„Ich weiß genau, was ich kommuniziere"

„Ich weiß genau, was ich kommuniziere"

Werders Leiter Scouting und Profifußball, Clemens Fritz, erzählt im Zillertal über die Mannschaft, seine Aufgaben und einiges mehr.
22.08.2020, 21:47
Lesedauer: 2 Min
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„Ich weiß genau, was ich kommuniziere
Von Christoph Sonnenberg

Zell am Ziller. Die Schnittstelle zwischen Mannschaft und Trainer soll er sein. Seit Juli ist Clemens Fritz nicht nur Leiter Scouting, er ist auch Leiter Profifußball. Falls etwas schiefläuft innerhalb des Teams, soll Fritz Ansprechpartner für die Spieler sein, aber auch für Florian Kohfeldt. Im Trainingslager ist der Ehrenspielführer erstmals in neuer Rolle dabei.

In einer Medienrunde sprach Fritz über

… seine Eindrücke von der Mannschaft:

Sehr engagiert! Es macht wirklich Spaß, ihr zuzuschauen. Die Intensität im Training ist hoch, das Programm enorm. Trotzdem sind alle mit Eifer dabei. Man sieht, dass die Mannschaft lebt: Es ist laut auf dem Platz, jeder spricht. Das sind auch Zeichen dafür, dass alle Lust haben. Auch mental sind alle voll bei der Sache. Ich denke, dass wir gerade auf einem ganz guten Weg sind.

… die Integration von Tahith Chong:

Er ist sehr offen, deshalb hat es nicht lange gedauert, ihn zu integrieren. Er geht auf alle zu, ist ein positiver Typ und macht einen guten Eindruck. Er macht es anderen Menschen einfach, die Mannschaft ihm aber auch, sich einzufinden. Auf dem Platz sieht man, dass er mit seiner Schnelligkeit ein wichtiges Element in unser Spiel bringt. Er ist ein großes Talent mit vielen wichtigen Voraussetzungen. Trotzdem sollten wir ihm nicht mit Vergleichen mit anderen Spielern zu viel Druck aufladen.

… die neue Aufgabe als Leiter Profifußball:

Ein Trainingslager ist das perfekte Umfeld,
die Mannschaft besser kennen zu lernen, mit den Spielern zu sprechen und ein gutes
Gefühl für das Team zu bekommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es auch zu viel werden kann. Dass man als Spieler denkt: Was will der denn jetzt schon wieder von mir? Das ist ein schmaler Grad. Mein Vorteil ist die eigene Erfahrung als Spieler. Ich denke nicht, dass Spieler denken, ich bin das Ohr des Trainers. Ich weiß ganz genau, was ich kommuniziere und was ich auch mal nicht kommuniziere.

… Scouting in Zeiten der Vorbereitung:

Es ist noch immer nicht ganz einfach. Im Zillertal kann man zuschauen, in Kitzbühel war das Spiel Liverpool gegen Stuttgart komplett ohne Zuschauer. Ein paar Livespiele haben wir schon gesehen, wenn auch nicht so viele wie gewünscht. Und wir scouten, in dem wir Videos anschauen. Die Hoffnung, dass zumindest Scouts bei Spielen vor Ort sein können, hat sich nicht erfüllt. Da ist noch nichts in Sicht. Es trifft alle Vereine, dass wir uns in dieser besonderen Situation befinden.

… den aktuellen Transfermarkt:

Es ist sehr ruhig, kaum ein Verein ist derzeit aktiv. Es kommen immer mal wieder Anfragen rein für einige unserer Spieler, die wir noch abgeben wollen. Damit beschäftigen wir uns und schauen, was für die Spieler und uns am besten ist.

… das Finale der Champions League:

Das ist immer ein besonderes Spiel, auf das ich mich freue. Wir haben genügend Möglichkeiten im Hotel, das Spiel zu verfolgen. Im Konferenzraum gibt es eine Möglichkeit, auf den Zimmern. Mit deutscher Beteiligung macht das Spiel umso mehr Spaß. Der FC Bayern hat die etwas geschlossenere Mannschaft, bei Paris sind mehr Individualisten im Team. Es wird spannend! Ich drücke Bayern die Daumen, dass sie gewinnen. Es wäre auch für Deutschland ein gutes Zeichen.

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