Regionalliga-Relegation Bremer SV mit versöhnlichem Abschied

Bremen. Der Bremer SV hat den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. In ihrem zweiten Entscheidungsspiel auf Platz 11 neben dem Weserstadion haben die Blau-Weißen mit 3:4 (1:2) gegen den VfB Lübeck verloren.
07.06.2014, 16:22
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Von Stefan Freye

Bremen. Der Bremer SV hat den Aufstieg in die Regionalliga verpasst. In ihrem zweiten Entscheidungsspiel auf Platz 11 neben dem Weserstadion haben die Blau-Weißen mit 3:4 (1:2) gegen den VfB Lübeck verloren.

Das Wunder von Walle blieb aus. Es hätte auch nicht gepasst, denn der Bremer SV trat zum letzten Relegationsspiel zur Regionalliga Nord ja auch auf Platz 11 an. Weil aber auch niemand ernsthaft damit gerechnet hatte, dass die Bremer Kicker mit vier Toren Unterschied gegen den Topfavoriten VfB Lübeck gewinnen würden, war niemand so richtig enttäuscht nach der 3:4 (1:2)-Niederlage. „Wir haben uns vernünftig aus dem Wettbewerb verabschiedet“, meinte Trainer Klaus Gelsdorf, und Keeper Christian Ahlers-Ceglarek fand: „Ein 3:4 ist für einen Torwart zwar nie okay, aber das Spiel konnte man gut anschauen.“

Nun steigen eben Lübeck und die FT Braunschweig in die vierte Liga auf, der Bremer SV bleibt in der Bremen-Liga, tritt dort aber mit ganz neuen Erfahrungen an. Etwa, dass der Abstand zu den Aufsteigern eben doch nicht ganz so groß ist. Das wurde gestern nämlich auch deutlich. Knapp 30 Grad hatte das Thermometer angezeigt – eigentlich keine Temperatur zum Fußballgucken. Insofern waren die knapp 1000 Zuschauer schon mal ein gutes Zeichen. Zum Fußballspielen war das Wetter auch nicht ideal, und das merkte man dem Spiel an.

Die Konstellation dieser Dreierrunde war ohnehin nicht geeignet, für Spannung zu sorgen, die Temperaturen taten ein Übriges. Obwohl der letzte Biss und die letzte Einsatzbereitschaft auf beiden Seiten fehlten, ging es allerdings durchaus unterhaltsam zu. Der Gast aus Lübeck erspielte sich dabei ein optisches Übergewicht, ohne seiner Rolle als klarer Favorit gerecht zu werden. Die Bremer, bei denen auch Ontje Abendroth (Magen-Darm-Probleme) nur auf der Bank saß, lieferte nämlich eine ordentliche Leistung ab, standen aufmerksam und bemühten sich um Offensivaktionen. Gleichwohl fielen die ersten beiden Treffer der Gäste unter freundlicher Mithilfe des Gastgebers. Zunächst brachte Christian Schwarz nämlich den kreuzenden Andre Senger zu Fall, und deshalb gab es einen Strafstoß, den VfB-Kapitän Moritz Marheinecke souverän verwandelte. Den zweiten Treffer erzielte ein Bremer sogar selbst: Sebastian Kmiec wollte aus rund 20 Metern per Kopf auf BSV-Keeper Christian Ahlers-Ceglarek zurücklegen. Doch das misslang so gründlich, dass der Ball am weit vor seinem Tor stehenden BSV-Keeper vorbei ins Netz trudelte.

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Das war kein guter Auftakt. Doch hängen ließ sich der Gastgeber nicht. Seine Spieler wussten ja auch, worum es ging. In Braunschweig hatte der BSV beim 0:4 bereits eine klare Niederlage kassiert, eine weitere Klatsche, und die Qualifikationsrunde wäre völlig missraten – und schlechter verlaufen als die überraschende Teilnahme des Brinkumer SV im letzten Jahr. Es sei „ganz wichtig“ gewesen, das zu vermeiden, meinte Klaus Gelsdorf. Der tolle Freistoß von Sebastian Kurciewicz sowie Ahmet Güls Abstauber egalisierten das Ergebnis denn auch. Dumm nur, dass der Gegner nach dem Ausgleich wieder die Offensive ankurbelte. Die Drangphase des VfB Lübeck mündete jedenfalls in zwei weitere Tore, zwei weitere Strafstöße und eine Rote Karte für Boris Kaizer, der kurz vor der Linie mit der Hand klärte. Die Stimmung vermochten die ereignisreichen Schlussminuten aber nicht zu trüben. Peter Warnecke: „In den letzten Jahren ist so viel passiert in diesem Verein, da ist ein weiteres Jahr in der Bremen-Liga für die weitere Entwicklung auch nicht schlecht.“

Spielstatistik:

Bremer SV: Ahlers-Ceglarek – Schwarz, Waldau (79. Liebhard), Spohler, Kmiec (46. Kaizer) – Laabs, Wild - Kurkiewicz, Gül, Schiller (73. Heidebroek) – Uluisik

Tore: 0:1 Marheinecke (11., Foulelfmeter), 0:2 Kmiec (25., Eigentor), 1:2 Kurciewicz (36.), 2:2 Gül (50.), 2:3 Arslan (56.), 2:4 Koth (89., Foulelfmeter), 3:4 Uluisik (90.)

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Zuschauer: 911

Rote Karte: Kaizer (82./Handspiel)

Besonderes Vorkommnis: Ceglarek pariert Handelfmeter von Heidel (83.)

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