Erster virtueller Fußball-Verbandstag

Entscheidung über Abbruch im Fußball

Der Bremer Fußball-Verband hat seinen ersten virtuellen Verbandstag und muss das Saisonende juristisch besiegeln. Geschäftsführer Jens Dortmann hat die Veranstaltung vorbereitet
03.06.2020, 07:27
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Entscheidung über Abbruch im Fußball
Von Mathias Sonnenberg
Entscheidung über Abbruch im Fußball

So lief es beim Außerordentlichen Bundestag des DFB: Online konnten die Delegierten bei den unterschiedlichen Anträgen abstimmen. So soll es jetzt auch in Bremen an diesem Donnerstag laufen.

Thomas Boecker/DFB

Pfingsten hat Jens Dortmann ganz sicher nicht so verbracht wie viele andere Bremer. Mit Sonne und Garten war das nichts, der Geschäftsführer des Bremer Fußball-Verbandes (BFV) hat sich mit Pins und Plattformen beschäftigt und der wichtigen Frage: Klappt das denn alles mit der Technik? Es soll ja nichts schiefgehen an diesem Donnerstag, wenn der BFV um 19 Uhr den ersten virtuellen Außerordentlichen Verbandstag startet. Im besten Fall kommen dann 74 Vereine aus Bremen und Bremerhaven zusammen, um sich in einer wichtigen Frage zu einigen: Wird die Bremer Fußball-Saison 2019/2020 abgebrochen?

Richtig spannend wird es bei der Abstimmung wohl nicht mehr, denn schon bei der letzten Videokonferenz im Mai hatten sich bei einem Stimmungsbild 89,5 Prozent der 57 anwesenden Vereine für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Lediglich sieben Prozent (vier Vereine) waren für eine Fortsetzung der Saison nach den Sommerferien, 3,5 Prozent (zwei Vereine) enthielten sich. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich die Atmosphäre unter den Vereinen in den vergangenen drei Wochen maßgeblich geändert hat. Aber abgestimmt werden muss auf jeden Fall. „Wir brauchen eine rechtssichere Abstimmung“, sagt Dortmann. Und die wird es jetzt eben am Donnerstag geben.

Für Dortmann, der die Veranstaltung technisch vorbereitet und an dem Abend auch moderieren wird, ist das alles Neuland. Wie sollte es auch anders sein, bislang sah die Satzung auch keine virtuelle Versammlungen samt Abstimmungen vor. Doch der Bundestag hat all das schon vor wenigen Wochen ermöglicht, jetzt ist der BFV der erste Fußballverband in Deutschland, der das auch so durchzieht. In Schleswig-Holstein wurde der Saisonabbruch über den Vorstand geregelt, in Westfalen gibt es noch die klassische Briefwahl. An der Weser aber wird es von der ersten bis zur letzten Minute virtuell ablaufen.

Dortmann hatte gut zu tun, um das alles aufzugleisen, denn er muss gleich zwei Systeme vorbereiten. Erstens natürlich den Zugang für die Videokonferenz, damit alle Vereine oder auch Pressevertreter an der Versammlung teilnehmen können. Und zweitens muss an dem Abend das Abstimmungstool mit einer personalisierten Pin freigeschaltet werden, damit die Vereinsvertreter auch ihr Votum abgeben können. Online-Abstimmungen habe man zwar schon eingeplant, sagt Dortmann, „aber dann nur in Verbindung mit einer Präsenzveranstaltung“.

An dem Abend wird sich das BFV-Präsidium in der Geschäftsstelle im Weserstadion treffen, eine Kamera wird übertragen, wie Björn Fecker als Präsident durch die Tagesordnungspunkte geht. In gebührendem Abstand werden die BFV-Kollegen sitzen, Dortmann aus dem Off moderieren. Er hat sich vor zwei Wochen den DFB-Bundestag angeschaut und gesehen, wie die Veranstaltung dort ablief. Vergleichbar mit dem BFV-Verbandstag sei das nicht, „der DFB hat dann doch etwas andere Möglichkeiten“.

Sehr lang wird der Abend wohl nicht dauern. Schon im Februar hatte es einen Außerordentlichen Verbandstag gegeben, noch vor Corona. Damals musste eine Satzungsänderung beschlossen werden, das dauerte nur 13 Minuten. Dortmann glaubt nicht, dass es am Donnerstag viel länger dauern wird. Immer vorausgesetzt, die Technik hält.

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