StarkeBäcker-Lauf erst 2021

LGN-Halbmarathon nun doch abgesagt

Lange Zeit hatten sich die Verantwortlichen der LG Bremen-Nord gegen eine Absage ihres StarkeBäcker-Halbmarathons gewehrt. Nun zogen sie aber doch die Reißleine.
25.07.2020, 08:39
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
LGN-Halbmarathon nun doch abgesagt

Mitorganisator Torsten Naue hat den Halbmarathon abgesagt.

Christian Kosak

Lange Zeit hatten sich die Verantwortlichen der LG Bremen-Nord gegen eine Absage ihres StarkeBäcker-Halbmarathons am Sonntag, 6. September, gewehrt. Nun zogen sie aber doch die Reißleine. Die 23. Auflage der Veranstaltung wird ins kommende Jahr verlegt. „Gerade der Start wäre uns einfach zu kompliziert“, gibt Mitorganisator Torsten Naue zu bedenken. Außerdem könnten auf dem Deich Begegnungen mit Fußgängern, Radfahrern und Inline-Skatern nicht vermieden werden.

Dabei hatten die Organisatoren des City-Marathons in Bremerhaven den Nordbremern noch einen Gefallen getan, indem diese ihr Spektakel auf den 30. August belassen und damit eben nicht um eine Woche auf den Termin der Nordbremer nach hinten verschoben haben. „Da aber alle anderen Veranstaltungen im August bereits abgesagt wurden, wäre dies der einzige Lauf für uns gewesen, bei dem wir uns etwas hätten abschauen können. Das war uns dann aber doch zu knapp“, erläutert Naue. Die Bremerhavener wollen jeweils 100 Starter gleichzeitig auf die Strecke schicken. Damit der Mindestabstand gewährt wird, starten die Aktiven von vorher festgelegten Punkten. „So etwas geht aber bei uns schlecht, weil wir auf dem Rasen am Grambker Sportparksee starten“, erklärt Torsten Naue. Die Starter in Bremerhaven sollen die ersten 400 Meter auch mit einer Mund-Nase-Maske absolvieren. „Aber was passiert dann mit den Masken?, fragt sich Naue, der nicht möchte, dass diese dann einfach in der freien Natur entsorgt werden. „Solche Bedingungen machen eine Veranstaltung aus meiner Sicht unwürdig“, so der 54-Jährige.

Auch die Zuschauer am Rand müssten Masken tragen. „Wenn sich aber welche daran nicht halten und sich infizieren, fällt das auf den Veranstalter zurück, sodass wir damit hinterher in der Presse stehen“, sagt Torsten Naue. Er wisse auch nicht so genau, ob das Zeitmesssystem die zahlreichen einzelnen Starts innerhalb eines Wettbewerbs richtig erfassen könne. „In Bremerhaven wollen sie die einzelnen Starts weit bis in den Nachmittag hinein auseinanderziehen“, berichtet Naue, der beim Halbmarathon der LG Bremen-Nord auch den Begegnungsverkehr auf dem Deich gefürchtet hätte. „Das können wir gar nicht verhindern. Wir wollen aber nicht vom Deich runter, weil wir die Strecken dann neu vermessen müssten“, lässt Torsten Naue wissen. Aus seiner Sicht könnten die Nordbremer niemals so viel Personal aufbieten, um den Begegnungsverkehr auf dem Deich mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand gewährleisten zu können.

Höherer Bedarf und höhere Kosten

Naue weist ferner auf die Einschränkungen beim Duschen sowie auf den mit Kosten verbundenen erhöhten Bedarf an Mobiltoiletten hin. Außerdem kämen Anfang September viele Läufer gerade aus dem Urlaub zurück und könnten das Corona-Virus aus anderen Ländern mitbringen. „Da wollen wir nicht zum Infektionsherd werden“, sagt Torsten Naue. Aus all den genannten Gründen sei dem Veranstalter das Risiko im Hinblick auf die Austragung des Halbmarathons einfach zu groß.

Der stellvertretende LGBN-Vorsitzende Martin Neumann sieht den sportlichen Charakter einer Laufveranstaltung in Gefahr und möchte nicht nur ein Abhaken verschiedener Punkte für die Gesundheitsbehörde durchführen. „Dieses Gefühl hatten wir zuletzt“, betont Martin Neumann. Es gehe dann nur noch darum zu schauen, ob der Veranstalter auch alles richtig mache. „Wir wären auch so ziemlich der erste Veranstalter mit einem Lauf gewesen, der für uns einen enormen personellen und organisatorischen Aufwand bedeutet hätte“, gibt Martin Neumann zu bedenken. Deshalb habe er sich, auch wenn ihm dabei das Sportlerherz blute, für eine Absage entschieden. „Mir haben einfach die Perspektiven gefehlt." Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung im Bremer Norden dann aber notfalls auch trotz Corona stattfinden. „Dann können wir aber alles rechtzeitig und verlässlich planen“, erklärt das Vorstandsmitglied der LG Bremen-Nord.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+