Handball Das Projekt HC Bremen

Bremen. Die Handball-A-Jugend des HC Bremen steht kurz vor dem Bundesliga-Klassenerhalt und nach zwischenzeitlichen Problemen jetzt auch in finanzieller Hinsicht vor einer gesicherten Zukunft. Daran haben auch die Eltern der Spieler großen Anteil.
06.02.2014, 08:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Bremen. Das Werbeplakat über den Toren des HC Bremen spricht Bände: „Hier stimmen Preis und Leistung“ – so springt es den Zuschauern am Jakobsberg förmlich ins Auge. Kleiner Etat, Riesenleistung: Das ist das Motto, mit dem der A-Jugend-Bundesligist in dieser Saison gegen die großen Handball-Internate aus Kiel, Flensburg-Handewitt, Essen oder den HSV Hamburg anstinkt.

Das Beste daran: „Noch zwei Siege, und wir haben den direkten Klassenerhalt geschafft“, rechnet der HC-Vorsitzende Ralf Fricke vor. Sechs Spieltage vor Saisonende hat seine Mannschaft als Tabellensechster sieben Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger HSV Hamburg. Mit Siegen am Sonnabend um 19.30 Uhr am Jakobsberg gegen das abgeschlagene Schlusslicht SG Ratingen und dem darauffolgenden Auswärtsspiel beim Vorletzten TV Bissendorf-Holte soll der Ligaverbleib endgültig eingetütet werden.

Ganz so euphorisch will Christian Maaßen nicht sein. Er hat als Trainer ja auch das sportliche Risiko zu verantworten. „Der HSV hat noch ein Spiel mehr zu absolvieren und das leichtere Restprogramm. Also müssen wir sechs Punkte holen, um auch rein rechnerisch sicher zu sein“, gibt er zu bedenken. Seinen überragenden Spielmacher Monty Schröder schreckt das nicht ab: „Wir haben unser Ziel fast schon erreicht. Der Rest ist nur noch Bonbon.“

„Lasst uns nicht über die Vergangenheit, sondern nur über uns reden“, war der Wunsch des Teams unmittelbar vor der Saison. Es wollte nicht immer mit der rückraumstarken Mannschaft verglichen werden, die 2013 bis ins Viertelfinale der deutschen Meisterschaft eingezogen war. Für die elf Neuzugänge wurde extra eine neue Abwehr mit einem flotteren Spielstil kreiert. Dass sie jedoch solch eine Entwicklung nehmen würde, damit hatten selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. „Meine Mannschaft hat die Erwartungen bis jetzt übererfüllt“, sagt Trainer Christian Maaßen und ist rundum zufrieden.

Nach Spielern wie Regisseur Monty Schröder (72/13 Tore) und Kreisläufer Tilman Pröhl (74 Tore) leckt sich die Konkurrenz die Finger. „Es ist nur schade, dass unsere Arbeit hier nicht so gewürdigt wird und wir bei einigen Vereinen immer noch als Konkurrenz angesehen werden“, findet Maaßen, „dabei könnte uns dieses Projekt, mit eigenen Talenten aus der Region unter dem gemeinsamen Dach eines neuen Vereins an den Start zu gehen, mittelfristig auch einen festen Männer-Drittligisten bescheren.“ Maaßen ist froh, dass ihm mit Michael Kante nun auch ein Co-Trainer zur Seite steht.

Finanziert ist die Bundesliga-Zukunft des HC Bremen auf jeden Fall. „Der Etat für diese Saison ist komplett gedeckt“, sagt Ralf Fricke. Den letzten Rest des etwa 35 000 Euro umfassenden Budgets hatten jüngst die Eltern des Vereins von der A- bis zur C-Jugend gedeckt. „Sie haben ihre Kontakte genutzt und auch selbst gespendet“, freut sich Fricke über die Unterstützung. Mittlerweile liegen ihm einige Zusagen für die kommende Saison vor, sodass er den Etat 2014/15 zusammen mit den in Kürze anstehenden Gesprächen mit den Hauptsponsoren HKK und Elko „zu 50 Prozent decken“ könnte.

Die Elternschaft begnügt sich aber nicht mit Geldsammeln, sie stärkt im Verein auch die Strukturen. Der eine Teil kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und schickt Meldungen an Handball-Internetportale oder erstellt Newsletter, der andere startet Marketingaktivitäten wie den Verkauf von Spielfeldern auf einer Werbetafel.

Nach den Heimspielen findet in der Gaststätte am Jakobsberg ein Stammtisch mit der Bundesliga-Mannschaft und den Zuschauern statt – mit Vergünstigungen auf den Getränkepreis. „Das kommt bei den Zuschauern gut an“, sagt Fricke. Jetzt soll mit dem Sieg am Sonnabend gegen Ratingen der nächste Schritt in der Bremer Bundesliga-Geschichte unternommen werden. Vielleicht greift dann auch wieder der starke Linksaußen Tim Steghofer ins Geschehen ein, der nach langer Verletzungspause auf sein Comeback brennt.

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