Triathlon

Vom Europahafen bis zum Faaker See

In diesem Jahr war alles anders beim City Triathlon: Ein Schwimmer absolvierte stellvertretend für alle Teilnehmer die Schwimmdistanz, die übrigen Disziplinen absolvierte jeder für sich und wo er wollte.
11.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Vom Europahafen bis zum Faaker See
Von Frank Büter
Vom Europahafen bis zum Faaker See

Bernd Rennies beim Online City Triathlon an der Schlachte.

G. Pszarski-Rennies

Bremen. Da zog er nun also allein seine Bahn im Weserwasser des Europahafens in der Bremer Überseestadt. Ein einsamer Triathlet im Neoprenanzug, live zu verfolgen bei Facebook. „Schön war es“, sagte Bernd Rennis später. „Das Wasser war angenehm sauber und warm.“ Der sportliche Leiter des Gewoba City Triathlons hatte am Sonntag stellvertretend für alle 268 vorab gemeldeten Teilnehmer dieser Veranstaltung die Schwimmeinheit übernommen. Der 66-Jährige legte also die 500 Meter für die Volks- beziehungsweise Sprintdistanz und dann gleich noch die fehlenden 1000 Meter für die olympische Distanz zurück.

In diesen Coronazeiten ist eben vieles anders. Auch die Organisatoren des City Triathlons hatten improvisieren müssen. Der Wettbewerb fand diesmal zum einen online statt, zum anderen absolvierte mit Bernd Rennies nur ein Aktiver die Schwimmeinheit, um einen Andrang auf die Gewässer und Schwimmbäder zu vermeiden. Mit einer Zeit von 8:23 für die Volks- und 26:35 Minuten für die olympische Distanz legte der Vizepräsident des veranstaltenden Bremer Triathlon-Verbandes schließlich die Ausgangsbasis für die nächsten Disziplinen. Getreu des diesjährigen Mottos „Alleine und doch gemeinsam“ startete jeder sonst teilnehmende Triathlet dort, wo er mochte, zeichnete dabei seine absolvierte Lauf- und Radstrecke mithilfe einer App auf und schickte die Daten im Anschluss zur Auswertung ein.

Unterm Strich blieb festzuhalten: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, „wir haben eine tolle Botschaft gesendet“, sagte Rennies. Auf rund 100 Teilnehmer hatte man im Vorfeld gehofft. Am Ende waren es exakt 201 Triathleten, die den Wettbewerb auf der Sprint-Distanz mit 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen beziehungsweise auf der olympischen Distanz mit 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen beendeten, auch Rennies selbst schloss den Triathlon mit dem Lauf entlang der Schlachte ab. Corona und auch der Witterung mit hoch sommerlichen Temperaturen zum Trotz.

Siegerlisten und Gewinner gab es überdies auch. Finn Große-Freese (Gesamtzeit 2:06:36 Std.) von der TG triZack Rostock belegte über die olympischen Distanz den ersten Platz bei den Herren, während bei den Damen Eva Voßhans (2:20:32 Std.) vom Triathlonclub Bremen vorne stand. Beim Volkstriathlon sicherte sich Niklas Dellke (55:50 Minuten) von den Triathlöwen Bremen den ersten Platz, Vereinskameradin Tanja Elmers (1:04:00 Std.) war bei den Damen die Schnellste.

Persönliche Spitzenleistungen gab es dabei nicht nur in der Hansestadt zwischen Bürgerpark und Blockland, sondern auch in Aachen, Berlin oder Offenbach. Selbst beim Faaker See in Österreich in einer Höhe von etwa 850 Metern und in Blavand in Dänemark absolvierten Sportbegeisterte den Bremer Online City Triathlon. Im kommenden Jahr soll diese Veranstaltung möglichst wieder gemeinsam in Bremen ausgetragen werden – inklusive der eigentlich für 2020 geplanten Deutschen Meisterschaft der Altersklassen über die olympische Distanz. Termin: 8. August 2021.

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