Forderung nach Rücktritt

Attacke gegen BFV-Präsident Björn Fecker

Bremens Fußball-Chef Björn Fecker sieht sich mit schweren Vorwürfen eines CDU-Funktionärs aus Bremerhaven konfrontiert, Sport-Sprecher Detlef Müller kritisiert ihn wegen des Umgangs mit dem OSC scharf.
24.10.2020, 05:00
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Von Stefan Freye
Attacke gegen BFV-Präsident Björn Fecker

"Wir werden weiter gemeinsam mit den Vereinen nach Lösungen suchen": Björn Fecker sieht sich gezwungen, auf Vorwürfe aus der Bremerhavener CDU zu reagieren.

Christina Kuhaupt

Am Mittwochabend wurde entschieden. Da legte sich der Beirat des Bremer Fußball-Verbandes (BFV) – bestehend aus Vereinsvertretern und BFV-Funktionären – in einer Videokonferenz fest: Der Spielbetrieb soll erst einmal ruhen. Bis zur kommenden Woche, dann wird die Situation vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage neu bewertet. Die schriftliche Begründung des Verbandes erfolgte am Donnerstag. Sie ist ausführlich und hebt im Wesentlichen darauf ab, dass der Spielbetrieb angesichts steigender Quarantäne- und Infektionszahlen beeinträchtigt ist. Es heißt: „Speziell die umfangreichen Quarantänemaßnahmen bereiten den Vereinen dabei zunehmend Schwierigkeiten, leistungsfähige Mannschaften auf die Spielfelder zu schicken.“

Kritisiert wurde der BFV nicht für diese Entscheidung. Den meisten Beteiligten war klar, dass es unter den aktuellen Umständen – derzeit befinden sich allein vier Bremen-Ligisten in Quarantäne – nicht so einfach weitergehen konnte. Gleichwohl gibt es eine kritische Stimme. Sie kommt aus Bremerhaven, von Detlef Müller, dem Sportpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion der Stadt – und sie richtet sich gegen Björn Fecker. Der Präsidenten des BFV möge „darüber nachdenken, sein Amt zur Verfügung zu stellen, da es ihn scheinbar immer wieder in Konflikt zu seinem politischen Mandat bringt.“ Das ist eine Rücktrittsforderung, nur etwas netter formuliert. Sie bezieht sich auch nicht auf die Entscheidung vom Mittwoch, sondern auf eine Geschichte von vor rund zwei Wochen.

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Da hatte der OSC Bremerhaven durch seinen Abteilungsleiter Hajo Böhm beschlossen, auf Reisen ins Risikogebiet nach Bremen zu verzichten – und so war auch die 1. Herren nicht zum Spiel bei Vatan angetreten. Der BFV-Spielausschuss hatte die Partie daraufhin mit 0:5 gegen den OSC gewertet. Hinter den Kulissen des BFV bemängelte man die mangelnde Kommunikation des Vereins und verwies darauf, dass am Wochenende allein zwei weitere Bremen-Ligisten aus Bremerhaven zu Auswärtsspielen in Bremen angetreten wären. Zudem sei der Spielbetrieb von behördlicher Seite nicht untersagt worden. Das ist bis heute nicht der Fall.

Gleichwohl sieht Detlef Müller das Vorgehen des OSC nun bestätigt. Er stellt fest: „Herr Fecker, der als Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bremer Regierung sämtliche Corona-Maßnahmen im öffentlichen Raum mitträgt, muss sich die Frage gefallen lassen, warum er sich im Fall OSC Bremerhaven hinter den Verbandsstatuten verkriecht.“

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Björn Fecker verweist derweil auf ein „schwebendes Verfahren“, das in einigen Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Sportgericht entschieden wird. Dagegen betont der BFV-Präsident zum Zeitablauf: „Wir befinden uns in einer rasanten Entwicklung und in einer Situation, die es nie zuvor gab.“ Im Übrigen gehe der Verband seit Beginn der Pandemie sehr umsichtig mit dem Thema um. „Wir waren einer der ersten Verbände, die im März reagiert haben und zählen auch jetzt dazu“, so Fecker. Man werde nun weiterhin „gemeinsam mit den Vereinen nach Lösungen suchen“. Das gelte auch für den OSC Bremerhaven.

Tatsächlich berichtet dessen Trainer/Sportlicher Leiter Björn Böning von „ersten, vielversprechenden Gesprächen“ mit dem Verband. Womöglich wird also doch noch eine Lösung gefunden, die alle Beteiligten einigermaßen zufrieden stellt. Ob das die Diskussionen auf politischer Ebene beendet, ist allerdings fraglich.

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