Bremer Landesverband feiert 50. Geburtstag Bremen ist Mekka des Tanzsports

Der Landestanzsportverband Bremen feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag mit zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen.
22.06.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Bremen ist Mekka des Tanzsports
Von Ruth Gerbracht

Der Landestanzsportverband Bremen feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag mit zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen. Was vor 50 Jahren begann, hat sich im kleinsten Verband zu einer echten Erfolgsgeschichte im Tanzsport entwickelt.

Er ist der kleinste Verband im Deutschen Tanzsportverband – und doch sorgen Bremens Sportler und Funktionäre national und international am meisten für Furore. Und das genau seit 50 Jahren. Ein Jubiläum, das in Bremen in diesem Jahr mit einer großen Anzahl von Veranstaltungen sowie einem Senatsempfang gebührend gefeiert wird. Den Anfang machte im Januar die Bundesliga der Lateinformationen, beendet wird das Jubiläumsjahr mit der Weltmeisterschaft der Lateinformationen im Dezember, ausgerichtet vom Grün-Gold-Club, der maßgeblich an der Gründung des Landestanzsportverbandes Bremen (LTV) beteiligt war.

Gegründet wurde der LTV Bremen 1964 von sechs Einzelpersonen sowie dem Grün-Gold-Club. Als erster Verein schloss sich der TTK Grün-Weiß Vegesack dem Verband an, sodass zu Beginn 295 Aktive in Bremen tanzten. Heute, 50 Jahre später, zählt der Landestanzsportverband mehr als zehn Mal so viele Mitglieder in 27 Vereinen sowie Tanzsport- und Rock ´n´ Roll-Abteilungen in Bremen und Bremerhaven. Doch nicht allein die Mitgliederzahl hat sich massiv geändert, auch sportlich ist eine Menge passiert. „Das Tanzen ist heute erheblich athletischer und dynamischer geworden. Das ist absoluter Höchstleistungssport“, sagt Andreas Neuhaus, seit mehr als 20 Jahren Sportwart im LTV Bremen.

Zu den Gründungsmitgliedern des LTV gehörten der 2011 gestorbene Unternehmer Detlef Hegemann sowie der 1994 gestorbene Kaufmann Günter Meinen, die in den vergangenen 50 Jahren auch als Präsidenten des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV) den Tanzsport in Deutschland prägten. Günter Meinen war der erste Vorsitzende in Bremen, stand zehn Jahre lang an der Spitze, bevor er zum DTV-Präsidenten gewählt wurde. Die beiden waren für Bremen ein Glücksfall. Hegemann und Meinen sorgten unter anderem dafür, dass Bremen bis heute als Austragungsort internationaler und nationaler Meisterschaften einen hervorragenden Ruf genießt.

Für Detlef Hegemann, der über lange Jahre auch die Bremer Fahne im internationalen Tanzsportverband hochhielt, gehörte das deutsche Verbandssystem „zum bestorganisierten Verband von Amateurtänzern“. Aus diesem Grund hat er alles dafür getan, „sein Modell Deutschland“ auch international einzuführen.

Doch ein Verband wäre nichts ohne seine Aktiven. Der Bremer Landestanzsportverband kann dabei stolz auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Die Lateinformation der TSG Bremerhaven wurde aufgrund ihrer Titel ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen. Die Mannschaft von Trainer Horst Beer wurde 19mal Deutschen Meister-, 10mal Europameister- und gewann 14 Weltmeistertitel. Erfolgreich weitergeführt wird die Tradition der Bremer Lateinformationen durch die Mannschaft des Grün-Gold-Club. Das Team von Roberto Albanese ist mittlerweile mehrfacher Deutscher Meister und Weltmeister. Ein Ende ist glücklicherweise noch nicht in Sicht.

2004 konnte der Bremer Landestanzsportverband einen ganz besonderen Höhepunkt feiern. Die Reihenfolge bei den Deutschen Formations-Meisterschaften lautete schließlich: 1. Grün-Gold-Club Bremen A-Team, 2. TSG Bremerhaven und 3. Grün-Gold-Club Bremen B-Team. Ein denkwürdiges und für einen Landesverband wohl einmaliges Ergebnis in der Geschichte des deutschen Formationstanzsportes.

Doch der LTV Bremen beeindruckt nicht allein im Formationstanz. In den vergangenen 50 Jahren hat es immer wieder erfolgreiche Paare gegeben, die sowohl national als auch international für Furore sorgten. So gewannen die mehrfachen deutschen Meister Horst und Andrea Beer unter anderem 1985 die Weltmeisterschaft Latein. Werner und Renate Renz tanzten in den 60er Jahren erfolgreich bei deutschen und internationalen Meisterschaften genauso wie Peter und Frauke Forstmann in den 70er Jahren.

Dafür dass das Paartanzen in Bremen auch weiter eine Zukunft haben wird, sorgen unter anderem Horst Beer, der mittlerweile als Bundestrainer Latein fungiert, sowie Roberto Albanese, der als Verbandstrainer nicht nur in Bremen Akzente setzt. Sie kümmern sich intensiv um die Förderung und das Training neuer Paare. Ein erster großer Erfolg konnte bereits gefeiert werden. Im März ertanzten sich Jan Dvoracek und Malika Dzumaev vom Grün-Gold-Club die Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften S-Latein. Und so kann sich der Landestanzsportverband mit seinem Vorsitzenden, Christoph Rubien, sicher sein, dass die nächsten 50 Jahre kaum weniger erfolgreich sein dürften.

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