Bremer SV im Aufstiegskampf "Den Druck hat Braunschweig"

Bremen. Am Dienstag wird es ernst für die Fußballer des Bremer SV. Zwei Tage, nachdem ihnen Eintracht Braunschweig in der ersten DFB-Pokalrunde im August zugelost worden ist, treten sie um 19 Uhr zum Aufstiegsspiel bei der FT Braunschweig an.
03.06.2014, 00:10
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Freye

Am Dienstag wird es ernst für die Fußballer des Bremer SV. Zwei Tage, nachdem ihnen Eintracht Braunschweig in der ersten DFB-Pokalrunde im August zugelost worden ist, treten sie um 19 Uhr zum Aufstiegsspiel bei der FT Braunschweig an. Der Bremer Meister ist auch in dieser Partie nicht der Favorit, und personell sieht es auch nicht besonders gut aus. Die gute Laune wollen sich die Kicker um Trainer Klaus Gelsdorf aber nicht nehmen lassen.

Die Situation ist relativ überschaubar. Im ersten Spiel der Dreierrunde war der Topfavorit VfB Lübeck seiner Rolle mehr als gerecht geworden und hatte die freie Turnerschaft aus Braunschweig mit 5:1 besiegt. Angesichts dieses Ergebnisses könnte der Bremer SV mit einem Sieg in Braunschweig den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen. Alternativ würde womöglich auch schon ein Remis reichen – im Verbund mit einer erträglichen Niederlage gegen den VfB Lübeck am Sonnabend.

„Ich gebe zu: Die Variante habe ich auch schon durchgespielt“, sagt Klaus Gelsdorf. Allerdings wäre mit dieser Rechnung lediglich die Feststellung verbunden, dass der BSV in Braunschweig besser nicht verlieren sollte – eine Selbstverständlichkeit. In taktischer Hinsicht vermag der Trainer aus dem vermeintlich guten Ergebnis von Lübeck dagegen nichts abzuleiten: „Wir haben die gesamte Saison über immer früh gestört, und nun sollen wir uns etwas ermauern?“ Nein, das wäre nicht der BSV.

Logisch sei dagegen, dass sein Team besonders gut stehen muss. Auf die Defensive kommt es also an, doch gerade die bereitet Gelsdorf derzeit Probleme. Denn nachdem Marc Spohler (Knieverletzung) bereits seit einigen Wochen verletzungsbedingt pausiert und vermutlich auch in Braunschweig noch nicht so weit sein wird, fällt auch Michel Haskamp (Schulterverletzung) aus. Zudem ist der Einsatz von Fabrizio Muzzicato (Innenbandverletzung) sehr fraglich.

Kein Wunder, dass Klaus Gelsdorf eine „absolute Baustelle“ in der Abwehrmitte ausmacht. Dass durch den Ausfall von Christian Schwarz (beruflich bedingt) auch die Offensive betroffen ist, macht die Sache natürlich nicht besser. Schließlich sind auch noch zwei Leistungsträger unterwegs, obwohl sie sich doch eigentlich in Bremen auf ihren Einsatz vorbereiten sollten. Weil Iman Bi-Ria und Ole Laabs aber Ende des Monats mit der deutschen Nationalelf bei der Polizei-Europameisterschaft in Prag antreten, machten sie sich am Montag auf den Weg ins Trainingslager bei Dortmund. Sie werden Dienstagmittag in Hannover in den BSV-Bus Richtung Braunschweig steigen.

„Alles andere als glücklich“, findet Gelsdorf das. Allerdings sei ihr Trainingspensum abgesprochen, der Nationaltrainer werde die beiden schonen. „Wir haben in Dortmund unsere Ruhe“, bestätigt Bi-Ria mit einem Schmunzeln, und auch Ole Laabs sieht „keinen Nachteil“ in der Stippvisite bei der Polizeinationalmannschaft. Er bezeichnet die Verletzungsmisere in der Abwehr allerdings auch als ärgerlich. „Aber ich denke, wir werden das kompensieren können“, so der Mittelfeldspieler. Doch es macht schon mehr Spaß, sich mit der durchaus positiven Ausgangslage zu beschäftigen. „Den Druck hat Braunschweig“, sagt Ole Laabs.

Auch Iman Bi-Ria ist gespannt, „wie Braunschweig mit der Situation nach dem 1:5 klarkommt“. Der Stürmer hat jedenfalls ein gutes Gefühl: „Wir sind immer für ein Tor gut, und wenn die Abwehr kompakt steht, gewinnen wir 1:0.“ Moment Mal, würde Klaus Gelsdorf in diesem Moment sagen. Ein „gutes Gefühl“ hat der Trainer ja auch. Aber leichter macht es die Aufgabe nicht. Denn der Gegner habe seine Klasse in Lübeck nicht in Ansätzen zeigen können. „Sie haben ein ganz anderes Potenzial, schließlich ist Braunschweig Vizemeister in der Oberliga Niedersachsen geworden“, betont Gelsdorf.

Allerdings findet auch der BSV-Coach, dass die Pleite in Lübeck noch nachwirken könnte: „In diesem Spiel hat Braunschweig Energie gelassen, und ich glaube nicht, dass sie den Akku so schnell aufladen können.“ Dass dem ersten Duell mit einer Braunschweiger Mannschaft im August ein weiteres gegen die Eintracht folgt, ist für alle Beteiligten allerdings ein Vorteil. In Bezug auf die Partie gegen die FT hat das DFB-Pokal-Los nämlich auch seine Vorteile. Iman Bi-Ria: „Klar wollten alle Bayern, Dortmund oder Schalke, aber jetzt denken wir nicht alle schon an das Pokalspiel.“

Einen Liveticker zum Spiel des Bremer SV in Braunschweig finden Sie unter

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+