„Bremen läuft weiter“ vom 3. bis 31. Oktober

Ein realer Lauf und ein virtueller Wettkampf

Weil der SWB-Marathon am 4. Oktober wegen Corona ausfallen muss, bietet Veranstalter Utz Bertschy mit Partnern im Bürgerpark eine Alternative an. Jeder kann starten, wann er will. Die Ergebnisse werden erfasst.
01.10.2020, 18:19
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Ein realer Lauf und ein virtueller Wettkampf
Von Jörg Niemeyer
Ein realer Lauf und ein virtueller Wettkampf

Ein Fachmann in Sachen Laufsport: Utz Bertschy.

Christina Kuhaupt

Eigentlich hätte am Sonntag in der Bremer Innenstadt richtig Hochbetrieb herrschen sollen. Der SWB-Marathon hätte auch in diesem Jahr wieder einige Tausend Läufer angelockt. Wegen Corona war die Veranstaltung trotz angedacht anderer Form bereits im August abgesagt worden. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Pandemie kann das Veranstalter-Team um Utz Bertschy nun sogar froh sein, dass sein abgewandeltes Konzept von den Behörden nicht genehmigt worden ist.

Die Absage des größten Laufspektakels der Stadt war zugleich aber die Initialzündung für eine Ersatzveranstaltung, die zwar ebenfalls großen Aufwand erforderte, aber durch Corona jetzt nicht gleich in Gefahr geraten ist. Denn unter dem Titel „Bremen läuft weiter“ hat Utz Bertschy mit Partnern eine Marathon-Alternative kreiert, bei der die Teilnehmer nicht zeitgleich starten und gegeneinander laufen, sondern einzeln, vielleicht zu zweit oder zu viert und irgendwann zwischen dem 3. Oktober, 0 Uhr, und dem 31. Oktober, 23.59 Uhr.

„Bremen läuft weiter“ ist eine Mischung aus realem Lauf und virtuellem Wettkampf. Der reale Lauf führt über eine mit Zertifikat vermessene Strecke über fünf Kilometer durch den Bürgerpark oder über zehn Meilen (16,093 Kilometer) durch den Bürgerpark und Teile des Blocklands. Der Clou dabei: Wer beide Strecken nacheinander abläuft, kommt in Summe auf einen Halbmarathon. „Die Distanz auf unserer Strecke weicht um 0,02 Prozent von der echten Halbmarathon-Distanz ab“, sagt Utz Bertschy.

Der virtuelle Wettkampf resultiert aus der Tatsache, dass mit Hilfe einer App die Laufdaten der Teilnehmer über GPS und Bluetooth erfasst werden – zumindest bei denen, die nach der Anmeldung auf der Homepage (unter https://bremen-laeuft-weiter.de/) 15 Euro Startgeld entrichtet haben. Die Teilnehmer können zwischen dem 3. und 31. Oktober zu beliebiger Zeit beliebig oft und beliebig lange Strecken laufen und erhalten Ergebnisse, die am Ende auch in eine Siegerliste einfließen.

Die Siegerliste kann jedoch den Anspruch auf Wahrhaftigkeit nicht erfüllen. Weil keine Streckenposten die Kontrolle übernehmen, könnten die Läufer schummeln, indem sie zum Beispiel die kurze Wendepunktstrecke am Hochschulring einfach auslassen. „Letztlich würden sie sich aber nur selbst betrügen“, sagt Utz Bertschy und glaubt an den Sportsgeist und die Fairness der Aktiven.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+