Mitgliederrückgang im LSB Viele Sportler mit der Geduld am Ende

Es gibt kein einheitliches Bild von den bremischen Sportvereinen. Klar ist aber: In der Gesamtheit verzeichnet der Landessportbund Bremen für das Jahr 2020 einen Rückgang von vermutlich mehr als fünf Prozent.
09.02.2021, 20:22
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Viele Sportler mit der Geduld am Ende
Von Jörg Niemeyer

Wie geht es mit dem Sport weiter? Vereine und Verbände hoffen auf baldige Lockerungen. „Zum Glück sind wir nicht existenziell bedroht“, sagt der Geschäftsführer des TV Eiche Horn, Fred Siegert. Er ist nach langen Monaten der Krise überzeugt, dass sein Verein „es gut hinbekommen wird“. Trotz der etwa 7,5 Prozent, die der TV Eiche zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 1. Januar 2021 verloren hat. Etwa 270 Mitglieder habe der Verein jetzt weniger, nun seien es noch etwa 3450. Das führe allein bei den Beiträgen in diesem Jahr zu Mindereinnahmen von etwa 60.000 Euro.

Auch der SV Grambke-Oslebshausen hat eine erste Bilanz gezogen – sie fällt prozentual schlechter aus als die in Horn. „Der Verlust beträgt etwa zwölf Prozent“, sagt Geschäftsführer Holger Bussmann. Von knapp 2000 Mitgliedern sei der SVGO auf knapp 1750 geschrumpft. Und Bussmann befürchtet, dass weitere Austritte folgen werden. „Wir bekommen mehr Anrufe von Mitgliedern, die zunehmend ungeduldig werden“, sagt er. Zwar werde nicht in jedem Telefonat ein Austritt angekündigt, aber es gebe Diskussionen um den Beitrag. Kernfrage: Warum müsse gezahlt werden, wenn der Verein keine Gegenleistung biete?

Die Vereine wandeln auf einem schmalen Grat: Auf der einen Seite haben sie Verständnis für unzufriedene Mitglieder, die wegen Corona quasi ausgesperrt sind; auf der anderen Seite stehen die Ausgaben, die in den Klubs trotz Corona anfallen. Der SVGO, so sagt Holger Bussmann, habe die letzten Monate genutzt, um in den Sportanlagen viele Reparaturen in Angriff zu nehmen. Geld, das an mancher Stelle zum Beispiel für Übungsleiter eingespart worden ist, ist damit in die Vereinsinfrastruktur gesteckt worden. Eine Leistung, deren Wert die Mitglieder wohl erst dann ermessen können, wenn sie wieder in die Hallen und auf die Plätze dürfen.

Was die Anzahl der Austritte betrifft, erkennt Sabine Brandt keinen großen Unterschiede zum Jahresbeginn 2020. „Es fehlen aber die 150 bis 200 Neuanmeldungen, die wir sonst haben“, sagt die Geschäftsführerin der BTS Neustadt. Und ja, auch sie stelle fest, dass die Austritte jetzt vermehrt auf den Verein zukämen. Etwa 1500 Mitglieder habe die BTS aktuell. In normalen Zeiten kämen etwa 300 Menschen dazu, die das Kursangebot des Vereins nutzen – das es derzeit wegen der Pandemie aber nicht gibt. „Da kommt eins zum anderen“, sagt Sabine Brandt mit Blick auf die Einnahmen. Und mit Blick auf die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch äußert die Neustädterin den Wunsch, dass die Sportvereine nicht vergessen werden sollten. „Sie haben es mit dem Hygienekonzept gut hingekriegt“, sagt Brandt. Derzeit lote ihr Verein aus, was an Sport unter Einhaltung aller Maßnahmen trotzdem möglich sei. „Wir müssen die Mitglieder wieder stärker an uns binden“, sagt Brandt – und sei es in noch so kleinen Gruppen in den Hallen.

Trotz unterschiedlicher Stimmungslage verspürt Andreas Vroom in den Vereinen und Verbänden „überwiegend Optimismus“. Der Präsident des Landessportbundes Bremen (LSB) betont allerdings, dass es unmöglich sei, ein einheitliches Bild von den Problemen der Klubs wiederzugeben. „Es gibt Vereine, die jetzt 15 Prozent weniger Mitglieder, aber weiterhin hohe Kosten haben“, sagt Vroom, „für diese Vereine ist die Lage dramatisch.“ Es gebe jedoch auch Klubs, zum Beispiel im Tennis und Golf, mit einem Zulauf an Mitgliedern. Und es gebe die, die keine Beitragsverluste, aber weniger Kosten und daher keine finanziellen Schwierigkeiten hätten.

Grundlagen für erste Einschätzungen des LSB sind eine Umfrage in den Klubs und Verbänden zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie vom Dezember und die Mitgliederzahlen zum 1. Januar 2021. An der Umfrage hatte sich, so Vroom, etwa ein Drittel der knapp 400 Vereine beteiligt. Eine Tatsache, die den LSB-Präsidenten beschäftigt, weil er über die Lage in zwei Dritteln der Klubs keine Rückmeldungen erhalten hat. Vroom kann sich aber kaum vorstellen, dass es in so vielen Vereinen keine corona-bedingten Probleme gebe.

Belastbarer, wenn auch noch nicht vollständig, sind die Zahlen, die der LSB zur Mitgliederentwicklung vorliegen hat. Auch hier gilt, dass die Statistik der Gesamtheit aller Klubs keinen Rückschluss auf den einzelnen zulässt. 295 Vereine mit 134.480 Mitgliedern Anfang 2020, so Vroom, registrieren zu Beginn 2021 in Summe einen Rückgang um 9817 Personen (7,3 Prozent). Dagegen vermelden 82 Klubs mit 19.328 Mitgliedern am 1. Januar 2020 ein Plus von 1152 Personen – das entspricht einem Zuwachs um 5,96 Prozent. Zu- und Abgänge zusammengefasst bedeuten für den LSB, dass seine Mitgliederzahl zum 1. Januar 2021 um 5,63 Prozent gesunken ist. Das sei weniger als der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in seiner Prognose befürchtet habe, sagt Vroom. Das ist für den LSB aber kein Trost, denn bei weniger Mitgliedern erhalten LSB, DOSB und mancher Fachverband auch weniger Verbandsabgaben der Vereine. Auch die Verbände müssen mit den Mindereinnahmen klar kommen.

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