1. Runde DFB-Pokal Bremer SV freut sich auf Braunschweig

Bremen. Dem Lotto-Pokal-Sieger Bremer SV ist am Sonntagabend Eintracht Braunschweig zugelost worden. Auf den Bremer Fünftligisten wartet somit ein Team aus der zweiten Bundesliga.
02.06.2014, 07:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. In der ersten DFB-Pokalrunde vom 15. bis 18. August empfängt der Bremer SV den Bundesligaabsteiger Eintracht Braunschweig – nicht schlecht. Doch dieser Gegner ist längst nicht so aufregend wie die Auslosung an sich.

Vor ein paar Minuten standen sie noch auf dem Trainingsplatz. Nun haben die Kicker des Bremer SV einen Medientermin. Und was für einen! Die ARD hat sich angesagt, um die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal zu begleiten, und SportbuzzerTV vom WESER-KURIER ist auch gekommen. Viel aufregender als dieser Abend im neuen Restaurant im Wehrschloss kann auch ein Pokalspiel gegen einen Bundesligisten kaum verlaufen. Aber man weiß ja nicht, was noch kommt.

Karl-Heinz Trummer und Fred Heise, die beiden Vizepräsidenten, haben sich schon mal Gedanken über ihr Wunschlos gemacht. „Erst kommt Werder“, sagt Fred Heise, und Trummer meint, „St. Pauli wäre nicht schlecht“. Auch die Eintracht aus Frankfurt steht weit oben auf der Liste, wegen ihres neuen Trainers. „Thomas Schaaf kennt den Panzenberg ja auch ziemlich gut“, sagt Trummer. Tatsächlich hatte sich der ehemalige Werder-Coach erst am Vortag selbst ins Gespräch gebracht, beim Treffen mit seinem alten Freund Heiko Schilling aus dem BSV-Freundeskreis. „Er meinte: Stell Dir vor, ihr spielt gegen uns“, berichtet Schilling. „Das wäre ein leichter Gegner“, gab das BSV-Urgestein zurück.

Aber was ist mit Bayern und Dortmund? „Ich weiß nicht, ob man so einen großen Verein unbedingt haben muss“, meint Karl-Heinz Trummer, und Fred Heise erinnert sich noch gut an den FC Oberneuland und dessen Spiel gegen Dortmund im Weserstadion: „Da soll ja finanziell gar nichts übrig geblieben sein.“

Während er also darüber sinniert, dass „Werder organisatorisch eigentlich die beste Lösung wäre“, zeigt ihm Trainer Klaus Gelsdorf ein paar Fotos. Die hat Iman Bi-Ria vor ein paar Minuten auf Facebook eingestellt. Gemeinsam mit Teammanager Andre Weise, Vereinskneipenwirt Thomas Thiel und Spielleiter Franz Roskosch hatte sich der Torjäger auf den Weg nach Berlin gemacht. Das Quartett erlebt die Auslosung live – auf Anforderung des DFB. Denn sollte der BSV das „große Los“ ziehen, dann stünde gleich vor Ort ein Interview-Partner zur Verfügung.

In Bremen wird es nun langsam unruhig, und völlig entziehen kann sich auch Klaus Gelsdorf der Atmosphäre nicht: „Natürlich bin ich jetzt gespannt“, sagt der Trainer. Für seine Spieler gilt das sowieso. Nahezu jede „Aktion“ des Personals wird mittlerweile von Ahs und Ohs begleitet, Applaus lange vor Beginn der Übertragung. Mittendrin der ruhende Pol. „Alles außer Sandhausen“, fordert Torhüter Christian Ahlers-Ceglarek kurz vor der Auslosung.

Es folgt spontaner Jubel – das BSV-Plakat ist kurz auf dem Bildschirm zu sehen. Der einst große BSV, in den letzten Jahrzehnten hat er etwas an Bedeutung verloren. Doch heute zählt er wieder zu den Großen, jedenfalls für ein paar Stunden. Das wird dann auch klar, als endlich die Auslosung läuft. Fernanda Brandao, die Sängerin, zieht die Lose. Nicht wie angekündigt Horst Hrubesch. Das Kopfballungeheuer assistiert nur. Wenn das mal gut geht. Doch immerhin: Der Bremer SV ist mittendrin im Geschehen. Gleich nach den Bayern kommt der Doublesieger von der Weser – nur eben in einer anderen Paarung. Der Jubel ist groß, als klar wird, dass es jetzt soweit ist; und er ebbt etwas ab, als der Gegner feststeht. Braunschweig, das ist in Ordnung, der große Wurf ist Brandao aber nicht gelungen.

„Nicht so unser Wunschgegner“, findet Ahlers-Ceglarek. Doch es gäbe durchaus „unattraktivere“ Teams, fährt der Keeper fort. Das sieht Mittelfeldspieler Ole Laabs genauso: „Klar wünscht man sich Bayern oder Dortmund, aber es hätte schlimmer kommen können.“ Sein Teamkollege Michel Haskamp findet den Bundesligaabsteiger sogar „eigentlich cool“. Die Eintracht habe in der vergangenen Saison schließlich viele Sympathiepunkte gesammelt und werde deshalb Zuschauer anziehen. Aus diesem Grund wird der BSV auch versuchen, das Spiel auf Platz 11 auszutragen. Fehlt eigentlich nur noch die Frage nach der sportlichen Perspektive. Ist etwas drin gegen Braunschweig, Klaus Gelsdorf? Der Trainer lacht: „Mit viel Fantasie.“

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