Bremen-Liga Der FC Oberneuland II kassiert die höchsten Niederlagen

Bremen. Für ganz besondere Schlagzeilen in der Bremen-Liga sorgte aber der FC Oberneuland II. Die Reserve des Regionalligisten ragt in negativer Hinsicht sogar noch etwas heraus aus dem Kreis der Kellerkinder.
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Von Stefan Freye

Bremen. Mehr oder weniger enttäuscht sind alle Fußballteams aus dem letzten Drittel der Bremen-Liga. Besonders oft haben sie nicht gewonnen in der abgelaufenen Hinrunde, und mit Abstiegssorgen zu überwintern macht auch nicht unbedingt Spaß. Für ganz besondere Schlagzeilen sorgte aber der FC Oberneuland II. Die Reserve des Regionalligisten ragt in negativer Hinsicht sogar noch etwas heraus aus dem Kreis der Kellerkinder.

Die drei höchsten Niederlagen der vergangenen Monate gingen nämlich alle auf das Konto des FCO II. Gleich zweimalMal gab es eine herbe Klatsche auf eigenem Platz (1:14 gegen Habenhausen, 1:12 gegen Aumund-Vegasack), und beim Bremer SV setzte es eine 1:9-Pleite. Im Schnitt kassierte die Mannschaft rund fünf Gegentore. Man fragt sich, wie diese Elf überhaupt elf Punkte sammeln konnte.

Aber den Pleiten stehen ja auch einige beachtliche Ergebnisse gegenüber. So spielte der FCO II 2:2 beim FC Bremerhaven, und bei Werder III gelang sogar ein 1:0-Sieg. Dem Erfolg gegen den amtierenden Meister folgte eine Woche später die 1:12-Niederlage gegen die SAV. Es ging also hoch her in Oberneuland. So hoch, dass die Übernahme des Traineramtes wohl überlegt sein wollte.

Der Reiz der Liga

"Die Ergebnisse haben mich natürlich skeptisch gemacht", sagt Jörg Amrhein. Er entschloss sich vor ein paar Wochen trotzdem, sich beim TSV Weyhe-Lahausen zu verabschieden und das Unternehmen Klassenerhalt zu starten. "Die Liga", habe ihn gereizt, sagt der neue Mann auf der Bank des Tabellenvierzehnten. Erst am 1. Januar nimmt er die Arbeit offiziell auf. Bereits in den vergangenen Wochen hat er jedoch den Kontakt zum Kader gesucht und "mit jedem ein persönliches Gespräch" geführt.

Schließlich stand der FCO II in der Hinrunde schon mal mit nur acht, neun Spielern auf dem Platz, und die kannten sich untereinander auch nicht immer. Da galt es, die Ursachen für das unstete Auftreten zu ermitteln. Nachdem es an Organisation und Unterstützung der Mannschaft mangelte, machte Amrhein ein gewisses Misstrauen in Spielerkreisen aus. Die Erfahrung der Hinrunde hat sie skeptisch gemacht.

Den FCO II verlassen wird nach derzeitigem Stand jedoch nur ein Kicker: Juan José Arbelaez zieht es Studien bedingt nach Hannover. "Ansonsten habe ich erst mal 18 Leute auf dem Zettel", sagt Amrhein. Bislang hat er fünf neue Spieler zum Mitmachen beim FCO begeistern können, unter anderen Robertino Nolte (Borgfeld) und Hiandi Damiao (vereinslos).

Zudem soll ihn der bisherige Coach Ercan Sahan weiterhin als Cotrainer zur Seite stehen und helfen, den Klassenerhalt zu sichern. "Der Verein möchte dringend, dass wir in der Liga bleiben", sagt Amrhein. Seine Aufgabe ist schwer, aber nicht unmöglich. Der FCO II (14., 11 Punkte) liegt schließlich immer noch zwei Punkte vor den Mannschaften auf den Abstiegsrängen. Wobei Jörg Amrhein das schwache Abschneiden des SC Weyhe (15., 9 Punkte) doch wundert: "Ich verstehe nicht, dass sie so schlecht dastehen."

Der Aufsteiger musste bis zum achten Spieltag warten, ehe der 2:0-Erfolg beim TuS Schwachhausen die ersten drei Punkte aufs Konto schaufelte. Gegen Ende der Hinrunde aber schien sich Weyhe zu fangen. Die sechs anderen Zähler gelangen dem SC nämlich in den letzten vier Partien, gegen die Mitkonkurrenten VfL 07 (2:1) und Melchiorshausen (4:0). "Ich habe sie weiter auf der Rechnung, Weyhe ist nicht abgeschlagen", findet Jörg Amrhein.

Ganz anders lautet seine Prognose hinsichtlich des Tabellenletzten. Der SV Türkspor (16., 9 Punkte) weist zwar eine ähnliche Bilanz auf, vermag den FCO-Trainer aber keine Angst zu machen. "Wenn sie personell nichts machen in der Winterpause, bleiben sie hinter uns", so Jörg Amrhein.

Dünne Personaldecke als Manko

Dabei ist das mit Neuzugängen in Bremen Nord im Moment so eine Sache. Es scheint jedenfalls so, als ob das Schlusslicht derzeit am meisten unter der großen Konkurrenz leidet. Die SG Aumund-Vegesack, der Blumenthaler SV, der 1. FC Burg oder eben der SV Türkspor nehmen sich gegenseitig die Spieler weg. Es dürfte eng werden für den Sechsten der letzten Saison.

Ähnliches erwartet Jörg Amrhein vom TSV Melchiorshausen (13., 11 Punkte). Dessen "dünne Personaldecke" sieht er nämlich als Manko an. "Sie können wir auf jeden Fall holen", sagt der neue FCO-Trainer. Er räumt die besten Chancen auf den Klassenerhalt demnach dem VfL 07 (12., 12 Punkte) ein.

Die Findorffer kassierten zuletzt allerdings fünf Niederlagen in Folge, und sie machten mit einem Trainerwechsel von sich reden, den zumindest Jörg Amrhein nicht nachvollziehen konnte. Es sei von außen nicht zu verstehen, warum Frank Dahlenberg vor einigen Wochen durch Helge Horn abgelöst wurde.

Womit sich eine Parallele zum eigenen Job andeutet: Amrheins Schritt wird auch nicht jeder nachvollziehen können. Mal sehen, was herauskommt bei all den Überraschungen.

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