Serie: Das Jahr der Mareike Max

Die lange Saison nach der langen Pause

Die Werder-Hochspringerin Mareike Max kann an diesem Freitag mit dem Gefühl der Genugtuung in den letzten Wettkampf des Jahres gehen.
25.09.2020, 05:00
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Die lange Saison nach der langen Pause
Von Olaf Dorow

Endlich mal 'ne Pause jetzt. Den ganzen Oktober: Pause. Nur ein bisschen fithalten, kein anstrengendes Training, vor allem kein Wettkampf-Adrenalin. Wer hätte das gedacht, dass sich Mareike Max darauf mal freuen kann. Seit 2017 war die Werder-Hochspringerin nicht mehr schmerzfrei, hatte im Summe vier Operationen an ihrem Fuß über sich ergehen lassen müssen und anderthalb Jahre lang keine Wettkämpfe bestreiten können. Ehe sie nun – ausgerechnet in diesem befremdlichen Corona-Jahr – eine sehr lange Saison bestritt, an deren Ende sich die meisten Athleten für gewöhnlich freuen. weil die Saison jetzt dann doch mal zu Ende geht und der innere Spannungsdruck fallen kann.

„Es war schon schwierig, die innere Anspannung über einen so langen Zeitraum zu halten“, sagt Mareike Max. Vor gut drei Monaten war sie in die Wettkampfphase 2020 eingetreten, mit einem Abendsportfest in Papenburg soll sie an diesem Freitag abgeschlossen werden. Sie glaube nicht wirklich, dass da in Papenburg eine Super-Höhe herauskomme, sagt Mareike Max. Die Anspannung ist nicht mit jener vor einem internationalen Wettkampf zu vergleichen, der Saisonhöhepunkt, die gemeinsamen Landesmeisterschaften mit Bremen und Niedersachsen in Hannover, ist schon zwei Wochen her. Und Super-Höhen waren nicht das, was in diesem Jahr auf Gedeih und Verderb erreicht werden musste. Mareike Max wollte nach der riesenlangen Zwangspause wieder ein Gefühl für Anlauf, Flug und Landung bekommen. Sie wollte sozusagen neues Vertrauen aufbauen in den eigenen Fuß. Sie wollte sich möglichst stabilisieren bei Höhen jenseits der 1,70 Meter.

Hat sie geschafft. Man könnte sagen: nein, keine Super-Höhen, aber: ja, super-zufrieden. Soeweit man das Wort zufrieden bei ewig nach Höherem strebenden Leistungssportlern eben verwenden kann. In Hannover wurde sie mit 1,75 Metern Landesmeisterin. „Und der Sprung über 1,78 war auch nicht aussichtslos“, sagt die 22-jährige BWL-Studentin, die im Wintersemester ihre Bachelor-Arbeit angehen will. Schwerpunkt Sportökonomie.

Der Wettkampf in Hannover war quasi ein weiterer kleinerer Schritt hin zu mehr Selbstvertrauen. Zu mehr Gefühl für den Bewegungsablauf, bei dem Druck und Dynamik, Tempo, Technik und Timing stimmen müssen, damit die Latte nicht herunterfällt. Der Wettkampf in Hannover sei der erste des Jahres gewesen, bei dem ihr Trainer Roman Fricke nicht vor Ort gewesen sei, sagt sie. Zu beginn der Saison sei ihr das sehr wichtig gewesen, dass der Trainer dabei ist. Da hatte sie zugegeben, dass sie so recht gar nicht spüre, was sie da eigentliche mache während der Versuche. Auch dieses Gespür habe sich deutlich verbessert.

Zum Abschluss der Saison wird die Trainingsgruppe Fricke nach dem Sportfest in Papenburg noch gemeinsam nach Groningen fahren und anschließend noch in den Kletterwald Nord in Thüle bei Cloppenburg. Klettern, das passt dann irgendwie ganz gut. Sie wollen ja alle hoch hinaus, die Athleten – und können da in Thüle jetzt ganz ohne innere Anspannung nach oben klettern.

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