Fußball-Landesliga Bremen Das Tief im Norden

Mit Farge-Rekum, DJK Blumenthal, Lesum-Burgdamm und Grohn stehen gleich vier Teams am Tabellenende der Fußball-Landesliga Bremen. Vier Spieltage stehen noch aus.
25.05.2018, 16:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Noch vier Spiele sind in der Bremer Landesliga zu absolvieren. Längst steht fest, dass die Kicker des SC Borgfeld und der SFL Bremerhaven auch nach dem letzten Spieltag die Aufstiegsplätze belegen werden und zukünftig in der Bremen-Liga antreten. Spannend geht es nur noch am Tabellenende zu. Der Blick auf die letzten Plätze ist für Nordbremer Fußballfreunde allerdings mit einer harten Prüfung verbunden: Das Schlusslicht TSV Farge-Rekum (13 Punkte) steht als Absteiger bereits fest, DJK Germania Blumenthal (22) ist als 15. akut gefährdet, und auch der TSV Lesum-Burgdamm (26) sowie der SV Grohn (28) gelten noch als theoretische Anwärter auf den zweiten Abstiegsplatz.

Keine Euphorie in Farge

Diese ungewöhnlich prekäre Lage von gleich vier Vereinen gefällt Holger Franz natürlich nicht. Der ehemalige Vorsitzende des Nordkreises und Vizepräsident im Bremer Fußball-Verband hat die Entwicklung der letzten Monate aufmerksam verfolgt – und weiß deshalb wenigstens, wo es hakt. Es beginnt mit dem ersten Absteiger. „Farge Rekum hat die Euphorie aus der Bezirksliga nicht mit in die neue Spielklasse retten können“, sagt Franz. In der Vorsaison hatte der Aufsteiger auch dank einer ungewöhnlich großen Zuschauerunterstützung regelmäßig starke Leistungen abgeliefert. In der Landesliga lief es dann von Beginn an nicht mehr. „Sie waren bereits in der Hinrunde abgeschlagen“, erinnert sich Holger Franz. Immerhin: Seitdem in Björn Reschke ein arrivierter Trainer das Team im Winter übernahm, stabilisierte sich der Aufsteiger ein wenig. „Jetzt spielen sie die Saison solide zu Ende“, sagt Franz.

Das würden sie bei der DJK Blumenthal auch gern von sich behaupten. Tatsächlich bleiben die Erfolge weitgehend aus, nachdem das Team im Winter durch diverse Personalwechsel geschwächt worden war. „Damals ist Trainer Bahadir Kilickeser mit fünf, sechs Spielern zum Nachbarn Türkspor gewechselt“, weiß Holger Franz. Diesen „Aderlass“ habe die Mannschaft nicht auffangen können. Weil der Funktionär nicht damit rechnet, dass sich noch grundlegend etwas ändert, erwartet er die aktuelle Tabellenkonstellation auch am Saisonende.

Das bedeutet: Der TSV Lesum Burgdamm und der SV Grohn sollten die Klasse schon deshalb halten, weil die Teams von unten keinen Druck ausüben. Richtig rund lief es in diesen Mannschaften zuletzt allerdings auch nicht. So wartet der TSV (am Sonntag um 15 Uhr in Farge zu Gast) seit Wochen auf einen Sieg und musste zwischenzeitlich mangels Personals sogar auf die Austragung einer Partie verzichten. „Man hörte, sie haben 30 Spieler, aber einige davon tauchen offenbar nicht mehr auf“, sagt Franz. Er findet die aktuelle Lage „umso enttäuschender“, da Lesum in Axel Seekamp einen „rührigen Vorstand“ und in Trainer Gino Shanbani einen Trainer besitzt, der vor „fünf, sechs Jahren aus dem Nichts eine Mannschaft geformt“ hat. „Ich hoffe, dass sie in der nächsten Saison wieder eine gute Rolle spielen werden“, sagt Holger Franz also.

Der kleineste Kreis Deutschlands

Im Fall des SV Grohn gibt sich Franz allerdings noch ein bisschen zuversichtlicher: „Sie werden eine gute Rolle in der Landesliga spielen.“ Dem Trainer der Husaren, Torben Reiß, attestiert Franz nämlich einen „guten Job“, und über eine ausreichende Zahl an Nachwuchsteams würde der Verein auch verfügen. Allzu große Sorgen um den Nordbremer Fußball macht sich Holger Franz ohnehin nicht. Neben den beiden Bremen-Ligisten Blumenthaler SV und SG Aumund-Vegesack würde der Norden schließlich im Landesligavierten SV Lemwerder über einen sorgenlosen Teilnehmer an der zweithöchsten Spielklasse verfügen („Da sieht man, was mit wenig Mittel zu reißen ist.“). Zudem stellt der Nordkreis mit dem Blumenthaler SV ein Team in der A-Junioren-Regionalliga und in Sven Jablonski einen Bundesligaschiedsrichter. „Das kann sich für den kleinsten Kreis Deutschlands schon sehen lassen“, sagt Holger Franz.

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