Squash-Bundesliga

Die Abrissbirne im Hinterkopf

Der Bremer Squash-Club macht trotz der ungewissen Zukunft der vom Abriss bedrohten Sportwelt Woltmershausen weiter – und plant personell bereits für die neue Bundesligasaison.
03.04.2019, 18:46
Lesedauer: 3 Min
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Die Abrissbirne im Hinterkopf
Von Frank Büter

Bremen. Er habe ein mentales Problem, sagt Willi Eickworth. Er ist der Präsident des Bremer Squashverbandes und zugleich auch Trainer und Vorsitzender des 1. Bremer SC. Das Aushängeschild seines Klubs hat in der Bundesliga Nord die Saison auf Platz drei beendet und wieder einmal die erhoffte Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft verpasst. Das aber ist nicht das Problem, das Eickworth Sorge bereitet. Sportlich ist alles im Lot. Vielmehr ist es die ungewisse Zukunft der Sportwelt Woltmershausen, der Heimstätte des 1. Bremer SC, die den umtriebigen Funktionär umtreibt.

Die Sportwelt liegt auf dem Brinkmann-Gelände, dem sogenanntes Tabak-Quartier, auf dem absehbar 1200 Wohnungen entstehen sollen. Im Mai vergangenen Jahres hat die Firma Tektum, die unlängst neben der Stephanikirche eine neue Wohnanlage an der Weser fertiggestellt hat, die Sportwelt erworben und umgehend wieder an den Vorbesitzer Markus Begerow verpachtet. Laufzeit: fünf Jahre. Spätestens dann wird die Abrissbirne kommen, heißt es, womöglich aber schon früher. Wie viel früher? Eickworth mag sich an Spekulationen nicht beteiligen. Er würde sich wünschen, dass die größte Fitnessanlage Bremens eine Zukunft hätte. Dass es Investoren gäbe, die das Center sanieren würden. Der Bedarf ist da, sagt Eickworth, der Stadtteil brauche den Sport. Und die Squasher brauchen die Sportwelt, um ihren Sport im gewohnten Umfang und auf gewohntem Niveau weiter betreiben zu können.

Sieben Squash-Courts bietet die Sportwelt, mindestens sechs sind Voraussetzung für die Durchführung von Bundesligaspieltagen oder Ranglistenturnieren. Eine Alternative zur Sportwelt gibt es nicht, das Aus der Sportwelt wäre somit zugleich das Aus für die Bundesliga-Squasher in Bremen. „Noch ist die Abrissbirne aber nicht zu sehen“, sagt Willi Eickworth. Losgelöst von irgendwelchen Planspielen geht er allerdings davon aus, dass die Sportwelt „auch im nächsten Jahr um diese Zeit noch stehen wird“. Und deshalb macht der Vereinsboss weiter. Im Interesse seines Sports, im Interesse der im Spielbetrieb stehenden Mannschaften und des Trainingsbetriebs – „auch wenn es nicht einfach ist“, sagt Willi Eickworth.

Der 1. Bremer Squash-Club hat also wie gewohnt sein Team für die kommende Bundesligasaison gemeldet. Wie immer gilt es nun, Sponsoren zu finden, die bereit sind, den Klub zu unterstützen. Und wie immer geht es darum, den Kader festzuzurren. Nach der Saison ist eben auch vor der Saison. Eickworth hat diesbezüglich schon etliche Gespräche geführt – und hat personell mehr als nur ein Gerüst beisammen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der 64-Jährige plant weiter fest mit dem Engländer Oliver Pett (Vertrag bis 2022) und dem in London lebenden Inder Abhay Singh. Eickworth plant ebenso mit den Weltklassespielern Patrick Rooney (England) und Borja Golan (Spanien) und – je nach Größe des Etats – auch mit den in Finnland lebenden Brüdern Jami und Miko Äijänen. Hinzu kommen bewährte Kräfte wie Jan Ole Bleil, Heiko Schwarzer, Edgar Schneider, Luis das Neves und Jill Witt.

Einziger sicherer Abgang ist Hendrik Vössing, der seine Zelte in Bremen abbricht, sich dem Rekordmeister Paderborner SC anschließt und dort künftig auch als Trainer im Jugendbereich arbeiten wird.

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Lennox Vogt fährt zur DM

Das Bremer Nachwuchstalent Lennox Vogt startet an diesem Wochenende bei der deutschen Squash-Meisterschaft der Altersklasse U 13, die im Sportwerk in Hamburg ausgetragen wird. Der Elfjährige, im Vorjahr ohne Satzverlust Titelgewinner in der U 11, muss sich in diesem Jahr altersbedingt in der nächsthöheren Klasse beweisen, darf sich aber im 16er-Feld durchaus Chancen auf das Erreichen des Halbfinals ausrechnen. „Lennox ist eine Wundertüte“, sagt Trainer Willi Eickworth. Eine Wundertüte „mit einem guten Händchen und sehr viel Spielwitz“. Vogt, die Nummer 48 in der deutschen Jugend-Gesamtrangliste (bis U 19), ist bei diesen Titelkämpfen an Position sechs gesetzt. Topfavorit ist der Bayer Alexander Neumann.

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