Corona-Krise

Über Konzepte und Kompromisse

Die Zeit des kompletten Stillstands ist vorbei. Auch bei Tura Bremen hat man sich mit den Corona-bedingten Auflagen arrangiert und Konzepte erarbeitet, um den Sportbetrieb allmählich wieder hochzufahren.
16.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Über Konzepte und Kompromisse
Von Frank Büter
Über Konzepte und Kompromisse

Corona und der Sport: Man arrangiert sich, sagt Turas Geschäftsführer Alex Hartung.

Lentz

Bremen. Die Zeit des kompletten Stillstands ist vorbei. Auch bei Tura Bremen hat man sich mit den Corona-bedingten Auflagen und Vorschriften arrangiert. Man hat Konzepte erarbeitet und Kompromisse gemacht, um den Sportbetrieb allmählich wieder hochzufahren. Mit kleineren Gruppen etwa und größerem Abstand. Mit Terminvergaben für das Fitnessstudio. Mit einer Einbahnstraßenregelung und Maskenpflicht im Klubgebäude. Trotz der Auflagen fühle es sich doch fast schon wieder normal an, sagt Turas Geschäftsführer Alex Hartung, „zumindest so normal wie es unter diesen Bedingungen laufen kann“.

Mit Ausnahme der beiden Herzsportgruppen und der Angebote für die Jüngeren wie etwa Kinderturnen sind sämtliche Abteilungen des rund 2400 Mitglieder zählenden Vereins aus dem Bremer Westen wieder aktiv. Darunter auch die Lungensportgruppe. „Beim Herzsport handelt es sich um die Risikogruppe, und die Kinder sind eben schwerer zu bändigen, wenn es um Hygiene und Abstand geht“, erläutert Hartung. Ansonsten sei er froh über die Fülle der Angebote, gerade auch mit Blick auf den Rehabereich inklusive Wassergymnastik. „Alle orthopädischen Sachen laufen wieder, die Trainer machen da echt einen guten Job.“

Seit Anfang dieses Jahres ist Alex Hartung als Geschäftsführer im Amt. Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben zum beruflichen Einstieg, als einen Verein über Monate durch die Corona-Krise zu führen. Hartung kann dieser Herausforderung im Rückblick aber auch Gutes abgewinnen. Die Mitglieder seien sinnbildlich zusammengerückt. Alle hätten sich eingebracht, auch das ehrenamtlich tätige Präsidium habe sich täglich vor Ort gekümmert. Und durch die Verlagerung von Aufgaben unter den Vollzeitkräften habe man es zudem geschafft, ohne Kurzarbeit auszukommen. „Das war eine schöne Teamleistung von allen“, sagt Hartung.

Der 29-Jährige hat die Zeit aber auch dafür genutzt, den Verein technisch zu modernisieren und zu digitalisieren. „Gerade in der Phase des Lockdowns hat man gemerkt, wie wichtig es ist, mit den Mitgliedern auch über die sozialen Netzwerke im Austausch zu sein“, sagt Hartung. Dabei hat er für Tura beispielsweise einen eigenen Youtube-Kanal eingerichtet und im Vereinszentrum an der Lissaer Straße für neues Internet gesorgt. „Die bisherige Ausstattung war noch aus Napoleons Zeiten“, sagt Hartung und lacht.

Vereinsaustritte aufgrund des zwischenzeitlichen fehlenden Sportangebotes habe es nicht gegeben, sagt Hartung. „Alle haben großes Verständnis gezeigt. Das war echt toll, da kann man nur Danke sagen.“ Ebenso wie für das Eis, das dem Büroteam auch schon mal bei einem Besuch am Fenster vorbeigebracht wurde. Was indes fehlen würde, wären Neueintritte in den Verein. „Wenn man kein Probetraining anbieten kann, kann man auch keine neuen Mitglieder gewinnen“, sagt Alex Hartung mit Blick auf das Fitnessstudio. Dort sind aus Platzgründen derzeit maximal 15 Sportler zur selben Zeit zugelassen. Und weil das wohl noch eine Weile so bleiben wird, gibt es auch keine freien Zeiten für ein Schnuppertraining. „Das ist natürlich sehr schade“, sagt Hartung.

Neue Angebote gibt es indes aber auch. Im Rahmen des Tura-Ferienprogramms mit einer bunten Angebotspalette für Kinder und Jugendliche bietet der Klub zurzeit auch Leichtathletik an. Dieses Angebot unter der Leitung von Trainer Markus Berger könnte bei entsprechender Resonanz der Startschuss dafür sein, dass bei Tura nach langen Jahren der Abstinenz auch wieder Leichtathletik betrieben wird. „Eine neue Laufbahn haben wir ja, die muss jetzt nur richtig genutzt werden“, sagt Alex Hartung. „Es wäre doch cool, wenn wir da ein neues Angebot schaffen könnten.“

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