Das erste Mal seit acht Jahren

Pferd aus Bremen beim Hamburger Derby

Erstmals seit acht Jahren startet wieder ein Bremer Pferd beim Derby in Hamburg. Dabei handelt es sich um den Hengst Brian Boru. Sein Trainer vergleicht seine Chancen mit denen Werders in der Champions League.
07.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Dorow und Marco Hoffmann
Pferd aus Bremen beim Hamburger Derby

Gleich 25 Pferde, mit denen auf der Trainingsanlage in Mahndorf gearbeitet wird, will Galopptrainer Pavel Vovcenko bei den Rennen des Derby-Meetings in Hamburg an den Start bringen.

Frank Thomas Koch

Es wird anders als in den vergangenen Jahren. Dieser derzeit inflationär verwendete Satz kann auch auf das 151. Deutsche Derby in Hamburg angewendet werden. Der Termin für das Galopp-Meeting musste verschoben werden, Zuschauer wird es keine geben können, das Programm wurde gestrafft und auf drei Tage zusammengekürzt. Aus Bremer Sicht lässt sich obiger Satz aber auch auf einen anderen Umstand beziehen. Das darf als deutlich erfreulicher gelten als die Mitteilung über diverse Einschränkungen wegen eines, nun ja: galoppierenden Viruses. Erstmals seit acht Jahren wird am Sonntag wieder ein Bremer Pferd beim Derby vertreten sein.

Das populäre Rennen, in welchem dreijährige Hengste und Stuten auf die 2400 Meter lange Strecke geschickt werden, ist hoch dotiert. Es geht um insgesamt 650 000 Euro. Dass der Starter aus Bremen den größten Teil davon erspurtet, ist theoretisch möglich, wird in den Prognosen aber für einigermaßen unwahrscheinlich gehalten. Der Hengst Brian Boru wird auf der Trainingsanlage in Mahndorf von Pavel Vovcenko trainiert. Ende Juni hatte er sich im letzten Derby-Vorbereitungsrennen als Vierter qualifiziert. Zuvor ist er in seinen bisherigen Rennen Ende September des vergangenen Jahres einmal Dritter in Dresden geworden, in diesem Jahr sprangen ein zweiter sowie ein dritter Platz heraus, jeweils auf der Bahn in Hannover.

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Brian Boru, der dem Gestüt Hachetal gehört, zählt also am Sonntag in Hamburg zu jenen Pferden im Starterfeld, die noch sieglos sind. Dieses Feld soll aus insgesamt 19 Pferden bestehen, Stand Montagmittag. „Brian Boru hat ungefähr so viel Chancen wie im Fußball Werder Bremen in der Champions League“, sagt Vovcenko. Dem Hengst fehle noch die absolute Spitzenklasse. Vielleicht habe er auch „noch nicht genug Stehvermögen für die lange Distanz“. Vovcenko hatte 2012 auch den bislang letzten Bremer Derby-Starter gestellt. Anakin Skywalker wurde damals Neunter in einem 14-er Feld. In den bisherigen 150 Derby-Jahren hatte es viermal zu einem Bremer Sieg gereicht.

Als Brian Borus Jockey tritt am Sonntag Bayarsaikhan Ganbat an. Der 35-Jährige kam Ende der 1990-er Jahre mit seiner Familie aus der Mongolei nach Deutschland. Er ging in Berlin in jene Schule, die zur selben Zeit auch der spätere Bayern-Profi Jerome Boateng besuchte. Derzeit lebt und arbeitet Ganbat in Düsseldorf, er zählt zum erweiterten Kreis der deutschen Spitzenjockeys und hatte im vergangenen Jahr in München erstmals ein Gruppe-I-Rennen gewonnen, ein Rennen der höchsten Kategorie.

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Ein Bremer beim Derby-Highlight – viele Bremer beim Derby-Meeting: Pavel Vovcenko will am Freitag und Sonnabend in den verschiedenen Rennen in Hamburg noch 24 weitere Pferde an den Start bringen. Toni Potters, der seit dem vergangenen Herbst als Trainer in Mahndorf arbeitet, hat 14 Pferde genannt. Dazu kommen laut Vovcenko noch zwei Pferde von Jördis-Ina Meinecke sowie jeweils eines, das von Werner Haustein beziehungsweise Kamila Harms trainiert wird. Auch wenn die Atmosphäre diesmal eine andere sein wird, die Vorfreude auf das Event ist trotzdem spürbar in der Szene. Toni Potters gesteht, wie froh man sei, dass es wenigstens ein Drei-Tages-Programm gibt. „Und“, ergänzt er, „es liegt doch fast vor unserer Haustür.“ Das Motto „Auf die Pferde, fertig, los“ wird in Bremen rege befolgt.

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