Konkurrenten der U23 in der 3. Liga

Die Angst vor der Insolvenz

Werders U23 ist schon fast in die Regionalliga Nord abgestiegen. Die Konkurrenz in der 3. Liga bangt zu großen Teilen ebenfalls um den Klassenerhalt, doch die Gründe sind gänzlich andere.
20.03.2018, 22:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Nils Jewko
Die Angst vor der Insolvenz

Idrissa Toure (links) und Nico Rieble im Zweikampf.

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Im offiziellen Logo der 3. Liga ist am äußeren Rand auch die kleinere Zahl problemlos zu erkennen: „10 Jahre“. Es ist ein kleiner Hinweis auf die Jubiläumssaison der höchsten Spielklasse im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zehn Jahre nach Gründung einer eingleisigen 3. Liga lassen sich in den Klub-Bilanzen aber auch Hinweise finden, die zeigen, dass in dieser Saison erneut viele Vereine finanzielle Probleme haben. Mindestens neun sind betroffen.

Die Verantwortlichen in der DFB-Zentrale in Frankfurt wissen um die Problematik, die sich in voller Härte beim FC Rot-Weiß Erfurt zeigt. Der Tabellenletzte hat angesichts von acht Millionen Euro Schulden einen Insolvenzantrag gestellt. Der einzige Verein, der seit Liga-Gründung dabei ist, steht damit praktisch als erster Absteiger fest. Den Schritt einer geordneten Insolvenz hatten vergangene Saison bereits der VfR Aalen und der FSV Frankfurt unternommen.

Die Finanznöte der Vereine kratzen schon länger am Image der 3. Liga, die auch mal als „Pleiteliga“ abgestempelt wird. Die Gründe werden auf beiden Seiten gesucht – beim Verband, aber auch bei den Vereinen. Ronald Maul nimmt die Klubs in die Pflicht, wenn es um die Personalkosten geht. „Jeder muss sich genau überlegen: Was habe ich zur Verfügung? Und welches Risiko gehe ich ein?“, sagt der Geschäftsführer des SV Meppen. Der ehemalige Profi spricht eine Praxis an, die sich in der 3. Liga regelmäßig beobachten lässt. Manche Vereine planen mit mehr Geld, als sie tatsächlich zur Verfügung haben.

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Eine zu hohe Risikobereitschaft scheint bei ostdeutschen Vereinen besonders groß. Der FC Carl Zeiss Jena und der FC Hansa Rostock sind stark abhängig von Investoren, die zuletzt auf Forderungen in Millionenhöhe verzichteten. Beim Halleschen FC klafft eine Etat-Lücke von rund 1,5 Millionen Euro. Beim Chemnitzer FC mussten die Stadt und ein Energiekonzern mit Millionen-Beiträgen aushelfen.

Das sind Auszüge einer Liste, die sich durch Vereine wie den SC Paderborn, Karlsruher SC, Preußen Münster oder VfL Osnabrück ergänzen lässt. Die schwarze Null – sie scheint für manche Klubs in dieser Liga kaum realisierbar. Dahinter verbirgt sich meist ein Zusammenspiel von eigenen Fehlern und einer strukturellen Kritik, die von den Vereinen geäußert wird. „In der 3. Liga ist es nicht möglich, Gewinne einzufahren. Die Zukunft von Hansa Rostock kann nicht die 3. Liga sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende Robert Marien auf der letzten Mitgliederversammlung.

Ein besonderes Anliegen der Vereine in dieser Strukturfrage sind die Fernsehgelder. „Ich glaube, dass wir in der 3. Liga den gleichen Aufwand haben, eher mehr – wir haben ja noch zwei Mannschaften mehr dabei. Aber die Fernsehgelder sind halt das Zehnfache weniger“, sagt der Sportvorstand des Chemnitzer FC, Steffen Ziffert. Die Drittligisten erhalten vom DFB in dieser Saison 12,8 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball-Liga verteilt an die 36 Erst- und Zweitligisten rund eine Milliarde Euro.

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