Sportliche Bilanz

Bremer Landesliga ist ausgeglichen wie selten

Bremen. Zum Ausklang des Fußballjahres in der Bremer Landesliga hatte der TSV den Tabellenführer zu Gast. Im Spiel gegen Vatan Sport sollten vor rund 100 Zuschauern die Kräfteverhältnisse gerade gerückt werden.
07.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Die Sonne lachte über Grolland an diesem 11. Dezember 2011. Zum Ausklang des Fußballjahres in der Bremer Landesliga hatte der TSV den Tabellenführer zu Gast. Im Spiel gegen Vatan Sport sollten vor rund 100 Zuschauern die Kräfteverhältnisse gerade gerückt werden. Schließlich hatte ein paar Wochen zuvor noch der TSV Grolland die Liga angeführt. Jetzt wollte man den Platz an der Sonne zurück. Doch nach 90 Minuten Spitzenspiel stand es 3:0 für Vatan - zum Ende des Jahres ging dem Team von Michael Dehne die Luft aus.

Es fehlte dem TSV Grolland aber auch jenes Glück, das zuvor für einen so erfolgreichen Verlauf der Hinrunde gesorgt hatte. "Zufrieden sind wir trotzdem mit der Hinrunde", sagt Dehne. Noch mehr als mangelndes Glück macht Dehne allerdings die Personalsorgen dafür verantwortlich, dass der TSV nun "nur" auf dem dritten Platz überwintert: "Wir hatten bis zu acht Ausfälle, das fängt nicht jede Mannschaft auf."

Tobias Schievelbein (Spielertrainer bei der SG Marßel), Marc Kobuttis (beruflich nach Hamburg) und Patrick Sieler (Kreuzbandriss) werden auch in der Rückrunde nicht zur Verfügung stehen. Obwohl der FC Oberneuland an der Verpflichtung von Bashkim Toski interessiert sein soll, geht Dehne "stark" vom Verbleib des besten Torschützen der Liga (25 Treffer) aus. Zudem hat er Einigung mit einigen Zugängen erzielt. Nur reden möchte er noch nicht darüber: "Fest sind die ja immer nur dann, wenn ihr Pass bei uns liegt."

Gute Ausgangsposition

Auf zwei neue Spieler freut sich auch der Trainer des aktuellen Spitzenreiters. "Gute Verstärkungen, genau, was ich haben wollte", sagt Hakan Aksoy von Vatan Sport. Er bewertet die Hinrunde - natürlich - durch und durch positiv: "Wir haben die Serie zwar schlecht angefangen, aber sehr gut beendet." Seine Mannschaft war mit drei Niederlagen in fünf Partien in die Saison gestartet. Bis zum elften Spieltag war Vatan Sport nie besser als auf Rang sieben platziert. Doch sieben Siege aus den letzten acht Spielen ließen Aksoy und Co. die Spitze erklimmen. Der Trainer macht sich allerdings keine Illusionen: Die "Herbstmeisterschaft" ist allenfalls mit einer guten Ausgangsposition verbunden. Entschieden ist nichts. Dafür geht es einfach viel zu eng zu.

Zwischen Tabellenführer Vatan (17 Spiele/34 Punkte) und dem Dritten TSV Grolland (16/30) hat sich der SC Schiffdorferdamm (16/32) geschoben - und dem traut man im allgemeinen auch eine Menge zu. "Bei diesem Team bin ich ziemlich sicher, dass es aufsteigen wird", sagt Andreas Laesch, der Trainer vom Siebten OT Bremen (15/27). Alle anderen Mannschaften bis Platz acht hätten dagegen die gleiche Chance, am Ende einen der drei Aufstiegsplätze zu belegen. Was zunächst etwas gewagt klingt, belegt der Trainer mit einer einfachen Rechnung: "Wir haben zwei Nachholspiele. Wenn wir die gewinnen, sind wir bis auf einen Punkt am Tabellenführer dran."

So gesehen haben allerdings auch der SC Lehe-Spaden (Vierter/14/29), der SV Grohn (Fünfter/16/28) und die FT Geestemünde (Sechster/16/27) gute Chancen auf einen Aufstiegsplatz. "In der Landesliga geht es viel spannender zu als in der Bremen-Liga", findet Laesch. Anders als die Kollegen sucht der OT-Coach nach eigener Aussage allerdings nicht so intensiv nach neuen Spielern. "Wir haben keinen so großen Handlungsbedarf, unsere junge Truppe entwickelt sich", betont Laesch. Das Gerücht, er würde derzeit seine ehemaligen Spieler beim Bremer SV ansprechen, verweist er deshalb ins Reich der Fabeln: "Das stimmt überhaupt nicht."

Wieder in die Erfolgsspur

Beim ATSV Sebaldsbrück (Achter/17/ 26) wird man sich vermutlich ebenfalls auf eine Aufholjagd vorbereiten. Auch der Nachbar von OT Bremen darf sich bei einem entsprechenden Verlauf der Rückrunde nämlich noch Hoffnungen auf einen der Top-Plätze machen. Für den ATSV gilt allerdings im großen Maßstab, was den Grollandern die letzten Wochen vermieste: Zum Schluss fehlte der Erfolg. Noch im November hatte Sebaldsbrück den zweiten Rang bekleidet. Doch angesichts der Niederlagen gegen Grolland (2:3), OT (0:2), Vatan (0:5) und Grohn (3:4) ging es bergab.

Nun sind die Ostbremer punktgleich mit dem SVGO (Neunter/17/26). Dort möchte man trotz einer noch immer ansprechenden Ausgangslage allerdings nichts wissen vom Aufstieg, sondern setzt weiterhin auf eine kontinuierliche Entwicklung. "Es geht jede Saison ein bisschen bergauf, aber so weit sind wir noch nicht", sagt Trainer Frank Kandziora. Ein Platz an der Spitze, das war eigentlich auch eine Option für TuRa Bremen (13./17/17). In jedem Fall wollte man nicht in Abstiegsgefahr geraten. Dort befinden sich Gröpelinger nun aber. Das anfänglich gute Niveau konnte nicht gehalten werden.

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