International Masters Bremer Judoka bleiben medaillenlos

Bremen. Viel tun kann er jetzt nicht mehr. Torben Voss hat seinen ersten Kampf verloren, gegen Delan Monte, einen Judoka aus der brasilianischen Nationalmannschaft. Nun steht der Bremer von Enjoy Judo am Rand der Matte sechs und hofft auf denjenigen, gegen den er selbst vor einigen Minuten noch gekämpft hat. "Der schafft das!", ruft Voss mit Blick auf Monte, nicht ganz uneigennützig: Falls nämlich Monte seinen nächsten Kampf gewinnt, dann kommt auch Voss eine Runde weiter.
26.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Stefanie Grube

Bremen. Viel tun kann er jetzt nicht mehr. Torben Voss hat seinen ersten Kampf verloren, gegen Delan Monte, einen Judoka aus der brasilianischen Nationalmannschaft. Nun steht der Bremer von Enjoy Judo am Rand der Matte sechs und hofft auf denjenigen, gegen den er selbst vor einigen Minuten noch gekämpft hat. "Der schafft das!", ruft Voss mit Blick auf Monte, nicht ganz uneigennützig: Falls nämlich Monte seinen nächsten Kampf gewinnt, dann kommt auch Voss eine Runde weiter.

Norbert Specker vom Bremer Judo-Club hat in 28 Jahren aus einem anfangs kleinen Turnier einen hochkarätigen, internationalen Nachwuchs-Wettbewerb gemacht: 760 Judoka aus 22 Ländern messen sich in der Halle sieben auf der Bremer Bürgerweide in den Alterskategorien U18 und U21. Die Matte, die für Torben Voss der Mittelpunkt ist, wird relativ klein, wenn man sie von weiter oben betrachtet – und sie nur noch eine von acht ist. "Das war niemals Ippon", ruft Richard Trautmann von der erhöhten Mitte nach unten. Doch der Kampfrichter auf Matte zwei sagt: sehr wohl Ippon, die höchste Wertung. Was der Kampfrichter sagt, das gilt – und so entscheidet diese Sekunde über das Ausscheiden eines deutschen Kämpfers, der enttäuscht die Matte verlässt.

Trautmann ist Bundesjugendtrainer im Bundesstützpunkt München. Seit vier Jahren beobachtet er bei den Masters Bremen die deutschen Judoka der U21, in den Jahren zuvor schaute er auf die U18. An das Turnier schließt ein Trainingslager in Hannover an, dort bekommen die Judoka eine persönliche Einschätzung ihrer Leistungen von Trautmann. Der Bremer Torben Voss ist für den Bundesjugendtrainer noch ein unbeschriebenes Blatt: "Voss? Nee, noch nie gehört", sagt er. "Klar kann man seinen ersten Kampf direkt verlieren, das heißt nicht, dass man uninteressant ist", sagt er. Trautmann sieht, wo ein Judoka gerade steht: "Wenn hier jemand drei, vier Kämpfe gewinnt, dann ist das gut. Dann will ich aber auch, dass derjenige in ein paar Jahren hier eine Medaille holt." Anders herum kam es für Leonhard Schütz: Der Bremer vom Judo-Club Asahi hatte im vergangenen Jahr Gold geholt – nun schied er bei den U18-Kämpfen in der ersten Runde direkt aus. Man sah ihm an, dass er gesundheitlich nicht auf der Höhe war.

Zurück am Rand von Matte sechs steht Torben Voss schon in Jeans und Pullover. Der Brasilianer Monte hat nicht gewonnen – Voss ist somit raus aus dem Wettkampf. "Ich finde trotzdem, ich habe das gut gemacht", sagt er. Trainer Pajer kritisiert zwar: "Das war o.k., aber nicht gut. Da steckt noch mehr drin." Er sagt aber auch, man muss beim Judo verlieren können. Und eben wieder loslegen. Wichtig seien bei den Masters die Erfahrung und das Trainingslager, bei dem 80 Prozent aller Masters-Teilnehmer dabei sind. Pajer: "Da können sich die Jungs ausprobieren." Denn die Wettkämpfe, das habe man an Voss gesehen, gingen doch oft zu schnell zu Ende. Es gebe zu wenige Möglichkeiten, den ausländischen Gegner und seine Technik kennenzulernen. In Voss’ Gewichtsklasse unter 100 Kilogramm nimmt Ryuko Ogawa die Goldmedaille in Empfang – in der U21 gingen alle Goldmedaillen an Japaner.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+