Bremer Fußballschnack Torwart-Verpflichtung per Sprachnachricht

Was machen, wenn beide Torhüter ausfallen? FC-Union-60-Trainer Dahlenberg griff in so einem Fall zum Telefon, eine Sprachnachricht später hatte er einen Ersatzspieler. Und der hielt dann auch die Bude frei.
09.11.2021, 16:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Manchmal braucht es nicht viele Worte, um eine Fußballmannschaft mit einem Torhüter zu versehen: Die etatmäßigen Keeper Markus Christ und Paul Engelkestock fielen erkrankt aus, also wandte sich Frank Dahlenberg kurzfristig an Mohammed Yagmur. Der Trainer des FC Union 60 und sein ehemaliger Torhüter tauschten am Morgen des Heimspiels gegen den Geestemünder SC folgende Sprachnachrichten aus. Dahlenberg: „Wir brauchen dich, um halb zwei ist Treffen.“ Yagmur: „Bin da.“ Das genügte den beiden. Der 2020 studienbedingt bei Union ausgeschiedene Torhüter erschien pünktlich, hütete erfolgreich das Tor und half so kräftig mit beim 3:1-Erfolg über die Bremerhavener. „So ist das bei Union“, sagt Frank Dahlenberg. Der Verein sei eben eine große Familie, und da helfe man sich einfach. Nun geht der Trainer zwar davon aus, dass seine angestammten Torleute am Wochenende wieder einsatzfähig sind. Unter Druck sieht Dahlenberg aber weder sich noch die kränkelnden Keeper: „Im Zweifel schreib ich Mo wieder an.“

Es hilft ja eigentlich immer, wenn man sich auskennt und sein Wissen gewinnbringend einzusetzen vermag: Svenja Harneit wurde nun vom Bremer Fußball-Verband für die Solidaritätsgeste des Monats ausgezeichnet, weil die Kickerin des Geestemünder TV ihre Erfahrung beherzt zur Lösung einer Notsituation nutzte. Im Landesliga-Duell zwischen dem GTV und der SG Findorff/Horn II war eine gegnerische Spielerin nach einem Zweikampf zu Boden gegangen. Die herbeigeeilten Betreuer vermochten die Lage jedoch nicht richtig einzuschätzen. Lediglich Geestemündes Torfrau erkannte den Grund für die Atemnot – die SG-Spielerin hyperventilierte. Also bot Harneit ihre Hilfe an, richtete beruhigende Worte an die betroffene Bremerin und löste deren Probleme schnell auf. „Ich hatte so einen ähnlichen Fall schon einmal als Trainerin miterlebt“, sagt die Preisträgerin. Und Svenja Harneit betont: „Ich habe keine Angst davor zu helfen, denn man kann nichts falsch machen, wenn man hilft.“

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Das war mal ein Einstand: Nachdem seine Wechselsperre abgelaufen war, ging Änis Souaifi am Wochenende erstmals für den TuS Schwachhausen auf Torejagd in einem Punktspiel – und erzielte zwei Treffer beim 5:2 über die SV Hemelingen. „Das freut mich total“, sagt TuS-Coach Denis Spitzer. Der Sommerzugang habe sich in den vergangenen Monaten ins Zeug gelegt, obwohl er doch nur in Pokal- und Testspielen zum Einsatz gekommen war. „Jetzt ist Änis für uns Gold wert“, so Spitzer. An Erfahrung mangelt es dem Stürmer jedenfalls nicht: Souaifi war bereits für den SC Borgfeld, OT Bremen und die SVH aufgelaufen, bevor er im Sommer für kurze Zeit im Aufgebot des FC Oberneuland II gestanden hatte.

Die letzten vier Teams des Lotto-Pokals der Frauen stehen fest: Am Wochenende setzten sich der SC Borgfeld (3:0 gegen den ATSV Sebaldsbrück) und der SC Weyhe (5:3 n.E. beim FC Union 60) in ihren Viertelfinals durch. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Regionalligist ATS Buntentor mit einem 17:0 bei der SG Findorff/Horn seinen Einzug in die Vorschlussrunde perfekt gemacht. Dort tritt schließlich auch der TuS Schwachhausen an. Er hatte das Halbfinale allerdings kampflos erreicht. Sein Gegner Blumenthaler SV verzichtete auf die Austragung der Partie, da ihm nicht genügend spielfähige Kickerinnen zur Verfügung standen. Im April des kommenden Jahres kommt es nun zu den Duellen zwischen dem SC Weyhe und dem ATS Buntentor sowie dem SC Borgfeld und dem TuS Schwachhausen.

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