Wasserball

Champions League in Bremer Unibad

Wasserball auf internationalem Spitzenniveau gab es in Bremen zuletzt, als die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft Anfang 2015 im Unibad gastierte. Über Umwege kommt nun die Champions League nach Bremen.
25.10.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jan-Felix Jasch

Wasserball auf internationalem Spitzenniveau gab es in Bremen zuletzt, als die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft Anfang 2015 im Unibad gastierte. Über Umwege kommt nun die Champions League nach Bremen.

Champions League in Bremen. Das ist kein Traum – denn es geht nicht um Fußball, sondern um Wasserball. Denn während Werder in den Niederungen der Tabelle der Fußball-Bundesliga herumdümpelt, haben die Wasserballer von Waspo 98 Hannover höhere Ziele. Aber wieso Hannover? Die Erklärung für den Ausflug der Niedersachsen ist ebenso verwunderlich, wie banal.

Waspo-Präsident Bernd Seidensticker erklärte: „Die Sanierung des Stadionbades in Hannover wird nicht rechtzeitig abgeschlossen.“ Die Drittrunden-Partie der Champions League sollten die Niedersachsen am 26. Oktober austragen. Gegner ist der rumänische Serienmeister CSM Oradea. Und durch die Sanierung des Bades in Hannover kommt Bremen unverhofft zu einem regelrechten Wasserball-Leckerbissen.

Die Niedersachsen mussten sich auf die Suche nach einem Ersatzspielort begeben, denn der Gegner CSM Oradea hatte auch einem möglichen Tausch des Heimrechts nicht zugestimmt. In Hannover gibt es zwar noch ein weiteres Bad mit einer 50-Meter-Schwimmbahn, dieses sei jedoch nicht hoch genug, sagte Seidensticker. „Die Champions League schreibt da relativ genaue Regeln vor”, so der Präsident. Neben Bremen seien noch Hamburg, Magdeburg und Braunschweig im Gespräch gewesen.

Stadionuhr muss nach Bremen transportiert werden

Fündig wurde Waspo 98 jedoch in Bremen. Das Unibad bietet hier hervorragende Voraussetzungen, wie auch die Austragung des Weltliga-Spieles zwischen Deutschland und Spanien im Januar 2015 bewiesen hat. „Bremen hat sich sehr kooperativ gezeigt und war sofort bereit das Spiel auszutragen”, sagte Seidensticker.

Verständlicherweise ist der Präsident trotzdem alles andere als begeistert. „Berlin hat seinen Flughafen und wir haben halt unser Bad”, sagte er. Es sei ein ziemlicher logistischer Aufwand, alleine eine spezielle Stadionuhr nach Bremen zu transportieren. Auch die Mannschaften müssten untergebracht werden. Wichtig ist, dass sie nicht im gleichen Hotel übernachten dürfen, wie die Schiedsrichter. Und auch Trainingsmöglichkeiten für beide Mannschaften müssen gegeben sein. „Es ist ein unglaublicher Aufwand und wird am Ende 20 000 Euro Mehrkosten verursachen”, sagte Seidensticker.

In Hannover hätte Waspo 98 mit 700 bis 800 Zuschauern gerechnet. Auch ein VIP-Bereich sei geplant gewesen, sagte Seidensticker. Nun hofft der Präsident, dass angesichts der Bedeutung des Spiels auch einige Bremer Fans den Weg ins Unibad finden. Zumal Waspo 98 sich auch noch bereit erklärt hat, auf Eintrittsgelder zu verzichten. So können Fans am kommenden Mittwoch (21 Uhr) sogar kostenlos ins Unibad kommen. Nicht mit dabei sein wird dann der einzige Bremer im Kader der Hannoveraner, Felix Haarstrick. Er fällt mit einer gebrochenen Hand aus.

Hoher Besuch hat sich angekündigt

Trotz allen Aufwandes und der hohen Kosten überwiegt die Erleichterung bei Waspo 98. „Wir sind dankbar für die Unterstützung, die Bremer versuchen alles und sind unglaublich flexibel, auch wenn wir natürlich lieber zu Hause gespielt hätten”, sagte Seidensticker.

Und trotz des ungewöhnlichen Spielortes und Haarstricks Ausfall ist klar, wohin es für Waspo 98 gehen soll. „Wir wollen in die Gruppenphase”, so Seidensticker. Rumäniens Serienmeister ist die letzte Hürde auf dem Weg in eben jene. In der Wasserball-Champions-League spielen nämlich lediglich zwölf Vereine in der Hauptrunde Europas Sieger aus.

Auch hoher Besuch hat sich zu dem Spiel angekündigt: Ginani Lonzi, der Vorsitzende des Wasserball-Weltverbandes Fina, wird in Bremen am Mittwoch dabei sein. „Wir freuen uns darüber, das unterstreicht die Bedeutung des Spiel”, sagte Seidensticker. Denn trotz allem sei die Bedeutung von Wasserball als Sport in Deutschland nicht annähernd so wie in Südeuropa. „In Griechenland laufen Spiele live im Fernsehen, in Serbien gibt es jede Woche ein Stunde Zusammenfassungen”, sagte Seidensticker. „Ich könnte höchstens mit meinem Handy ein paar Videos machen.” Trotz Champions League ist das Interesse an Wasserball also gering. Vielleicht kann ja das Bremer Gastspiel von Waspo 98 das zumindest ein klein wenig ändern.

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