und Veranstalter Utz Bertschy in bester Laune im Rathaus präsentieren.

„Nix geht, alles läuft“: Dieser Slogan des Bremen-Marathons findet ebenfalls ein Plätzchen auf dem Shirt, das am kommenden Sonntag – wenn alles gut läuft – tausendfach den Besitzer wechseln wird. Sogenannte Finisher sind die Athleten, die nach 42,195 Kilometern auf eigenen Füßen das Ziel erreichen. Sie bekommen als Lohn das Trikot, das somit nicht nur ein hübsches Kleidungsstück, sondern auch eine wertvolle Trophäe ist.

Einen Tag nach dem Berlin-Marathon rühren die Bremer am Montag noch einmal kräftig die Werbetrommel für ihre Veranstaltung. In der Hauptstadt waren am Sonntag mehr als 40.000 Läufer gemeldet – etwa fünf Mal so viel wie in Bremen. Die 7700 Meldungen, die Bertschy bislang erreicht haben, bedeuten allerdings Rekord für die Hansestadt. Der Veranstalter, so sagt er, träumt davon, eines Tages die 10.000 zu erreichen. Diese Anzahl an Teilnehmern würde Bremen logistisch wohl noch verkraften, mehr aber nicht.

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Der besondere Reiz des Bremen-Marathons, der am 2. Oktober seine zwölfte Auflage erlebt, besteht darin, dass er im historischen Zentrum der Stadt beginnt und dann über abwechslungsreiche 42,195 Kilometer führt. Da die Aufnahmekapazitäten des Bremer Marktplatzes und des Domshofes allerdings begrenzt sind, würde ein deutliches Plus an Aktiven das Aus für den Start- und Zielbereich der Veranstaltung im Zentrum bedeuten. Und das will niemand – nicht der Veranstalter, nicht der Läufer und auch nicht die Stadt, für die der Marathon längst nicht mehr nur eine Sportveranstaltung ist, sondern auch eine touristische Attraktion.

"Das ist ein schöner Nebeneffekt"

„Der Tourismus boomt an diesem Wochenende“, sagt Senatorin Stahmann, „das ist ein schöner Nebeneffekt.“ Und der dürfte für die Stadt in diesem Jahr noch einträglicher werden, weil am Montag Feiertag ist. Bertschy erwartet Sportler aus 60 Nationen, und diejenigen, die von weiter her anreisen, dürften wohl auch einige Tage an der Weser verbringen wollen. Umso schöner, wenn dann noch die Laufstrecke so attraktiv ist wie in Bremen. Und fast überall auf der Strecke ist es möglich, dass Zuschauer Spalier stehen. Und das tun sie auch – erst recht bei gutem Wetter, das laut Vorhersage am Sonntag herrschen soll.

Was den Bremer Marathon vom Berliner ebenfalls unterscheidet, ist der Leistungsgedanke: Während an der Spree viel Geld auf die weltweit Besten der Szene wartet, wird an der Weser das Image der eher breitensportlich ausgelegten Veranstaltung gepflegt. „Wir schicken niemanden weg, der hier antreten möchte“, sagt Bertschy, „aber wir achten darauf, dass die familiäre Atmosphäre nicht verloren geht.“ So sind Laufzeiten von gut zwei Stunden wie am Sonntag in Berlin auch nicht zu erwarten. Gut möglich, dass Vorjahressieger Oliver Sebrantke aus dem benachbarten Stuhr seinen sechsten Triumph feiert – in einer Zeit von etwa 2:30 Stunden. Seit Sonntag hängen in der Stadt die Streckenschilder und sind die Helfer unter anderem für die Verpflegungsstellen eingewiesen. Die Johanniter werden sich um die medizinische Erstversorgung an der Strecke und im Zielbereich kümmern, mit der Polizei sind alle wesentlichen Dinge besprochen. Die Planungen seien auf Stand, was erklärt, dass Bertschy so tiefenentspannt wirkt, obwohl er eins der größten Feste der Stadt verantwortet.

Abholung der Laufunterlagen erstmals in der ÖVB-Arena

„Passieren kann immer etwas“, sagt er gelassen. Was er sich als Schlimmstes vorstellen könnte? „Ganz kurzfristig ein Wasserrohrbruch auf der Laufstrecke.“ Wahrscheinlich würden Bertschy und seine Helfer auch so ein Problem lösen können. Grundsätzlich jedoch versucht der Veranstalter, so wenig wie möglich zu verändern. Aufgrund von Baumaßnahmen verläuft die Streckenführung im Stephaniviertel an der Schlachte zwar etwas anders als gewohnt, aber ansonsten erwartet Teilnehmer und Bevölkerung nichts Neues. Das heißt jedoch auch: Die Bremer müssen sich am Sonntag zwischen 8 und etwa 16 Uhr wieder auf Verkehrsbehinderungen und -einschränkungen gefasst machen. Und wer seine Laufunterlagen abholen möchte, muss erstmals in die ÖVB-Arena gehen, die Freitag zwischen 14 und 19 Uhr und Sonnabend zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet ist.

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Informationen am Bürgertelefon Der 12. Bremen-Marathon wird am Sonntag, 2. Oktober, um 9.40 Uhr am Rathaus angeschossen. Um 9.30 Uhr starten die Zehn-Kilometer-Läufer, um 11.15 Uhr die Kinder zu ihrem 1000-Meter-Lauf, um 11.40 Uhr die Halbmarathonis. Infos, zum Beispiel über Verkehrseinschränkungen, gibt es im Internet ( www.swb-marathon.de) und am Bürgertelefon unter 04 21 / 3 30 48 20.
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