Sechs-Tage-Rennen 2010 Das Handicap-Rennen: Herausforderung für die Favoriten

Bremen. Bislang ließ der sportliche Leiter des Bremer Sechs-Tage-Rennens Patrick Sercu nicht die Neigung erkennen, sich unbeliebt machen zu wollen. Das könnte 2010 anders werden – zumindest bei den Fahrern. Denn auf die wartet am vorletzten Abend der Veranstaltung ein Handicap-Rennen.
18.01.2010, 15:19
Lesedauer: 2 Min
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Das Handicap-Rennen: Herausforderung für die Favoriten
Von Jörg Niemeyer

Bremen. Ein neuer Wesenszug bei Patrick Sercu? Bislang ließ der sportliche Leiter des Bremer Sechs-Tage-Rennens jedenfalls nicht die Neigung erkennen, sich unbeliebt machen zu wollen. Das könnte in diesem Jahr aber anders werden – zumindest bei den Fahrern. Denn auf die wartet am vorletzten Abend der Veranstaltung eine nicht allseits beliebte Variante im Reglement: Patrick Sercu hat die beiden Jagden am Montag zum Handicap-Rennen erklärt.

Viele Jahre hat es in Bremen kein Handicap-Rennen mehr gegeben – 2010 möchte der Chef seinen Angestellten offenbar ein bisschen Feuer unterm Hintern machen. Wohl zur Freude des Publikums, das sich auf zusätzliche Spannung freuen darf. Denn in die erste Montag-Jagd gehen die besten Teams nicht etwa als Führende ins Rennen.

Nein, für sie gilt es, Rückstand aufzuholen. Künstlichen Rückstand sozusagen. Das Gesamtergebnis am Sonntagabend bildet die Grundlage dafür, wem Patrick Sercu am Montag wie viel Runden Rückstand aufbürdet. Das heißt: Das schlechteste Team oder gegebenenfalls mehrere schwächere Mannschaften werden auf null gesetzt, die besseren erhalten eine oder mehrere Runden Rückstand. Das Fiese daran: Die Profis haben er erst ganz kurzfristig erfahren, wie groß ihr Handicap ausfällt.Etwaige taktische Absprachen mit den Konkurrenten sind damit so gut wie ausgeschlossen. Und noch eine andere Kröte müssen die Fahrer schlucken: Patrick Sercu behält sich vor, den Rundenrückstand auch ein bisschen nach Gefühl und Laune festzulegen.

Sechs Runden für Marvulli/Risi und Keisse/Bartko

Besonders hart wird es am Montagabend für die Mannschaften Risi/Marvulli und Keisse/Bartko. Ihnen brummte Sercu jeweils sechs Runden Rückstand auf. Die derzeit führenden Niederländer van Bon/Stam werden hingegen nur um fünf Runden zurückgestuft.

„Das Beste für die Fahrer ist“, sagt der Chef schmunzelnd, „dass sie mich an den Tagen zuvor nicht zu sehr ärgern. Sie sollten ganz lieb zu mir sein.“ Wer also an den ersten vier Tagen auf dem Bremer Oval in den Augen des Belgiers nicht kräftig genug in die Pedale getreten hat, dem droht die prompte Bestrafung. Und die könnte – das macht die Angelegenheit noch ein bisschen ernster für die Fahrer – nicht nur in die beiden Jagden am Montag hineinwirken, sondern ins Gesamtklassement.

Denn der Wettfahrtausschuss wird die Vorstellung und Leistung der Teams am Montag umrechnen in Rundengutschriften für den letzten Abend – oder er wird Paare mit Rundenverlusten belegen. Ob die Fahrer Patrick Sercu dann auch noch lieben werden? Bis zum Ende der zweiten Jagd am Montag haben die Teams Zeit, das Handicap wettzumachen. Schaffen sie das nicht, gewinnen sie auch nicht. So einfach ist das.

Die einzelnen Wertungen in den beiden 30-Minuten-Jagden sind vom Handicap natürlich unberührt: Punkte werden gesammelt und fließen ins Klassement ein. Aber abgerechnet wird eben erst ganz am Ende.

Das Handicap aller Teams:

Bruno Risi und Franco Marvulli: 6 Runden

Iljo Keisse und Robert Bartko: 6 Runden

Leon van Bon und Danny Stam: 5 Runden

Leif Lampater und Christian Grasmann: 5 Runden

Eric Mohs und Marcel Barth: 4 Runden

Andreas Müller und Andreas Beikirch: 4 Runden

Alexander Aeschbach und Trsitan Marguet: 4 Runden

Jens-Erik Madsen und Marc Hester: 3 Runden

Sergej Kolesnikov und Alexej Schmidt: 3 Runden

Sebastian Donadio und Vojtech Hacecky: 2 Runden

Martin Blaha und Jiri Hochmann: 1 Runde

Sebastian Siedler und Christian Bach: 0 Runden

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