Ski-Club bleibt auf Kurs

Viele Absagen, wenig Austritte

Auch vor dem Bremer Ski-Club machte Corona kein Halt. Trotz der ausgefallenen Touren und Sportkurse sind die finanziellen Belastungen für den Club noch relativ gering
07.06.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Viele Absagen, wenig Austritte
Von Olaf Dorow
Viele Absagen, wenig Austritte

Ski-Touren sind für den Bremer Ski-Club aktuell nicht möglich

BSC

In zwei Wochen sollte es losgehen. Ab dem 20. Juni sollte für eine Woche das Paznauntal in Österreich erwandert werden, doch der Bremer Ski-Club (BSC) sagte die von ihm angebotene und vor allem für Senioren gedachte Reise jetzt ab. Zu vielen Teilnehmern war das dann doch nix. Sie zogen zurück. Am Ende waren zu wenig Wanderwillige übrig geblieben. Das gebuchte Hotel in Österreich zeigte sich entgegenkommend und verzichtete auf Stornierungskosten. Mit der Deutschen Bahn stehe man derzeit noch in Verhandlungen, sagt Nicole Schmidt von der BSC-Geschäftsstelle.

Kein reiner Ski-Club

Die Annahme, dass die weltumspannende Corona-Krise um den Bremer Ski-Club einen Bogen macht, weil ja im nächsten Winter bestimmt wieder alles gut ist, wäre eine irrige Annahme. Der Traditionsverein, mit rund 3300 Mitgliedern einer der größeren in Bremen, ist schon längst kein reiner Ski-Club mehr. Er bietet ganzjährig Touren und diverse Sportkurse an. Und selbst die Ski-Saison war noch längst nicht vorbei, als der Lockdown auf einen Schlag vieles lahmlegte, das Sport- und Freizeitprogramm sogar fast komplett. Der BSC hatte im Februar zwar noch zu den Bremer Alpin-Meisterschaften in Steinach aufbrechen können. All die Ski-Touren für die Ferien und Ostern mussten abgesagt werden. Weil man zumeist bis zur offiziellen Reisewarnung gewartet habe, sei man nur in Einzelfällen auf den Stornierungskosten sitzengeblieben, berichtet BSC-Sportwart Hans-Jürgen Böschen. Einmal habe man leider an einem Sonnabend storniert, ehe am Sonntag die Warnung gekommen sei.

Seit Jahrzehnten aktiv im Bremer Ski-Club: Hans-Jürgen Böschen

Seit Jahrzehnten aktiv im Bremer Ski-Club: Hans-Jürgen Böschen

Foto: Hans-Jürgen Böschen

Auch etliche der geplanten Radtouren im Mai mussten abgesagt werden. Ob die Radtour in die Masuren nach Polen zustande kommt, die für Juli geplant ist, ist derzeit noch unklar. Die zahlreichen Kurse in den Bereichen Gymnastik, Fitness und Volleyball konnten in den geschlossenen Hallen erst gar nicht, dann nur im Freien unter den bekannten Hygieneauflagen stattfinden. Erst allmählich und unter Auflagen kann demnächst auch das Hallen-Programm wieder anrollen. Über Monate hatte der Verein versucht, seine Mitglieder und Interessierte mit Online-Anleitung und -Training zu versorgen.

Mit wenig finanzieller Belastung durch die Krise

Insgesamt aber ist, zumindest nach aktuellem Stand, das Bild mit dem großen Bogen der Krise um den BSC herum kein gänzlich falsches. „Wir sind sehr froh“, sagt Böschen, „dass wir bislang ohne größere finanzielle Belastungen durch die Krise gekommen sind“. Vornehmlicher Grund: die Vereinstreue der Mitglieder. Auch Nicole Schmidt bestätigt, dass es kaum Vereinsaustritte gegeben hat und die Beiträge mehrheitlich bezahlt worden sind. „Natürlich kann sich das noch ändern“, sagt Hans-Jürgen Böschen, „aber wir versuchen, das Sportangebot möglichst weiter normal anzubieten“.

Dazu gehöre das Programm für den kommenden Winter, da sei man planerisch aktuell schon „in der heißen Phase“. Knapp 40 Reisen seien angedacht. Weil niemand verlässlich die weitere Entwicklung vorhersagen kann, bleibt dabei auch den BSC-lern nur eines: Sie müssen möglichst so planen, dass erst kurz vor den Touren Stornierungskosten anfallen würden.

Weitere Informationen

In einer Serie beleuchtet der WESER-KURIER, wie Bremer Sportvereine auf die Corona-­Krise reagieren und welche Veränderungen sie, ­möglicherweise dauerhaft, erwarten.

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