Fußball-Schnack Bremer SV darf sich für die Relegation gegen Altona ausruhen

Termine für die Spiele zur Regionalliga stehen fest. Danny Radke wechselt nach Thailand, FC Union steigt in dei Bremen-Liga auf.
15.05.2019, 17:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Saisonfinale in der Bremen-Liga: Alle Spiele werden am Sonntag ausgetragen ‒ nur eines nicht. Bereits an diesem Donnerstag (18 Uhr) tritt der Meister Bremer SV beim SV Werder III an. Die Vorverlegung wurde möglich, da dieses Duell – die Grün-Weißen stehen bereits als Zwölfter fest – nicht mehr von Bedeutung ist für die Entscheidungen und weiteren Platzierungen in der Liga. „Das war im Vorfeld ­besprochen und ist ein Entgegenkommen aller Beteiligten“, sagt Gerd Lenk aus der Sportlichen Leitung des BSV. Der frühe ­Termin verschafft dem Titelträger nun vor allem eines: Luft vor wichtigen Aufgaben.

Denn am kommenden Mittwoch geht es los. Dann stehen der Auftakt zur Regionalliga-Aufstiegsrunde gegen Altona 93 (19.30 Uhr), das Lottopokalfinale gegen den FC Oberneuland (25. Mai/10.30 Uhr) sowie die Aufstiegsrundenpartie beim Heider SV (29. Mai/19.30 Uhr) auf dem Programm. In der Aufstiegsrunde gegen die Vertreter aus Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die Bremer mindestens Zweiter werden, um in der kommenden Saison in der Regionalliga Nord antreten zu können.

Der Gang in die Landesliga ist besiegelt. Aber auf den Kader des KSV Vatan Sport soll sich der Abstieg aus der Bremen-Liga nicht grundlegend auswirken. In Serdal Deli (BSC Hastedt), Ridvan Sahin und Damir Begic verzeichnet das Team von Trainer Turan Büyükata zwar den Abgang von drei Stammkräften. Dabei soll es aber auch bleiben. „Man kann sich glücklich schätzen, wenn man nach einem Abstieg nur drei Spieler verliert – die Mannschaft bricht jetzt nicht zusammen“, sagt Büyükata. Dabei ist dessen Zukunft noch immer mit einem kleinen Fragezeichen versehen: Im Fall eines guten Angebots könnte der Vatan-Coach die Liste der Abgänge selbst erweitern.

Am vergangenen Wochenende hatten sie sich im direkten Duell mit einem torlosen Remis getrennt, und so wurde die Entscheidung vertagt. An diesem Sonntagnachmittag (15 Uhr) wird nun aber festgelegt, wer nach Schlusslicht Vatan Sport den Gang in die Landesliga antreten muss: die BTS Neustadt (beim BSC Hastedt) oder der OSC Bremerhaven (gegen den ESC Geestemünde). Die Neustädter sind objektiv mit den etwas größeren Chancen versehen. Sie haben schließlich zwei Punkte mehr auf dem Konto und das deutlich bessere Torverhältnis (-36: -47). Dem 14. würde also ein weiteres Unentschieden reichen, um seinen Nichtabstiegsplatz zu verteidigen. Aber es wird auch gemunkelt hinter den Kulissen. Es heißt nämlich, nachdem erst im Winter drei Spieler aus Geestemünde zum OSC gewechselt waren, sollen nun vier weitere folgen. Und deshalb, so befürchtet man in der Neustadt, könnte die Motivation des ESC leiden.

In Bremerhaven glaubt man an diese Theorie allerdings nicht. „Es stimmt nicht, dass vier Spieler zu uns kommen, und ich gehe auch davon aus, dass sich der ESC gegen uns zerreißen wird“, sagt OSC-Coach Björn Böning. Sein Kollege Stefan Schlie, Trainer des ESC, nimmt die „merkwürdigen Gedankenspiele“ sogar persönlich: „Für mich als Fußballer der alten Generation ist das eine Beleidigung.“ Er werde jedenfalls „alles dafür geben, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die alles gibt für den sportlichen Wettbewerb".

Alles geben für einen Erfolg des OSC Bremerhaven will dagegen Danny Radke. Der Stürmer möchte sich schließlich mit dem Klassenerhalt von den Olympischen verabschieden. Ihn zieht es im Sommer bekanntlich in Richtung Thailand. „Am Montag fliege ich nach Bangkok“, sagt der 25-Jährige. Zwar seien der Wechsel besprochen und das Engagement in trockenen Tüchern. Aus Aberglauben möchte Danny Radke allerdings noch nicht verraten, welchem thailändischem Verein er sich anschließt: „Ich sage erst, wohin es geht, wenn ich vorgestellt wurde und auch vor Ort alles fix ist.“ Auf jeden Fall soll es sich um „Profifußball“ handeln.

Rund zwei Wochen nach der SV Hemelingen steht nun auch der zweite Aufsteiger in die Bremen-Liga fest: Weil Verfolger TuS Komet Arsten nicht über ein 1:1 gegen den SC Vahr-Blockdiek hinauskam, qualifizierte sich der FC Union 60 für die höchste Bremer Spielklasse – nach dem 3:0 gegen die SG Findorff ist dem Team von Frank Dahlenberg die Vizemeisterschaft nun nicht mehr zu nehmen. „Dahinter stecken viel Arbeit und Schweiß“, sagt der Trainer stolz. Dabei hatte er den Aufstieg mit der jungen Mannschaft eigentlich gar nicht angepeilt. „Wir wollten lernen und vielleicht einen Platz gutmachen“, sagt Dahlenberg. Aber aus Rang fünf im Vorjahr wurde nun der zweite Platz. Dabei ging es zuletzt vor allem um die Nerven. Die überraschende Herbstmeisterschaft des FC Union 60 hatte nämlich Erwartungen geweckt, unter denen die Youngster in den vergangenen Monaten gelegentlich zu leiden hatten. „Wir haben oft zu lange nachgedacht, und so wurde es eine Kopfsache“, beschreibt Dahlenberg das Happy End in der Pauliner Marsch.

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